Geheimtipp Myanmar: Monywa – Die Stadt der Buddhas

Wenn mich jemand fragt, welcher Ort in Myanmar mich am meisten überrascht und umgehauen hat, dann würde meine Antwort sicherlich Monywa lauten. Monywa ist ein Ort, der nicht auf der klassischen Myanmar Reiseroute liegt und deshalb noch verhältnismäßig wenig von Backpackern in Myanmar frequentiert wird. Doch hier befindet sich die meiner Meinung nach schönste und beeindruckendste Tempelanlage Myanmars, die Thanboddhay Pagode, sowie der größte stehende Buddha des ganzen Landes. Ein guter Grund, um mich Monywa in einem Beitrag zu widmen.

Abseits der Touristenpfade: Monywa

Rund 136 km entfernt liegt das 100.000 Einwohner große Monywa. Unsere Reise nach Monywa gestaltete sich von Anfang an sehr spannend. Die Angestellten in unserem Hostel in Mandalay hatten uns versichert, dass der Bus nach Monywa rund um die Uhr am nahegelegenen Busbahnhof abfährt. „Nur ein paar Blocks von hier“ hieß es, „Es ist ganz leicht zu finden“. Doch die Suche nach dem richtigen Bus gestaltete sich schwieriger als gedacht, denn wir irrten lange durch die Straßen und erhielten auf unsere Frage nach „Bus Monywa“ von den Einheimischen meist nur Schulterzucken und ein hilfloses Lächeln. Mit mehr Glück als Verstand fanden wir endlich einen turbulenten Platz inmitten eines Wohngebietes, an dem tatsächlich einige Busse und Minivans standen.

Busbahnhof in Myanmar: Wer suchet, der findet!

Busbahnhof in Myanmar: Wer suchet, der findet!

Es dauerte nicht lang, da hatten wir den ersten Busfahrer gefunden, der überschwänglich nickte, dass er in wenigen Minuten nach Monywa fahre. Doch „wenige Minuten“ sind offenbar ein sehr dehnbarer Begriff. Wir mussten uns in Geduld üben, denn wie sich herausstellte sollte unser Bus sollte losfahren, wenn auch der hinterletzte Winkel des Fahrzeuges besetzt war. Dass das 1,5 Stunden Warterei bedeuten sollte, konnte ja keiner ahnen. Die Fahrt von Mandalay nach Monywa dauert ca. 2,5 Stunden und führte uns vorbei an riesigen Reisplantagen, Baumwollfeldern und üppigen Palmen und Bananenstauden.

Unterwegs nach Monywa: Durch Bananen- und Reisplantagen.

Unterwegs nach Monywa: Durch Bananen- und Reisplantagen.

In Monywa bewegt man sich am besten mit einem Tuk Tuk fort. Auch am Busbahnhof von Monywa war Geduld der Schlüssel zum Erfolg. Nur wenige Touristen erkunden die Gegend bisher auf eigene Faust, und dementsprechend überdimensional waren auch die Preise, die uns für die Halbtagesfahrt mit dem Tuk Tuk angeboten wurden. Mit etwas Charme und Gaukellei kamen wir mit dem Tuk Tuk Fahrer auf einen Nenner und starteten unsere Erkundungstour. Noch heute fühle ich die starken Vibrationen der reichlich klapprigen Motorrikscha in meinen Gelenken.

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Die 3 schönsten Sehenswürdigkeiten von Monywa

Monywa liegt am Ostufer des Chindwin-Flusses und gilt als Hauptverkehrsader in den Nordwesten des Landes. Zudem ist sie regiliöses Zentrum des Buddhismus und kann mit einer Vielzahl an Klöstern und Pagoden aufwarten.

Monywa als Stadt selbst hat allerdings nicht viel zu bieten. Es gibt einen kleinen, nicht besonders einladenden Markt, endlose lange, unbeleuchtete Straße mit viel Verkehr und wenige Restaurants. Die Infrastruktur der Stadt ist noch nicht auf große Touristenströme ausgelegt, doch genau das macht den Trip nach Monywa auch aus. Stets waren wir die einzigen Touristen an den nachfolgend vorgestellten Pagoden.

