Mein Wort 2016: Befreiung!

Reisen, Soulfood, Outdoor Abenteuer und Natur, darum geht es normalerweise auf fernsuchtblog.de. Doch heute möchte ich mich an ein Thema wagen, dass vielleicht etwas abseits meiner sonstigen Reisepfade liegt. Inspiriert hat mich Tanja von reiseaufnahmen.de mit ihrem etwas anderen Auftakt-Artikel in das neue Jahr. Anstatt über ihre vielfältigen Reisepläne zu berichten, setzt sie den Fokus auf nur ein Wort.

Die Ein-Wort-Methode

Anstatt große Pläne und ellenlange To-Do-Listen zu schmieden und sich dann doch wieder zu verzetteln, konzentriert man sich bei der Ein-Wort-Methode, wie der Name schon sagt, auf ein zentrales Wort. Dieses Wort wird dann zum Überbegriff aller Taten und Vorsätze eines Jahres.

Doch um welches Wort soll sich mein Jahr 2016 drehen? Was macht mich glücklich? Was nicht? Was muss ich ändern? Und während ich so über mein vergangenes Jahr nachgedacht habe, traf es mich wie der Schlag. Mein Wort 2016 lautet Befreiung!

Befreiung von Energieräubern: Mein Fokus für 2016.

Befreiung von Energieräubern: Mein Fokus für 2016.

B wie Befreiung

Befreiung, die
[…] steht für Erlangung oder Verschaffung von Freiheit (Quelle: wikipedia.org/)
Wortart: Substantiv, feminin
Synonyme: Erlösung, Rettung, Heilung, Beurlaubung, Emanzipierung […]

Ihr werdet euch nun fragen, von was ich „ arme kleine Reisebloggerin“ mich befreien muss? Immerhin leben wir in einer kunterbunten Welt, in der uns alle Türen offen stehen. Wir können in 24 Stunden um die Welt reisen, Jobs im Paradies annehmen und aus der Hängematte arbeiten, Beziehungen übers Internet eingehen, unsere Lebensmittel mit einem Klick bestellen und wissen, was unsere Freunde so treiben, auch ohne jedwede soziale Interaktion mit ihnen.

Ich bin kein Schwarzmaler. Im Gegenteil, ich bin mir sehr wohl bewusst, dass ich privilegiert bin. Und ihr seid das auch! Niemand hindert uns daran, unsere Träume zu verwirklichen und unser Leben ganz nach meinen Vorstellungen zu gestalten. Wir sind unseres eigenen Glückes Schmied. Und doch schmieden wir uns selbst immer wieder imaginären Fesseln an die Hand- und Fußgelenke, die uns in unserem Weg zum glücklich sein hemmen. Ich nenne sie gerne meine „Energieräuber“.

Diese Energieräuber hindern uns daran, uns voll zu entfalten, uns selbst glücklich zu machen und das Leben als großes Gesamtkunstwerk zu sehen. Also Schluss damit und hinfort mit diesen Energieräubern!

Einfach mal loslassen und Energieräuber ausmisten: Mein Vorsatz für 2016.

Einfach mal loslassen und Energieräuber ausmisten: Mein Vorsatz für 2016.

Der seelische Frühjahrsputz: Raus mit den Energieräubern!

Energieräuber können in unterschiedlichen Formen auftreten. Sie können Mitmenschen wie Freunde, Familienmitglieder oder Chefs sein, aber auch Gegenstände, Aufgaben oder Probleme.

Die gute Nachricht: Viele Energieräuber lassen sich sehr leicht aus dem Alltag kicken, sofern man sie erkennt. Wo stecken eure Energieräuber?

Die schlechte Nachricht: Energieräuber in Form von Mitmenschen halten sich sehr hartnäckig. Sie sind die schwierigste Form der Energieräuberei.

Mitmenschen als Energieräuber

Kennt ihr sie nicht auch? Diese Menschen in eurem Leben, die euch mehr Kummer als Freude bereiten? Die ständig an euch herummeckern und euch klein machen? Die es lieben zu grummeln und nörgeln? Die bei euch auch Bauchweh verursachen, sobald sie sich auch nur melden? Ja allein das Aufblinken ihres Namens auf meinem Smartphone Display reicht, damit eure Stimmung deutlich mieser wird? Und trefft ihr euch dann mal mit dem vermeintlichen Energieräuber, fühlt ihr euch nach der Begegnung schlechter als vorher?

