Geld auf Reisen sicher aufbewahren

Geld auf Reisen - Sicherheitstipps für Backpacker
Geld auf Reisen - Sicherheitstipps für Backpacker

Ohne Geld tausende Kilometer weit von der Heimat entfernt – das ist die Angst vieler Backpacker. Und zum Teil sind diese Bedenken nicht unbegründet, denn so mancher Backpacker ist durch Unachtsamkeit schon mal im Ausland bestohlen worden.

Wie soll ich ohne Geld weiterreisen?
Lässt mich das Bodenpersonal ohne Ticket überhaupt in den Flieger?
Komme ich ohne meinen Reisepass überhaupt wieder nach Hause?

Im Urlaub beraubt zu werden zieht einen langen Rattenschwanz an Problemen mit sich. Und genau deshalb sollte man sich schon vor der Reise überlegen, wie man mit der Geld- und Wertsachen-Thematik im Urlaub umgeht.

Ohne Moos ist auch im Urlaub nix los!

Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass es ein ziemlich bescheidenes Gefühl ist, im Ausland auf einmal ohne Geld, Kreditkarte und Reisepass darzustellen. Eine Sekunde unaufmerksam, und schon war der indische Rikscha-Fahrer mit all meinen Wertsachen und Klamotten auf und davon. Nachdem ich in Indien selbst einmal Opfer eines Diebstahls wurde, habe ich mich mit dem Thema Geld- und Wertsachenaufbewahrung beim Backpacking mal etwas genau auseinandergesetzt. Hier ein paar Sicherheitstipps und clevere Reisegadgets, damit eure Traumreise nicht zum Horrotrip wird.

Geld auf Reisen sichern – 6 Tipps

Tipp #1: Finger weg von zu viel Bargeld!

Natürlich benötigt ihr beim Reisen Bargeld, doch Bargeld ist zeitgleich auch ein Risikofaktor. Wer wild mit einem Geldbündel herumwedelt, erregt natürlich Aufmerksamkeit. Deshalb ist es ratsam, nur so viel Bargeld wie nötig bei sich zu tragen und möglichst viele Transaktionen mit Kreditkarten abzuwickeln, beispielsweise die Bezahlung der Unterkunft oder der Flugtickets. Die heutige Infrastruktur ermöglicht es Reisenden mittlerweile nahezu weltweit an ATMs Geld abzuheben, auch in vielen Schwellenländern. Informiert euch vorab, wie es in eurem Zielland um Bankautomaten bestellt ist. Sowohl Visa als auch Mastercard bieten einen webbasierten ATM Locator an. Braucht ihr wirklich so viel Bargeld, oder könnt bei Bedarf auch vor Ort kleinere Summen abheben?

Tipp #2: Kreditkarten – man kann nie genug haben!

Tipp #1 impliziert natürlich, dass ihr beim Reisen eine Kreditkarte mit euch führt. Es empfiehlt sich sogar, mehrere Karten parat zu haben. Wird euch eine Kreditkarte gestohlen, so müsst ihr das Konto sperren. Damit ihr im Notfall nicht ohne Geld dasteht, solltet ihr ein zweites Notfallkonto anlegen, auf das ihr zurückgreifen könnt.

Tipp #3: Stückelt eurer Geld!

Nein, ihr sollt es nicht zerreißen oder durch den Schredder ziehen. Teilt eurer Geld und die Kreditkarten auf eurer Gepäck auf! Etwas Bargeld und eine Kreditkarte könnt ihr in Brusttaschen, Geldbeuteln oder ähnlichem bei euch tragen, den Rest deponiert ihr in einem schwer zugänglichen Fach eures Rucksacks. Reist ihr zu Zweit oder in der Gruppe, so könnt ihr das Geld zusätzlich untereinander aufteilen. Hosentaschen, Jackentaschen oder leicht zugängliche Außentaschen an eurem Gepäck eignen sich hingegen weniger, um Geld darin zu verstauen.

Tipp #4: Alles bleibt im Hotel? Nicht so clever!

Die Annahme, nicht bestohlen zu werden, indem man seine Wertsachen in der Unterkunft zurücklässt, ist natürlich gewagt. Immerhin liegen eurer Geld und eure Wertsachen dort unbeaufsichtigt rum und ihr gebt potentiellen Dieben reichlich Zeit, in Ruhe danach zu suchen. Zu viele Hotelangestellte haben Zugang zu eurem Zimmer. Aber auch andere Backpacker haben manchmal klebrige Finger, vor allem wenn ihr euch gemeinsam ein Dorm teilt. Der Sicherheit eines Safes ist auch nicht immer gegeben, zu leicht lassen sich diese knacken. Daher empfehle ich euch, alle wichtigen Wertsachen immer bei euch zu tragen, denn nur so habt ihr durchgängig Einfluss darauf.

Tipp #5: Nutzt Vorhängeschlösser!

Rucksäcke und Taschen zusätzlich mit einem kleinen Vorhängeschloss sichern – das klingt vielleicht etwas paranoid und auch umständlich, doch in gewissen Situationen ist es sinnvoll. Beispielweise wenn ihr Arm an Arm dicht gedrängt in einem Zugabteil steht oder in unübersichtlichen Menschenmassen unterwegs sein. Hier kann man schnell den Überblick verlieren und Langfinger haben leichtes Spiel. Ein Vorhängeschloss am Reißverschluss ist hingegen eine Hürde, die erst einmal geknackt werden muss.

Tipp #6: Geheimverstecke und clevere Reise-Gadgets!

Das Problem mit dem Geld auf Reisen ist nicht unbekannt, und mittlerweile existieren zahlreiche mehr oder weniger sinnvolle Produktlösungen am Markt, die Reisende dabei unterstützen sollen, ihr Geld sicher aufzubewahren.