Thanboddhay Pagode: Die schönste Pagode in Myanmar

Die Thanboddhay Pagode sticht deutlich aus der Vielzahl an wunderschönen, goldenen Pagoden in Myanmar hervor, nicht zuletzt aufgrund ihrer farbenfrohes Fassade. Von außen erinnerte sich mich an einen Shop der spanischen Klamottenmarke Desigual. Die Thanboddhay Pagode erstrahlt in einer kunterbunten Fassade aus leuchtenden Farben, mit unendlichen vielen Details und Schnörkeln. Beim Anblick der Pagode weiß man zunächst gar nicht, wohin man zuerst schauen soll. Zahlreiche kleine Gärten und Gebäude umfasst die von 1939 bis 1952 errichtete Tempelanlage und aufgrund ihrer farbenfrohen Gestaltung erinnerte sie an ein Kinderspielplatz oder Disneyland. Doch noch viel beeindruckender ist der Innenraum der Thanboddhay Pagode , welcher über 580.000 goldene Buddha Figuren in allen erdenklichen Größen beherbergt. Sie schmücken die Wände, Säulen und Altäre der Thanboddhay Pagode – ein wahres Labyrinth aus Buddhas.

Buddhas soweit das Auge reicht: Thanboddhay Pagode in Monywa.

Buddhas soweit das Auge reicht: Thanboddhay Pagode in Monywa.

 

Auf dem Gelände der Thanboddhay Pagode befindet sich neben einem Teich mit unzähligen Schildkröten auch ein Wachturm, der einen wunderschönen Blick auf die Pagode freigibt. Allerdings ist es lediglich Männern gestattet, diesen Wachturm zu betreten, weshalb ich mich mit den Bildern und Erzählungen meines Freundes zufrieden geben musste.

Zutritt nur für Männer: Blick auf die Thanboddhay Pagode in Monywa.

Zutritt nur für Männer: Blick auf die Thanboddhay Pagode in Monywa.

Lay Kyun Sat Kyar: Der größte stehende Buddha in Myanmar

Eine weitere, imposante Sehenswürdigkeit in Monywa, nur 5 km von der Thanboddhay Pagode entfernt, ist der stehende Buddha Lay Kyun Sat Kyar. Mit 127 Metern Höhe gilt er als der größte stehende Buddha des Landes. Doch er ist nicht allein. Vor den gewaltigen Füßen des stehenden Buddhas befindet sich eine weitere imposante Buddha Statue. Der Bodhi Tataung zeigt Buddha in liegender Position kurz vor dem Eintritt ins Nirvana. Über einen schmalen Treppenaufgang gelangt man, vorbei an einer goldenen Pagode und einem Feld voller kleiner Buddha Figuren, zu den beiden überdimensional großen Buddha Figuren. Wir wurden äußerst freundlich von den einheimischen Marktfrauen und den hiesigen Wachpersonal begrüßt. Binnen 5 Minuten waren wir bestens ausgestattet mit Thanaka Pasta im Gesicht und ausreichend Wasserflaschen. Nicht ohne Grund, denn um zum Fuße des stehenden Buddhas zu gelangen bedarf es Puste und Kraft. Ich war sofort verliebt in den Anblick der beiden Buddhas und die Atmosphäre, fernab von Massentourismus und Kommerz.

Zwei Riesenbuddhas im Nirgendwo: Lay Kyun Sat Kyar in Monywa.

Zwei Riesenbuddhas im Nirgendwo: Lay Kyun Sat Kyar in Monywa.

Im Inneren des liegenden Buddhas befindet sich ein kleines Kunstmuseum mit Menschen großen Buddha-Statuen, die das Leben Buddhas bis zum Eintritt ins Nirvana erklären.

Wer ausreichend Puste und Ehrgeiz hat, kann über den Innenraum des stehenden Buddhas bis in die 31. Etage zur Aussichtsplattform laufen. In den einzelnen Etagen wird der Weg Buddhas bis zur Erleuchtung in großen Wandgemälden erklärt. Unser Elan, die größten stehenden Buddhas Myanmars zu erklimmen, wurde uns jedoch zum Verhängnis. Bevor man die unzähligen Stufen angeht und fast an einem Kreislauf Kollaps stirbt, sollte man sich versichern, dass die Aussichtsplattform auch wirklich geöffnet ist. Das Ende der Geschichte könnt ihr euch sicherlich denken – viel Schweiß für nichts!