Energieräuber sind Menschen, die ihre Energie aus anderen schöpfen, als wären sie ein „All-you-can-eat-Buffet“. Sie belasten einen mit diffusen Schuldgefühlen und Vorwürfen, um sich selbst besser zu fühlen. Sie erzählen einen ohne Punkt und Komma von ihrem Leid, weil sie gerne nörgeln, quengeln und sich beklagen. Oder weil sie glauben, dass ihnen falsches Mitleid zu Ansehen und Sympathie verhilft. Und das nervt!

Doch wird man menschliche Energieräuber los? Trennt euch von Menschen, die euch mehr Energie kosten, als dass sie Energie spenden. Eine Freundschaft sollte immer einer 50-zu-50 Statistik aus Geben und Nehmen sein. Mich persönlich hat es lange Zeit gekostet, um zu verstehen, dass meine Energieräuber eben keine Freunde sind. Sie rauben mir Energie durch ewige Streits, endlose Diskussionen, Neid, Lügen und Intrigen. Um sich von einem Energieräuber abzuwenden bedarf es Mut, Kraft und Taktgefühl. Jeder muss da seine eigene Methode finden. Auf Gegenwind werdet ihr sicherlich trotzdem stoßen.

Stress als Energieräuber

Nach energieraubenden Mitmenschen ist Stress der zweitschlimmste Energieräuber. Wenn ihr nicht mal mehr Zeit findet, um eine gemütliche Tasse Kaffee zu trinken, das Buch zu lesen, dass schon ewig auf dem Nachtisch liegt oder mit der Mama zu telefonieren, dann läuft etwas schief. Stress kann durch unterschiedliche Dinge ausgelöst werden, beispielweise durch euren Job, übertriebenen Perfektionismus oder gar akuten Freizeitstress. Findet ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktivität und Nichtstun und schafft euch eure perfekte Work-Life-Balance.

Ungelöste Aufgaben als Energieräuber

Unerledigte Aufgaben, nicht eingehaltene Versprechungen oder unbezahlte Rechnungen kosten uns Energie, und zwar jeden Tag. Anstatt unangenehme Aufgaben also auf Morgen zu verschieben, müsst ihr sie direkt angehen. Kümmert euch endlich um das verdammt Heizungsproblem! Macht euren Arzttermin! Streicht oder delegiert Aufgaben, die euren Handlungsrahmen überspringen! Löst eure Versprechen ein! Bezahlt eure Rechnungen! Am besten gestaltet ihr euch am Anfang des Jahres eine große To-Do-Liste mit euren Microaufgaben. Mit jedem gestrichen Punkt auf der Liste werdet ihr spüren, wie euer Kopf frei für Neues wird und die Energie wieder strömt!

Gegenstände als Energieräuber

Auch Gegenstände in eurer Wohnung oder am Arbeitsplatz können euch Energien rauben. Sentimentale Schrott wie Fotos, Erinnerungsstücke oder das Kuscheltier vom Exfreund gehören verbannt, eingemottet oder am besten gleich weggeschmissen. Assoziative Anker auf deinem Arbeitsplatz lenken euch von euren Aufgaben ab, nehmen euch Zeit und letztlich Energie. Weg damit! Auch eine unordentliche Wohnung kann euch Energie rauben, denn ihr seht nur noch die Arbeit und findet keinen Raum für Entspannung. Räumt auf, organisiert euch neu und schmeißt auch mal weg!

Gesundheitsprobleme als Energieräuber

Fokussiert euch auf das Wichtigste: Euch selbst! Leider vergessen wir immer wieder, auf unseren Körper zu hören und Warnsignale zu deuten. Gesundheitsprobleme, Müdigkeit oder gar Burnout sind die Resultate. Räumt euch selbst oberste Priorität ein, indem ihr gesund esst, Sport treibt, ausreichend schlaft, nicht mehr raucht und euch hin und Auszeiten gönnt. Glaubt mir, ich bin eine Meisterin darin, 48 Stunden Aktivitäten in einen 24 Stunden Tag zu passen. Aber auch ich muss lernen, mir meinen eignen Wind aus den Segeln zu nehmen und die Sprache meines Körpers zu verstehen.

Der Weg zum Glück: Glücklich mit sich selbst sein!

Der Weg zum Glück: Glücklich mit sich selbst sein!

Meine Befreiung von Energieräubern

Energieräuber, ganz gleich in welcher Form, legen imaginäre Fesseln an unsere Handgelenke, bilden eine dunkle Regenwolke über unseren Kopf – nennt es wie ihr wollt. Fakt ist, Energieräuberhalten uns davon ab, die Schönheit unserer Welt und das Gesamtkunstwerk Leben zu schätzen. Wir verlieren uns in unnötigen Selbstzweifeln, Schwarzmalerei und Grübelei. Warum also befreien wir uns nicht von genau diesen Energieräubern und fokussieren uns auf dich richtigen und wichtigen Menschen und Dinge im Leben?

