Indischer Himalaya: 4 Frauen in den rauen Bergen von Garhwal

Unterwegs im indischen Himalaya Gebirge
Unterwegs im indischen Himalaya GebirgeqUnterwegs im indischen Himalaya Gebirge

Wer an Indien denkt, der hat sicherlich vor allem das Taj Mahal, die rosarote Stadt Jaipur oder die Touristenhochburg Goa. Bilder von diesen Orten prägen die Reisemagazine, Instagram Kanäle und Flughafen Plakate. Doch Indien hat weitaus mehr zu bieten als die weltberühmten Klassiker! Naturliebhaber und Wanderfreunde finden in den indischen Ausläufern des Himalaya Gebirges hoch im Norden Indiens eine wundervolle, unberührte Ruheoase fernab von Massentourismus, Chaos und Lärm. 500 Kilometer nördlich der Hauptstadt Delhi an der Grenze zu Tibet und Nepal liegt die Bergregion Garhwal.

Der indische Himalaya: Die letzte Ruheoase in Indien?

Der indische Himalaya: Die letzte Ruheoase in Indien?

Für die Hinduisten gilt Garwhal als das Land der Götter. Zahlreiche Mythen und Legend kursieren über die Bergregion im Himalya. Hier entspringen die heiligen Flüsse Ganges und Yumana, die ihren Weg quer durch Indien bahnen und so vielen Hinduisten als Lebenselixier dienen. Die Bergregion ist geprägt von Pilgern und der hinduistische Glaube ist allgegenwärtig und authentisch spürbar. Aus westlicher Sicht gesprochen ist die Bergregion Garhwal im indischen Himalaya aber vor allem für Naturliebhaber ein sehr lohnenswertes Reiseziel in Nordindien. Die Gegend ist geprägt von tosenden Wasserfälle, schneebedeckten rauen Berggipfeln bis zu 7.800 m Höhe, unberührten Tälern voller Wildblumen, Eisschollen, Gletscherseen und beängstigend tiefen Schluchten. Kommt mit mir auf eine Reise durch in den indischen Himalaya!

Meine Reise durch das indische Himalaya: Von Pilgerpfade und raue Berwelt

Immer wieder gerne erinnere ich mich zurück an meinen aufregenden Trip in das indische Himalaya Gebirge rund um Garhwal. Auf eigene Faust erkundeten wir als Vierer-Frauenteam einen der bedeutendsten Pilgerwege Indiens und das sagenumwobene „Tal der Blumen“. Unsere Reiseroute führt uns von der indischen Hauptstadt Delhi mit dem Zug in die berühmte Yoga-Hochburg Rishikesh, über Joshimath zum Bergdorf Badrinath, weiter bis nach Govind Ghat und hinauf ins „Tal der Blumen“, sowie nach Haridwar und Mossourie.

Unsere Reise durch den Norden Indiens war alles andere als erholsam, einfach und unkompliziert, denn immer wieder stießen wir auf Sprachbarrieren, konditionelle Grenzen und (man wird es kaum glauben) bittere Kälte. Die Reise in den indischen Himalaya war eine Herausforderungen, denn die Fahrten mit Zug und Auto sind lang und unbequem, die Unterkünfte puristisch und schmuddelig und das Essen unterirdisch schlecht. Doch trotz all der Strapazen war unsere Reise nach Garhwal eines meiner absoluten Indien Highlight.

Yoga und Trekking in Rishikesh

24 Stunden Zugfahrt in der Holzklasse von meiner indischen Wahlheimat Vadodara, über die Hauptstadt Delhi, bis nach Rishikesh im Bundesstaat Uttarakhand liegen uns in den Knochen – der Auftakt unserer Rundreise durch das indische Himalaya Gebirge. Das Reisen mit dem Zug in Indien ist alles andere als bequem, denn die Holzliegen im Sleeper Wagon sind schmal und hart, die Ventilatoren bringen kaum die erhoffte Abkühlung und als westliche, weibliche Touristen genießen wir uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Der Versuch zu schlafen scheitert kläglich, haben wir doch jederzeit ein wachsames Auge auf unser Gepäck, das ungesichert in unserem Abteil liegt. Auch die Lautstärke im Zug macht es uns nicht leicht zur Ruhe zu kommen. Menschen singen und unterhalten sich, unablässig rattert der Zug über die alten Schienen und für den enormen Lautstärkepegel des Schnarchens müssen erst noch geeignete Oropax erfunden werden. Aber was haben wir auch erwartet, wenn wir für umgerechnet 10 € quer durch Indien fahren? Wir verbringen die lange Zugfahrt damit, uns über unser neues Leben in Indien zu unterhalten, zu lesen oder zu dösen. Immer wieder werden wir von Einheimischen angesprochen und in Gespräche verwickelt.

