Backwaters in Kerala

Backwaters am Morgen
Backwaters in der Morgendämmerung

Mit dem Hausboot über die Backwaters in Kerala! Um etwa Ruhe und Kraft in Indien zu tanken eignet sich meiner Meinung nach eine mehrtägige Hausbootfahrt über die Backwaters rund um Alappuzha. Gerne bezeichne ich die Backwaters als den „indischen Spreewald“, da er mich an exotisches Abbild meiner brandenburgischen Heimat erinnert hat. Die Backwaters sind ein Labyrinth aus mehr als 1500 km natürlichen und künstlich erzeugten Kanälen, Flüssen und 5 großen Seen, die sich quer durch den Bundesstaat Kerala ziehen. Hier treffen Frischwasser aus den Seen und Salzwasser auf dem Meer aufeinander. Mit dem Hausboot lässt sich das Hinterland Keralas am besten erkunden.

Am Hafen von Alappuzha kann man sich Hausboote in verschiedenen Größen und mit unterschiedlicher Ausstattung buchen, selbstverständlich inklusive Bootsführer da es offiziell nicht erlaubt ist das Boot selbst zu fahren. Zudem erhält man häufig auch einen Koch mit ans Boot, der die Passagiere mit leckeren Essen und Getränken verwöhnt. Wir hatten unseren Hausboottrip vorab über eine indische Reiseagentur im Internet gebucht. Zu zweit hatten wir ein kleines aber sehr schönes Hausboot für uns allein mit einem kleinen Badezimmer, einem Schlafzimmer, einer Kochnische, einer Sitzecke und einer wunderschönen Dachterrasse im Stil der Kettuvallams. Früher dienten die Kettuvallams dem Transport von Reis und Gewürzen.

Von Alappuzha aus schipperte uns unser Bootsfahrer, der leider kein einziges Wort Englisch sprach, quer durch die Backwaters. Die Szenerie ist wirklich wunderschön, man fährt im Schritttempo vorbei an Reisplantagen, Bananenbäumen, meterhohen Bambussträuchern und Palmen sowie durch kleine Dörfer. Wir saßen den ganzen Tag auf unserer Terrasse und konnten uns an der Umgebung nicht satt sehen. Wir erhielten Einblick in den Alltag der Menschen, die hier in den Backwaters von Kerala leben. Frauen stehen bis zum Bauch im Wasser und klatschen ihre Wäsche auf die Steine am Ufer. Die Männer arbeiten auf den Feldern, angeln und kauen Tabak oder transportieren ihre Ernte mit dem Boot.  Leider sind die Backwaters aufgrund der zunehmenden Anzahl an Motorbooten schon reichlich verschmutzt und ich würde es nicht empfehlen in den Wasser zu baden. Wir hielten hier und da in einem Dorf, besuchten eine Schule und wurden stets freundlich von den hiesigen Fischern und Bootsführern begrüßt. Am Abend wurde am Flussufer angelegt und wir konnten den Sonnenuntergang beobachten. Bis in die Nacht spielten wir mit unserem Bootsführer und dem Koch Rommé, auch ohne miteinander kommunizieren zu können. Am zweiten Tag erlaubt uns unser Bootsführer sogar selbst einmal das Ruder in die Hand zu nehmen, natürlich aber nur an den breiteren Stellen.

Tipps:

  • Vorsicht Moskitos! Nicht vergessen sollte man ein gutes Moskito-Spray sowie ein Moskitonetz, da die garstigen Insekten hier natürlich zu Höchstform auflaufen.
  • Mehrtagestour buchen! Unbedingt eine mehrtägige Tour buchen, denn Boote mit den Tagestouristen bewegen sich lediglich auf den breiten Hauptadern und geben kaum Einblick ins Hinterland.
  • Der Koch lohnt sich! Zunächst wirkt es sicherlich etwas befremdlich einen Koch zu engagieren (meist sind diese sowieso inbegriffen), aber unser Koch bereitete uns stets volle Lebensfreude und mit einem großen Lächeln im Gesicht die leckersten südindischen Fischspezialitäten auf meiner gesamten Südindien-Tour.

 

Weitere Informationen zu Kerala, Transport- und Übernachtungsmöglichkeiten findet ihr in dem Stefan Loose Reiseführer für Südindien.

Bilder: © Doreen Schollmeier

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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