Und auf ein Mal fühlt man sich ganz klein: Am Fuße des Riesenbuddhas Kyun Sat Kyar in Monywa.

Und auf ein Mal fühlt man sich ganz klein: Am Fuße des Riesenbuddhas Kyun Sat Kyar in Monywa.

Aung Setkya Pagode: Buddhas und Stupas soweit das Auge reicht

Direkt unterhalb des Hügels, auf dem die beiden überdimensional großen Buddhastatuen stehen, befindet sich mit der Aung Setkya Pagode eine weitere sehenswerte Tempelanlage. Die Pagode wird von 1060 kleinen weiß getünchten Stupas und weiteren 8.000 kleinen Buddha Figuren umrandet.

Aung Setkya Pagode in Monywa: Natürlich in Gold.

Aung Setkya Pagode in Monywa: Natürlich in Gold.

Tipps für eure Reise nach Monywa

Ihr wollt auch den größten Buddha des Landes bestaunen und euch in einem Labyrinth aus Buddhas verlaufen? Dann empfehle ich euch eine Reise nach Monywa. Wie ihr dorthin gelangt und wo ihr übernachten könnt, erfahrt ihr hier:

Wie erfolgt die Anreise nach Monywa?

Monywa erreicht man am besten von Mandalay im Rahmen eines zweitägigen Ausfluges. Täglich fahren Minibusse und Überlandbusse von einem der zahlreichen Bushaltestellen in Mandalay in das ca. 2,5 Stunden entfernte Monywa. Vom Busbahnhof in Monywa nimmt man sich am besten eine Rikscha oder leiht sich ein Moped, um zu den etwas außerhalb gelegenen Tempeln zu gelangen.

Es lohnt sich auf der Hin- oder Rückreise zwischen Mandalay und Monywa in Sagaing Halt zu machen. Auf der weiten Hügellandschaft befinden sich unzählige goldene Pagoden, soweit das Auge reicht. Die einzelnen Pagoden sind über einen einfachen Wanderweg miteinander verbunden.

Wo übernachten in Monywa?

Wie bereits beschrieben hat sich Monywa noch nicht auf große Touristenströme eingestellt. Während unseres Aufenthaltes in November 2014 gab es lediglich zwei Hotels, die westliche Touristen aufnehmen. Da die Anzahl der Zimmer begrenzt ist, sollte man bereits vorab ein Zimmer buchen.

Weiterführende Information zu Monywa?

Für die Planung eurer Rundreise durch Myanmar empfehle ich euch den Stefan Loose Reiseführer für Myanmar.

Bilder: © Doreen Schollmeier

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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10 Antworten

  1. Stefan sagt:

    Wirklich tolle Bilder.

    Den Ort kannte ich auch noch nicht.

    Jetzt steht er weit oben auf meiner to-do-Liste. 🙂

    • Hallo Stefan,

      vielen Dank. Monywa kann ich dir sehr empfehlen – dieser Tempel und die stehenden Buddhas haben mich umgehauen. Und dazu war es so herrlich leer und untouristisch. Unbedingt hin!

      Viele Grüße und Danke für’s Teilen meines Artikels!
      Isolde MaReisen

  2. MelB sagt:

    Ein schöner Vorgeschmack! Ich fliege in ein paar Tagen nach Myanmar und plane auch einen kurzen Abstecher nach Monywa. Kann man den Ort auch als Tagesausflug besuchen?

    • Vielen Dank, ich wünsche dir eine tolle Zeit in Myanmar.

      Monywa kann man mit einem gecharterten Taxi + Fahrer auch als Tagesausflug von Mandalay aus machen, ist allerdings etwas stressig und auch nicht gerade billig. Wenn ich mich richtig erinnere, standen bei mir im Hostel in Mandalay Preise zwischen 80$ und 120$ für einen Ausflug nach Monywa mit einem Taxi. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln bezahlst du einen unbedeutenden Betrag, brauchst aber deutlich länger, da der Bus meist erst losfährt, wenn alle Plätze besetzt sind, und dann wird in einigen Nestern gehalten. Dafür bist du vor Ort unabhängig und musst nicht durch die Sehenswürdigkeiten rennen. Ich würde dir daher empfehlen, eine Nacht in Monywa zu bleiben und auf dem Rückweg am zweitem Tag noch einen Abstecher nach Sagaing zu machen. Dort steht auf jedem Hügel eine Stupa, malerisch!