Der Klassiker ist natürlich der Geldgürtel. Diesen gibt es mittlerweile zu erschwinglichen Preisen in unterschiedlichen Ausführungen. Manche bieten lediglich Platz für Papiergeld, sehen dafür sehr unauffällig aus und können wie ein normaler Gürtel getragen werden, wie beispielsweise der Geldgürtel von Eagle Creek. Andere Produkte werden um die Hüfte unter der Hose getragen, quasi wie eine Bauchtasche, und bieten zusätzlich Platz für Münzen, Kreditkarten oder Wertpapiere, wie beispielsweise der Gürtelsafe von Samsonite.

Zudem gibt es ein paar witzige Geldversteck Produkte. Hier ein paar Beispiele:

Der Dosentresor, bei dem man den Kopf abschrauben und das Geld in der originalgetreuen Getränkedose verstauen kann. Eignet sich für Münzen und Geldscheine.

Die Feuerzeug Attrappe mit Geheimfach ist sehr unauffällig und klein, eignet sich jedoch nur für Geldscheine.

Der Buchsafe, der aussieht wie echtes Buch mit Papierseiten, im inneren jedoch eine integrierte Geldkassette hat für Geld und Wertsachen.

Wer kein Geld für zusätzliche Reise-Gadgets ausgeben will, der kann auch mit der vorhandenen Ausrüstung tricksen. So könnt ihr eine Kreditkarte und Papiergeld unauffällig zwischen die Pflaster in eurem Erste Hilfe Set stecken oder eine leere und ausgewaschene Sonnencremeflasche als Geheimversteck nutzen.

Was tun bei Diebstahl im Ausland?

Sollte es trotz aller Vorsicht und ausgeklügelter Geldverstecke dazu kommen, dass ihr bestohlen wurdet, dann müsst ihr folgende Dinge tun:

  • Erstattet Anzeige bei der örtlichen Polizei (notwendig als schriftlicher Nachweis für eure Versicherung) und informiert ggf. die Hotelleitung, wenn der Diebstahl in eurer Unterkunft stattfand
  • Informiert eure Versicherung (eine Reisegepäckversicherung kommt bei Diebstahl im Ausland auf, in selteneren Fällen auch eine Hausratversicherung, war aber bei mir nicht der Fall)
  • Sperrt eure Kreditkarte (dazu solltet ihr die Notfallnummern eurer Bank immer parat haben, bspw. als Kontakt in eurem Smartphone oder als Vorlage in eurem Mail-Account)
  • Kontaktierte Verwandte und Bekannte und bitten um einen Notgroschen (Western Union und andere Banken bieten derartige Money Transfers in viele Länder weltweit)
  • Geht zu deutschen Botschaft (wenn eure Papiere weg sind, können sie euch ein vorläufiges Ersatzdokument ausstellen, damit ihr auch wieder heim kommt)

Tipp: Macht immer eine Sicherheitskope von euren wichtigen Dokumenten (Reisepass, Krankenversicherung, Auslandsversicherung) und euren Flugtickets, auf die ihr stets zugreifen könnt. Wer wie ich meist ohne Handy unterwegs ist und auf große Zettelwirtschaft verzichten möchte, der kann sich die Kopien als PDF in seinen E-Mail Account legen oder einen Online Speicher wie Google Drive nutzen. Wenn ihr ein Ebook habt, dann speichert euch dort doch einfach die PDF-Kopien von Flugtickets und Reisepass dort ab. Ganz gleich, welche Lösung sinnvoll für euch erscheint, ihr solltet immer eine Sicherheitskopie eurer wichtigen Dokumente als Backup haben.

Ob Europa oder Asien, Langfinger gibt es überall auf der Welt. Mit einer guten Portion Aufmerksamkeit, Verstand und ein paar (mehr oder weniger) hilfreichen Reise-Gadgets könnt ihr die Gefahr bestohlen zu werden eindämmen. Und wenn es doch mal dazu kommt, dann lautet die Devise zunächst: Ruhig bleiben, die notwendigen Schritte einleiten und den Urlaub trotzdem genießen, denn es gibt immer eine Lösung!

Wie geht ihr mit euren Wertsachen im Urlaub um? Nutzt ihr irgendwelche Reise-Gadgets? Teilt eure Erfahrungen mit uns!

Bilder: © Doreen Schollmeier

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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2 Antworten

  1. Laonia sagt:

    Sehr schöner Beitrag zu diesem Thema.
    Ich nutze im Urlaub überwiegend zwei Kreditkarten (eine davon als Prepaid Kreditkarte) und fühle mich so eigentlich im recht sicher… 😉

    Ich habe hierzu mal einen sehr guten Beitrag gelesen. Hier ist der Link zum Beitrag: „ Prepaid-Kreditkarte als zweites Zahlungsmittel im Urlaub“

    LG
    Laonia

  2. Ani sagt:

    Hey! Toller Beitrag, habe mich in vielen Punkten bestätigt gefühlt – sooo schlecht ausgestattet bin ich scheinbar nicht 🙂

    Ich z.B. benutze eine Gürteltasche von der „Wolfstatzen“-Marke und trage sie über oder unter der Jacke (je nach Menschendichte) geschultert. Das Hauptfach liegt dann auf der Brust und eine Hand hält bei Menschenmengen zusätzlich den Gurt fest.

    Grundsätzlich ist es immer ärgerlich, wenn man bestohlen wird, aber mit ein bisschen gesundem Menschenverstand kann man viel dazu tun, dass es nicht passiert 🙂

    LG
    Ani

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