Rishikesh: Yoga, Religion und Wandern am Ganges.

Rishikesh: Yoga, Religion und Wandern am Ganges.

Morgendliche Yoga Session im Ashram.

Morgendliche Yoga Session im Ashram.

Es ist bereits dunkel, als wir unser erstes Ziel auf unserer Reise durch die Bergwelten von Garhwal erreichen. Rishikesh gilt als das indische Zentrum für Yoga und New Age Praktiken und ist sicherlich vielen von euch ein Begriff.  Mit den zahlreichen Ashrams und Tempeln, dem strömenden Ganges, deri die Stadt entzwei teilt, den vielen Pilgern und Reisplantagen verströmt Rishikesh ein ganz besonderes, spirituelles Ambiente. Bevor wir uns in die wilden Bergwelten des indischen Himalayas stürzten, verbringen wir einige Tage hier in Rishikesh, um dem turbulenten Indien zu entkommen und zur Ruhe zu finden. Wir mieteten uns in ein Ashram ein und verbringen viel Zeit mit Yoga, Meditation und der Suche nach unserem wahren Selbst. Bereits in den frühen Morgenstunden werden wir von unserem Yogi geweckt, um Morgen-Yoga zu praktizieren und ein erfrischendes Bad im heiligen Ganges zu nehmen. Tagsüber streifen durch die Stadt, besuchen andere Temple und Ashrams. Oft sitzen wir am Ufer des heiligen Flusses Ganges, um die Gläubiger bei ihren Ritualen zu beobachten. Der Ganges ist hier in Rishikesh noch herrlich klar und sauber, kein Vergleich zur der grauen Dreckbrühe, als die er sich später in Varansi präsentiert.

Reisfelder rund um Rishikesh: Unendliche Wandermöglichkeiten für Naturliebhaber.

Reisfelder rund um Rishikesh: Unendliche Wandermöglichkeiten für Naturliebhaber.

Rishikesh ist aber auch ein beliebter Ort für Abenteuer und Outdoor-Fans und für seine wunderschönen Wanderrouten durch saftig grüne Reisplantagen und Adrenalin-fördernden Raftingtouren bekannt. Das Tourenprogramm ist groß – viel zu groß für unsere begrenzte Zeit in Rishikesh. Weiter zum Reisebericht Rishikehs auf fernsuchtblog.de >>

Aufbruch in die indischen Bergwelten von Garwhal

Die erste Herausforderung auf unserer Reise durch das indische Himalaya Gebirge ist die Organisation eines Transportes von Rishikesh in die angelegenen Bergwelten von Garwhal. Zwar gibt es eine Zugverbindung nach Joshimath, doch in der Vergangenheit kam es immer wieder zu verheerenden Zugunglücken. Deshalb entschieden wir uns für das Auto als Transportmittel, welches man hier nur inklusive einem Fahrer mieten kann. Die Straßen durch den indischen Himalaya sind nicht ganzjährig passierbar und viele Monate lang machen dicke Eis- und Schneeschichten das Vordringen nach Joshimath, Badrinath und Co. unmöglich. Doch wir haben Glück. Der Schnee ist weitestgehend abgeschmolzen und die Schneeschmelze bereits abgeebbt.

Indischer Himalaya: Eine kurvenreiche Fahrt durch Bergdörfer und Schluchten.v

Indischer Himalaya: Eine kurvenreiche Fahrt durch Bergdörfer und Schluchten.

Die Fahrt von Rishikesh bis zu unserem ersten Zwischenziel Badrinath ist alles andere als entspannt und komfortabel. Es gibt kein Auto, welches groß genug ist, um uns vier Frauen inklusive Trekkingrucksäcke und unserem indischen Fahrer zu transportieren. Anstatt uns auf zwei Autos aufzuteilen, entscheiden wir uns für die rustikale Variante: Eine von uns muss in den Kofferraum! Wer mich kennt, der weiß, dass ich bei Schnick Schnack Schnuck immer verliere! Und ich kann euch sagen, bei einer Körpergröße von 1,77 m ist es alles andere als bequem, mehrere Stunden in einem schmuddeligen Kofferraum voller Trekkingrucksäcke zu liegen, während das Auto sich unter laut dröhnenden Motorgeräuschen die ewigen Serpentinen hinauf zwingt. Links, rechts, rauf, runter… Ich weiß nicht mehr was schlimmer war, eingepfercht im Kofferraum mein Frühstück rauf und runter zu schlucken, oder die angsteinflößenden Schluchten neben den Schmalen Serpentinen wahrzunehmen? Die Straßen durch den indischen Himalaya sind schmal und angsteinflößend. Direkt neben der Straße geht es hunderte Meter hinab, über schroffe Felsen bis in die Schlucht. Und jeder Gegenverkehr auf der engen Straße treibt mir Schweißperlen ins Gesicht. Doch unser Fahrer ist routiniert und schleust uns gekonnt durch die imposante Bergwelt des indischen Himalaya.