Im letzten Jahr habe ich kontinuierlich damit begonnen, mich von meinen Energieräubern zu befreien, ganz gleich ob vermeintliche Freunde, Luxusproblemen, ungelöste Aufgaben oder unerreichbaren Schönheitsidealen. Es war nicht immer leicht. Aber es war nötig, damit mir nicht die Puste ausgeht.

Heute kann ich sagen: Die kontinuierliche Befreiung von Energieräubern hat sich gelohnt! Ich bin so glücklich und unbekümmert wie lange nicht mehr, erfreue mich an kleinen Dingen im Leben, habe mehr Zeit für die wahren Freunde und gönne mir Auszeiten. Aber ich bin noch lange nicht fertig mit meiner Aufräumaktion. Daher werde ich mich auch 2016 auf mein Wort fokussieren: Befreiung!

© Bilder: Doreen Schollmeier / Sebastian Semmler

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

Das könnte Dich auch interessieren...

6 Antworten

  1. Tanja sagt:

    Hallo Isolde MaReisen,

    vielen lieben Dank für das Mitmachen bei meiner Blogparade. Ich bin begeistert was da für ein toller Beitrag entstanden ist. So manchen Energieräuber kenne ich zu gut. Vor allem die ungelösten Aufgaben machen mir ständig Stress, sich davon zu befreien ist wirklich wahnsinnig hilfreich und meist lang nicht so schmerzhaft wie man es sich immer ausmalt. Ich muss mir gleich mal eine Liste machen, wann ich welches To Do angehe und es dann wirklich machen (z.B. ein neues Haushaltsbuch für 2016 aufsetzen oder endlich mal die Haftpflichtversicherungen von mir und meinem Partner zusammenlegen …).

    Das mit den Energieräubern kenne ich von früher. Heute habe ich keinen solchen mehr, bzw. meist schaffen sie es mir nicht so nah zu kommen, dass ich mich distanzieren müsste.

    Ich lese allerdings gerade ein Buch „Sturm der Stille“, da geht es um Menschen, die wortlos den Kontakt abbrechen, das finde ich schlimm. Ungesagtes befreit wohl am wenigsten auf beiden Seiten. Aber es klingt nicht so, als ob das dein Weg wäre 🙂

    Danke noch mal und viele liebe Grüße
    Tanja

    • Hallo Tanja,

      danke für dein Feedback. Wer hat sie nicht, diese Aufgaben, die seit Ewigkeiten liegen und immer wieder vertagt werden. Schluss damit! Danach geht es einem wirklich besser. Wer sich selbst schlecht erziehen kann, dem empfehle ich die Nutzung von To-Do Apps.

      Was die Menschen als Energieräuber angeht ist es natürlich schwerer und ein langer Prozess. Bis man erst einmal realisiert hat, dass ein Mensch einem mehr Kraft raubt als Freude bringt, dauert es. Und für sich selbst zu akzeptieren, dass diese Person „aufgeräumt“ gehört ist schwer. Vor allem ist es schwer kommunizierbar. Ich geb mein Bestes 🙂

      Viele Grüße und ich hoffe auf weitere inspirierende Blogparaden von dir 🙂
      Isolde MaReisen

  2. ClaoWue sagt:

    Ein toller Beitrag. Echt bewundernswert, wenn Du das durchziehst, denn es ist nicht einfach. Vor allem, wenn es um Menschen geht, denn mit denen hat man meist ja nicht nur schwierige energiefressende Zeiten, sondern auch positives. Daher nochmal: Hut ab – und ein befreiendes Jahr 2016.

  3. Jana sagt:

    Hallo Isolde,

    Befreiung von Energieräubern – eine fantastisch Aufgabe. Wie oft bemerken wir die fehlende Energie erst im Nachhinein und sind dann verärgert. Mir geht es so, vor allem mit Menschen oder Dingen, wo ich im Vorfeld schon weiß, dass es mir nicht gut tut.

    Mein Wort des Jahres ist Leichtigkeit 🙂

    Mit sonnigen Grüßen
    Jana

  4. Sassi sagt:

    Schöner Artikel.
    Wenn es denn nur immer so einfach wäre 😉
    Aber Tschakka und so. Weg mit den Energieräubern (süßes Wort) und her mit den schönen Seiten des Lebens.

  5. Klaus sagt:

    Sehr interessant zu lesen. Vielen Dank!