Salar de Uyuni Highlights: Unterwegs in der größten Salzwüste der Welt

Wenn mich Leser oder Freunde nach dem schönsten Ort fragen, an den ich bisher gereist bin, kommt mir seit meiner letzten Südamerika Reise nur ein Gedanke: Salar de Uyuni!

Tatsächlich waren meine Erwartungen an die weltgrößte Salzwüste nicht übermäßig hoch. Salzwüsten habe ich zuvor schon in Indien und Pakistan gesehen. Salar de Uyuni selbst war mir vorrangig aufgrund der lustigen Perspektiven-Fotos, die Reisende weltweit dort machen, ein Begriff. Doch in der Tat hat Salar de Uyuni so viel mehr zu bieten, als den endlos weißen Salzteppich. Farbenfrohe Lagunen, pinke Flamingos, aktive Vulkane, brodelnde Geysire, heiße Thermalquellen und außergewöhnliche Felsformationen machen Salar de Uyuni und den angrenzenden Nationalpark „Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa“ zu einem Top Ziel in Südamerika.

Salar de Uyuni Highlights

Wer Salar de Uyuni als Tagesausflug abtut, ein paar lustige Fotos in der Salzwüste schießt und wieder abreist, der wird sich später ärgern. Die einzelnen Highlights im „Reserva Nacional de Fauna Andína Eduardo Avaroa“ lassen sich bequem mit Salar der Uyuni im Rahmen einer drei- bis viertägigen Jeeptour kombinieren. Doch was kannst du dabei alles entdecken? Ich verrate dir meine 12 Salar de Uyuni Highlights!

Die Salzwüste Salar de Uyuni

Mit dem Jeep durch Salar de Uyuni.

Mit dem Jeep durch Salar de Uyuni.

Die Salzwüste an sich ist bereits ein absolutes Highlight. Die Salzkruste ist so dick, dass sie in der Trockenzeit sogar von Schwertransportern befahren werden kann. Egal in welche Himmelsrichtung man auch schaut, die Salzwüste scheint schier kein Ende zu nehmen. Aufgrund der endlosen Weite des Salz Teppichs verliert man jedwedes Gefühl für Größe, Zeit und Dimension. Und genau deshalb eignet sich die Salzwüste auch so gut für die lustigen Perspektiven-Fotos, die ein jeder Reisender hier macht.

Salar de Uyuni: Nicht ohne Perspektiven Fotos!

Salar de Uyuni: Nicht ohne Perspektiven Fotos!

Auch bei den kleinen Häufchen am Wegesrand rund um das Dorf Colchani (3.653 m) handelt es sich übrigens um Salz. Die Salzhaufen demonstrieren den Salzabbau in der Region. Das Salz wird mit Schaufeln vor den Abtransport angehäuft, damit es einige Tage in der Sonne trocknen kann. Selbst die Hotels von Salar de Uyuni bestehen häufig komplett aus Salz, von den Außenwänden über die Esstische bis hin zum Bett.


Cemeterio de Trenes

Zugfriedhof bei Uyuni: Ein großer Abenteuerspielplatz mitten im Nirgendwo.

Zugfriedhof bei Uyuni: Ein großer Abenteuerspielplatz mitten im Nirgendwo.

Nur 10 Minuten Autofahrt von der Wüstenstadt Uyuni entfernt, befindet sich der Cemeterio de Trenes (3.669 m). Einst war Uyuni ein wichtiger Knotenpunkt für den Gütertransport zwischen Chile und Bolivien. Die ausgedienten Züge wurden bei Uyuni abgestellt und rosten so vor sich hin. Schon etwas mystisch und bizarr, dieser Zug Friedhof inmitten der kargen Landschaft. Die ausgemusterten Wagons  dienen Touristen und Abenteurern aus aller Welt heute als überdimensionaler Spielplatz und Fotomotiv. Es darf wild geklettert, gesprungen und geschaukelt werden!


Isla Incawasi

Isla Incawasi: Die Kakteeninsel in der Salzwüste.

Isla Incawasi: Die Kakteeninsel in der Salzwüste.

Die Kakteeninseln „Isla Incawasi“ (3.653 m) inmitten der Salzwüste ist sicherlich eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Salar der Uyuni. Besonders markant sind die bis zu 12 m hohen Kakteen, die sich auf der inselartigen Erhöhung befinden. Ein schmaler Pfad führt in ca. 60 Minuten durch das Labyrinth aus Kakteen von einem Aussichtspunkt zum nächsten und sorgt für fantastische Ausblicke über die Salzwüste. Aber Vorsicht, auf der Isla Incawasi kann es schon mal richtig windig werden.
Extrakosten: 30,- Bolivianos


Vulcano Ollague

Auf dem Weg nach Chile: Entlang der Bahngleise und vorbei am Ollague Vulkan.

Auf dem Weg nach Chile: Entlang der Bahngleise und vorbei am Ollague Vulkan.

Blick auf dem Ollague Vulkan von der Steinwüste.