Badrinath: Bedeutende Pilgerstadt und Bergdorf

Nach 10 Stunden Fahrt durch die imposanten Bergketten, vorbei an abgeschotteten Bergdörfern und tosenden Wasserfällen, erreichen wir Badrinath. Badrinath ist eine der bedeutendsten Pilgerstätten Indiens, nur 40 Kilometer von der tibetischen und nepalesischen Grenze entfernt. Das Dorf liegt unterhalb des Berges Nikantha am Alaknanda Fluss, dem Hauptzufluss zum heiligen Ganges. Die Gegend nördlich von Badrinath ist militärisches Sperrgebiet aufgrund der Präsenz Chinas in Tibet. Das macht es westlichen Touristen nahezu unmöglich jenes Gebiet zu besuchen.

Badrinath: Eiskaltes Bergdorf und Pilgerstädte im indischen Himalaya.

Badrinath: Eiskaltes Bergdorf und Pilgerstädte im indischen Himalaya.

In Bradrinath präsentiert sich uns Indien von einer ganz anderen, frostig rauen Seite. Die Einwohner Badrinaths und die vielen Pilger sind in dicke Decken und Ponchos gehüllt, tragen farbenfrohe Mützen, Westen und Handschuhe. Wir frieren und trinken Literweise heißen Chai, um uns aufzuwärmen, bevor wir das Bergdorf erobern. Farbenfroh leuchten die Hausfassaden am Berghang. Zentraler Anlaufpunkt in Badrinath ist der Badrinarayan-Tempel, einer der heiligsten Tempel des Hinduismus. Jedes Jahr, nachdem Schnee und Eis geschmolzen sind, wird die Fassade des Tempels neu gestrichen. Aufgrund von Lawinen und Erdbeben werden fortlaufend Renovierungsarbeiten vorgenommen. Von November bis April ist Badrinath komplett geschlossen. Am Badrinarayan-Tempel werden wir freundlich aber zurückhalten empfangen. Wir nehmen an einer Zeremonie teil, beobachten die Pilger und tauchen ein in eine fremde, einzigartige Kultur.

Farbenfroh und bedeutend: Der Badrinarayan-Tempel in Badrinath.

Farbenfroh und bedeutend: Der Badrinarayan-Tempel in Badrinath.

Govind Ghat: Ausgangspunkt für die Wanderung ins „Tal der Blumen“

Am Abend fahren wir von Badrinath in das 28 Kilometer entfernte Bergdorf Govind Ghat, einem beliebten Wallfahrtsort der Sikhs. Hier beginnt einer der bedeutendsten Pilgerpfade Indiens und dementsprechend geschäftig geht es auf den Straßen des Dörfchens zu. Wir stürzen uns ins Getümmel, kaufen Wasserflaschen und Lebensmittel, um uns für unsere bevorstehende Wanderung zum berühmten „Tal der Blumen“ (Valley of Flowers) auszurüsten. Unsere bunt gemischte Frauentruppe erweckt Aufmerksamkeit zwischen all den Pilgern, wir werden misstrauisch beäugt und belächelt. Wir mieten uns in ein günstiges, reichlich schäbiges Zimmer ein, denn lange bleiben werden wir hier nicht. Vier klapprige Betten stehen darin. Die Bettwäsche sieht alt und schmuddelig aus. Die Fenster des Zimmers sind gesprungen und wurden notdürftig mit Klebestreifen verdichtet. Warmes, fließendes Wasser gibt es nicht. Wir packen unsere Rucksäcke mit Proviant und warmer Kleidung. Es ist kalt und wir haben Mühe einzuschlafen.