      Viele Grüße
      Isolde MaReisen

      • MelB0206 sagt:

        Hallo,

        nun sind wir schon ein paar Monate wieder in Deutschland und ich kann kurz berichten: Aus Zeitmangel haben wir Monywa (weniger die Stadt, mehr die Hauptsehenswürdigkeiten) im Rahmen einer Tagestour von Mandalay aus besucht. Wir hatten uns schon an dem Tag davor einen Taxifahrer genommen (zum Besuch von Sagaing, Amarapura und Inwa), der uns deswegen ein etwas günstigeres Angebot machte. Zu zweit haben wir 55.000 Kyat (mit Trinkgeld 60.000) für den Tag – das Taxi mit Fahrer – bezahlt. Allerdings war es schon ein ziemlicher Ritt (eine Strecke 3h mit dem Auto). Klar, mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommst du deutlich günstiger, aber mit dem Taxi waren wir flexibler und bequemer unterwegs. Unser Fahrer kannte sich zum Glück gut aus, wir mussten nur sagen, was wir sehen wollten, bzw. hat er von sich aus noch an anderen interessanten Stellen gehalten:-). Obwohl es ein langer und anstrengender Tag war, fand ich den Ausflug schon sehr lohnenswert.

        • Hallo MelB,

          ich freue mich, dass du den langen Weg nach Monywa auf dich genommen hast. Das Taxi ist sicherlich die bequemste Variante, um Monywa und die Städte auf dem Weg (Sagaing, Amarapua) zu besuchen, da hast du absolut recht. Wer etwas aufs Budget achten muss, ist mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln aber auch ganz gut dran. Vor Ort in Monywa haben wir uns am Bahnhof einen Rikscha Fahrer engagiert, der mit uns zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten rund um Monywa gefahren ist. Ohne einen Ortskundigen oder einem Taxifahrer, wie bei euch, wird es in Monywa definitiv schwer. Die schönsten Sehenswürdigkeiten liegen alle außerhalb der Stadt und sind nur motorisiert erreichbar.

          Ich hoffe ihr hattet eine tolle Zeit in Myanmar!

          Vielen Dank für deine brandaktuellen Informationen und Preisdetails.

          Liebe Grüße
          Isolde MaReisen

  3. Andy sagt:

    Wow, das sind echt klasse Bilder. War letztes Jahr selbst in Myanmar unterwegs aber die Stadt Monywa hatte ich überhaupt nicht auf dem Schirm. Muss ich auf jeden Fall nachholen. Werde versuchen auch von Mandalay aus mit dem Bus nach Monywa zu fahren. Vor Ort suche ich mir dann einen Reiseführer für den ersten Tag.

    Kannst du ein Restaurant in Monywa empfehlen?

    Vielen Dank für den tollen Tipp!

    Grüße aus Heidelberg
    Andy

    • Hallo Andy,

      vielen Dank für dein Kommentar. Wie herrlich ist Myanmar? Man kann ja nichts falsch machen bei seiner Reiseroute, denn an jeder Ecke erwartet dich irgendetwas.

      Monywa kann ich dir wirklich empfehlen. Das war schon ein Highlight, vor allem weil nicht so viele dorthin reisen. In den Tempeln waren wir komplett allein.

      Einen Restauranttipp habe ich leider nicht, denn irgendwie hatte der Laden, indem wir gegessen haben, keine richtigen Namen. Ich weiß nur noch, dass es an einem Kreisverkehr (oder sowas in der Art) war und ggü. befindet sich eine Veranstaltungshalle. Das Restaurant wird vorrangig von Einheimischen besucht und besitzt eine Dachterrasse. Sonst sieht es mit Restaurants etwas mau aus, denn die meisten Touristen essen in Monywa in ihrem Hotel. Aber das kann sich in den letzten 1,5 Jahren auch schon wieder geändert haben.

      Viele Grüße

      Isolde MaReisen

  1. 27. Januar 2016

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  2. 29. Mai 2016

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