Blick auf dem Ollague Vulkan von der Steinwüste.

Der Ollague (5.870 m)  ist ein aktiver Vulkan in der Atacama Wüste und bildet die Grenze zwischen Bolivien und Chile. Der knapp 6.000 m hohe Gigant ist ein wundervolles Fotomotiv, ganz gleich ob von den stillgelegten Bahngleisen oder von der Steinwüste auf dem Weg zur Laguna Cañapa aus betrachtet. Hin und wieder kann man am Gipfel kleine Rauchwolken sehen. Der Ollague ist einer der aktivsten Vulkane Boliviens.


Laguna Cañapa und Laguna Hedionada

Laguna Cañapa: Eisig kalt und wunderschön!

Laguna Cañapa: Eisig kalt und wunderschön!

Auf dem Weg von der Salzwüste Salar de Uyuni zur Laguna Colorada führt der Weg an unzähligen Lagunen vorbei, unter anderem an der Luguna Cañapa. In der Süßwasserlagune triffst man mit hoher Wahrscheinlichkeit auf verschiedene Arten von Flamingos, die mehr oder weniger elegant durch das Knietiefe Wasser waten. In den Wintermonaten friert die Lagune auch mal komplett zu.

Auf mehrtägigen Jeeptouren wird häufig auch die Laguna Hedionada angefahren, da es hier ein kleinen Steinhaus mit Sanitäranlagen gibt, die sich für eine Mittagspause eignet. Bei dem unangenehmen Geruch der Lagune kann einem aber auch leicht der Appetit vergehen.


Laguna Colorada

Laguna Colorada: Ein Traum in Pink!

Laguna Colorada: Ein Traum in Pink!

Das absolute Highlight im „Reserva Nacional de Fauna Andína Eduardo Avaroa“ ist zweifelsohne die Laguna Colorada (4.278 m). Der See trägt seinen Namen aufgrund seiner kräftig roten Farbe. Die Färbung wird übrigens durch eine spezielle Algenart und Beta-Carotin erzeugt. In den Sommermonaten wird die Laguna Colorada von drei verschiedene Flamingo Arten beheimatet.  Die pinken Vögel vor der roten Lagune und im fantastischen Bergpanorama machen die Laguna Colorada zu einem wunderschönen Fotomotiv.
Extrakosten: 150,- Bolivianos


Laguna Verde und Laguna Blanca

Laguna Verde: Türkisblaues Wasser am Fuße des Vulkans.

Laguna Verde: Türkisblaues Wasser am Fuße des Vulkans.

Die Laguna Verde (4.300 m) verdankt ihren Namen, wie man schon erahnen kann, der türkisgrünen Farbe des Wassers. Die Färbung entsteht durch die im Wasser enthaltenen Mineralien wie Magnesium, Blei und Arsen. Die Laguna Verde befindet sich am Fuße des 5.920 m hohen Volcán Licancabur. Der Vulkan bildet die Grenze zwischen Bolivien und dem angrenzenden Chile. Angeblich gibt es auf dem Gipfel der Vulkans ebenfalls eine Lagune. Eine Besteigung des Vulkans kann man in der chilenischen Wüstenstadt San Pedro de Atacama organisieren. Direkt neben der Laguna Verde befindet sich auch die Laguna Blanca. Das Wasser der Laguna Blanca erstrahlt in milchigem Weiß. Die Färbung entsteht durch den hohen Bor-Gehalt im Wasser.


Sol de Mañana Geysire

Vorsicht heiß! Geysire in Bolivien - eine willkommene Aufwärmung!

Vorsicht heiß! Geysire in Bolivien – eine willkommene Aufwärmung!

Unweit der Laguna Colorada liegt ein zwei Quadartmeter großes Geothermalgebiet namens Sol de Mañana (4.850 m), in der es nur so brodelt, köchelt, dampft und zischt. Überall steigen schwefelhaltige Dämpfe aus dem Boden und legen einen unangenehmen, fauligen Geruch in die Luft. Besonders bei Sonnenaufgang geben die dampfenden Geysire ein wundervolles Bild ab. Aber Vorsichtig: Dampf und Schlamm sind heiß!


Termas de Polque

Einmal aufwärmen bitte! Wellness in der Salzwüste.

Einmal aufwärmen bitte! Wellness in der Salzwüste.

Die heißen Quellen „Termas de Polque“ (4.400 m) sind der perfekte Ort, um sich nach mehreren kalten Nächten aufzuwärmen. Wellness in der Salzwüste, das geht! Zwar war es für mich erst eine ziemliche Überwindung, die Hüllen bei Minusgraden fallen zu lassen und nur im Bikini bekleidet durch den frischen Wind zu laufen. Doch das 30 Grad Celsius warme Wasser der Thermalquellen auf über 4.000 Metern Höhe sind eine wahre Wohltat im fantastischen Bergpanorama. Einfach herrlich!


Desierto Salvador Dalí

Desierto Salvador Dalí: Sieht doch aus wie gemalt!