Das Highlight: Ghangaria und das „Tal der Blumen“

Am nächsten Morgen klingelt um 4:00 Uhr morgens der Wecker. Wir schnappen uns unsere Rucksäcke und begeben uns mit einer Kopflampe ausgerüstet auf den Pilgerpfad, um über Ghangaria zum „Tal der Blumen“ aufzusteigen. Bereits am frühen Morgen sind viele Menschen unterwegs und steigen die rauen Berge über einen schmalen Pfad hinauf. Sowohl Alte, Kranke, Eseltreiber als auch ambitionierte Bergsteiger. Die ersten Meter durch die dunkle Kälte sind schweißtreibend und kräftezehrend. Bereits nach einer Stunde Wanderung kommen zwei meiner Reisebegleiterinnen an ihre körperlichen und konditionellen Grenzen. Wir sprechen einen Eseltreiber an und er leiht uns zwei seiner Esel, die meine Reisebegleiterinnen hinauf nach Ghangaria tragen werden. Zu zweit setzen wir die Wanderung zu Fuß zum Bergdorf Ghangaria fort. Wir durchlaufen Flussbetten und Schuttfelder sowie Waldpfade. Überall neben dem Weg prassen tosende Wasserfälle an rauen Felsklippen hinab. Immer wieder treffen wir auf andere Pilger und kommen ins Gespräch. Nach 8 Stunden erreichen wir schließlich Ghangaria. Das Bergdorf ist klein, mit wenigen Häusern und einem Zeltlager, dass Bergsteiger und Pilgern als Übernachtungsplatz dient. Esel werden als Lastentiere für Nahrungsmittel und Pilger verwendet. Hier treffen wir auch wieder auf unsere beiden Reisebegleiterinnen, die den Weg auf den Rücken der Esel zurückgelegt haben.

Zeltlager im Bergdorf Ghangaria: Das Tor zum "Tal der Blumen".

Zeltlager im Bergdorf Ghangaria: Das Tor zum „Tal der Blumen“.

Von Ghangaria sind es noch fünf Kilometer bis zum Eingang ins „Tal der Blumen“, das auf 3.660 Metern bis 3.960 Metern Höhe liegt. Das Tal wurde 1931 von den britischen Bergsteiger und Botaniker Frank Smythe entdeckt und wird seit 1988 als UNESCO Weltkulturebene gelistet. Und das mit Recht, denn bereits beim Eintritt ins Tal eröffnet sich uns eine unberührte, farbenfrohe Blütenpracht im Panorama der rauen Berge des indischen Himalaya. 520 verschiedene Wildblüten wurden hier bereits entdeckt. Vor allem kurz nach der Monsunzeit weist das „Tal der Blumen“ eine unvorstellbare Blütenpracht auf. Braunbären, Moschus-Hirschen und Blauschafen sind hier beheimatet. Wir wandern quer durchs Tal, vorbei an Wasserfällen, Bachläufe und Eisschollen. Wir genießen die einzigartige Ruhe, die im turbulenten und chaotischen Indien so selten ist. Die Schönheit dieses Ortes vermag ich nicht in Worte zu fassen, nirgendwo anders in Indien habe ich jemals so eine raue Schönheit und Ruhe wiedergefunden.

Das Highlight im indischen Himalya: Das "Tal der Blumen".

Das Highlight im indischen Himalya: Das „Tal der Blumen“.

520 verschiedene Blumenarten schmücken das "Tal der Blumen".

520 verschiedene Blumenarten schmücken das „Tal der Blumen“.

Am Abend wandern wir zurück nach Ghangaria, denn das Übernachten in Zelten ist im „Tal der Blumen“ verboten. Die vielen Höhenmeter und die anstrengende Wanderung liegen uns schwer in den Knochen. Wir mieten uns in ein einfaches Gästehaus ohne Strom und jedweden anderen Komfort ein. Hier oben in den indischen Bergen ist alles sehr einfach und rustikal. Wir holen Wasser aus dem Fluss und lassen es uns in großen Töpfen über einer Gasflamme erhitzen, um uns den Schmutz von der Wanderung vom Körper zu waschen. Wir stehen mit den Füßen in einem 10 Liter Wassereimer und schöpfen das warme Wasser mit einer Kelle, denn ein Bad oder eine Dusche gibt es hier nicht. Mit einer heißen Linsensuppe wärmen wir uns auf, bevor wir uns unter den dicken Wolldecken vor der Kälte vergraben.

Vier Frauen unterwegs im Himalaya - ein unvergesslicher Trip durch Nordindien.

Vier Frauen unterwegs im Himalaya – ein unvergesslicher Trip durch Nordindien.

Am nächsten Morgen treten wir die Wanderung zurück nach Govind Ghat an. Unsere Knie leiden unter dem steilen und kontinuierlichen Bergab. In Govind Ghat übernachten wir erneut in dem schmuddeligen kleinen Gästehaus. Wir organisieren uns einen Rücktransport nach Rishikesh am nächsten Morgen in einem Minibus, welchen wir uns mit einigen Sikhs teilen.

Mussoorie: Hill Station am Rande des indischen Himalayas

Von Rishikesh reisen wir weiter bis nach Mussoorie. Mussoorie ist eine Hill Station am Rande des indischen Himalayas und liegt auf 2.000 Metern auf einem Bergkamm mit Blick auf die schneebedeckten Gipfel des indischen Himalayas. Auch hier genießen wir die Ruhe der Berge, besuchen imposante Wasserfälle, einen botanischen Garten und genießen den Komfort des Erholungsortes. Wir kommen in einem alten, viktorianischen Gästehaus unter. Im Stadtzentrum gibt es eine „German Bakery“ – meine erste Anlaufstelle nach 4 Monaten Curry, Linsen, Naan und Reis in Indien. Die Backwaren sind fernab von dem, was wir daheim ein Brot oder einen Käsekuchen nennen, aber dennoch köstlich und erinnern an meine ferne Heimat.

Reisen in Indien - Fragezeichen und Ahnungslosigkeit am Busplan inklusive!

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Haridwar: Das Tor Gottes

Einen letzten Stopp, bevor wir mit dem Zug zurück nach Delhi fahren, machen wir in Haridwar, dem „Tor Gottes“. Haridwar gilt als eine der sieben heiligsten Stätten des Hinduismus und in der Tat ist der Glaube in der Stadt allgegenwärtig. Ich würde Haridwar nicht als schön bezeichnen, auch findet man hier keine übermäßig schönen Tempel- oder Palastanlagen. Die Hauptsehenswürdigkeit Haridwars ist der Ganges und die Zeremonien, sogenannte Pujas, die hier täglich stattfinden. Der heilige Fluss ist Dreh- und Angelpunkt und die Märkte, Läden, Restaurants und Dienstleister haben sich vollends auf Pilger und Gläubiger ausgerichtet. Überall gibt’s es Blumenboote, religiöse Utensilien und Götterstatuen zu kaufen. Bereits am frühen Abend findet sich unzählig viele Menschen am Flussufer, den sogenannten Ghats ein, um die bevorstehenden Zeremonie aus erster Reihe verfolgen zu können. Es scheint, als wartet die ganze Stadt nur auf die allabendlichen Puja und das alltägliche Leben in Haridwar ist nebensächlich.

Hardiwar - das Tor Gottes. Hier ist der Ganges schon nicht mehr ganz so klar...

Hardiwar – das Tor Gottes. Hier ist der Ganges schon nicht mehr ganz so klar…

Nachdem wir die wenigen, aber lohnenswerten Sehenswürdigkeiten der Stadt besucht haben, begeben wir uns ebenfalls an die Ghats und beobachten das bunte Treiben. Der Ganges ist übersät mit Blumenbooten, Opfergaben und Kerzen. Junge Männer durchstreifen das Wasser mit Netzen in der Hoffnung, auf Goldzähne oder andere wertvolle Gegenstände zu stoßen, die bei der Beisetzung verstorbener Hindus in den Verbrennungsghats übrig geblieben sind. Dann schließlich ertönen die ersten Chantis und die abendliche Gebetszeremonie in Haridwar beginnt. Weiter zum Reisebericht Haridwar auf fernsuchtblog.de >>

Der heilige Ganges: Waschungen, Pujas und Opfergaben.

Der heilige Ganges: Waschungen, Pujas und Opfergaben.

Bei der abendlichen Puja in Haridwar: Blumenboote, Opfergaben und Kerzen schmücken den Ganges.

Bei der abendlichen Puja in Haridwar: Blumenboote, Opfergaben und Kerzen schmücken den Ganges.


Weitere Reisetipps

Du möchtest das Indische Himalaya Gebirge auf eigene Faust entdecken? Im Bergzeit Magazin findest Du einen aktuellen und sehr informativen Beitrag der Autorinnen Magdalena Machinger und Romana Bräuer zum Valley of Flowers. Im August 2018 reisten die beiden in den  in Nordosten Indiens nach Uttarkhand und erkundeten die einzigartige Natur und Kultur auf eigene Faust.

Bilder: © Doreen Schollmeier

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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