Desierto Salvador Dalí: Sieht doch aus wie gemalt!

Besonders beeindruckend ist die „Salvador Dalí Wüste“ (4.600 m) mit ihren malerischen Steinformationen. Die bunte Färbung des Gesteins entsteht durch oxidierende Mineralien. Ihren Namen erhielt die Steinwüste übrigens, weil sie an die Bilder des berühmten Malers Salvador Dalí erinnert. Um dies zuerkennen, bedarf es jedoch allerhand Fantasie.


Arbol de Piedra

Arbol de Piedra: Der steinernde Baum in Bolivien.

Arbol de Piedra: Der steinernde Baum in Bolivien.

Sandstürme, Wind und Regen haben den „Arbol de Piedra“ (4.412 m) über Jahrhunderte geschliffen und verformt. Die jetzige Form des ca. 7 m großen Steines erinnert an einen Baum, daher auch der Name. Der steinerne Baum befindet sich in der Silioli-Wüste. Direkt an den Arbol de Piedra grenzt eine spannende Steinformation. Die großen, griffigen und markant geformten Felsen laden zu kleinen Kletterpartien ein.


Valle de Rocas

Tal der Steine in Bolivien: Mit etwas Fantasie erkennt man Gesichter!

Tal der Steine in Bolivien: Mit etwas Fantasie erkennt man Gesichter!

Wer ausreichend Sitzefleisch hat, kann auf der langen und zähen Rückfahrt nach Uyuni einen Zwischenstopp im Valle de Rocas (3.600 m) einlegen. Das Vulkangestein wurde durch Wind und Wetter bizarr geformt und mit etwas Fantasie lässt sich in den Felsen ein Löwe oder der Kopf von Homer Simpson erkennen.


Reisetipps für Salar de Uyuni

Planst du einen Trip in die größte Salzwüste der Welt und den angrenzenden Nationalpark „Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa“? Hier findest du einen umfangreichen Bericht für die Vorbereitung deiner Jeeptour zum Salar de Uyuni auf meinem fernsuchtblog.de inklusive Tipps zu Buchung, Anreise und Kosten.

Für die Organisation deiner Rundreise durch Bolivien als Backpacker empfehle ich dir den Lonely Planet Bolivia und den Stefan Loose Reiseführer für Peru und Westbolivien.

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Bilder: © Doreen Schollmeier / Sebastian Semmler

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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6 Antworten

  1. Maria sagt:

    Liebe Isolde,

    was für wahnsinnig schöne Bilder & eine tolle Zusammenfassung.
    Ich komme gerade aus Mittelamerika zurück und fürchte, ich muss Südamerika bald noch dran hängen 😉 Meistens kennt man doch nur die Perspektiven Fotos und denkt gar nicht, wie vielseitig die Salzwüste ist!

    Toller Beitrag!
    Liebe Grüße
    Maria von Fernwehzauber

    • Hallo Maria,

      vielen Dank für deinen netten Kommentar. Ich bin selbst immer wieder verzaubert, wenn ich von Bolivien schreibe oder mit dir Fotos ansehe. Das war einfach wundervoll! Also schnell Flug buchen und wieder los!

      Viele Grüße
      Isolde MaReisen

  2. Paul sagt:

    Sehr schön!

    Der Salar de Uyuni war auch mein Lieblingsort in Bolivien =). Auch die Bilder von den Sol de Mañana Geysiren sind Klasse. Die Kakteeninsel muss ich auch unbedingt sehen, wenn ich das nächste Mal nach Bolivien komme =)

    Hast du eigentlich auch die El Tatio Geysire gesehen? Die sind gar nicht so weit von dort entfernt =).

  3. Marley sagt:

    Super toller Bericht!:) das Lesen hat richtig Freude bereitet!
    Wie bist du nach Uyuni gekommen? Bzw qas hast du für Erfahrungen mit Nachtfahrten? Hab schon so einige Horrorgeschichten über die Busse gehört und bin am Überlegen deswegen die Uyuni Wüste auszulassen….qas aber wirklich schade wäre. LIEBE GRÜßE

    • Hallo Marley,

      es freut mich, dass mein Bericht dir gefallen hat. Bitte bitte lass Salar de Uyuni auf gar keinen Fall aus, das ist ein absolutes Highlight und du würdest dich ewig ärgern.

      Ich bin mit dem Nachtbus von LaPaz nach Uyuni gereist. Klar war es nicht besonders gemütlich, die Piste wird gerade zum Ende der Strecke ordentliche wackelig, aber es ist jetzt auch ein Weltuntergang. Ich habe ein bisschen Schlaf gefunden, ansonsten gelesen oder Film geschaut. Es gibt in den meisten Nachtbussen auch ein Abendessen und Frühstück.

      Alternativ kannst du glaube ich auch nach Uyuni fliegen, aber ich weiß nicht was das kostet.

      Viele Grüße
      Isolde MaReisen

  1. 22. August 2016

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