Myanmar: Tipps für die Reisevorbereitung (Teil 2)

Backpacking in Myanmar: Reisetipps
Backpacking in Myanmar: Reisetipps

In Teil 1 meiner Artikelreihe „Myanmar: Tipps für die Reisevorbereitung“ habe ich euch bereits umfangreich zu Übernachtungsmöglichkeiten, Geldangelegenheit und Kosten und die Beantragung eines Visums für Myanmar informiert. Im zweiten Teil möchte ich nun auf die geeignete Kleidung in Myanmar, Handyempfang und Internet, Sprachbarrieren, Kriminalität und Gesundheitsrisiken zu sprechen kommen. Allen Fernsüchtigen viel Spaß beim Lesen und Erfolg beim Planen eures Myanmar Trips mit meinen Reisetipps.

(6) Kleidung: Tempelkonform oder komfortabel?

Vor jedem Tempel und Kloster gibt es Hinweisschilder zur Kleiderordnung (und zwar auch auf Englisch, weshalb ich partout nicht verstehe, warum sich manche Touristen dennoch nicht daran halten können/wollen). Kurze Hosen, Röcke und schulterfreie Tops sind natürlich tabu, keine Frage. Zudem gilt natürlich auch: Schuhe und Socken aus! Da manche Tempel, vor allem in Bagan, von Tauben und Fledermäusen bevölkert werden, ist es ratsam feuchte Tücher und Desinfektionsspray im Handgepäck zu haben, um die Füße kurz zu reinigen nach dem Tempelbesuch.

Im Tempel ist sowohl bei Männern als auch Frauen ein T-Shirt ausreichend, sofern es die Schultern bedeckt. Ich habe mich dennoch oft mit einem Tuch verhüllt. In den Tempel hatte ich meist lange oder knielange Hosen an. Leggings sind nicht überall gern gesehen, ebenso wie tiefer Ausschnitt oder sehr figurbetonte Kleidung. Männer haben es kleidertechnisch natürlich etwas leichter, aber auch diese sollten mindestens knielange Hosen tragen, um einen Tempel zu betreten. In die Mahamuni Pagode kommt man als Mann bspw. aber auch nur mit langer Hose rein.

Außerhalb von religiösen Orten würde ich immer dazu raten, gediegene Kleidung zu tragen, d.h. auf kurze Short und Spagetti-Tops zu verzichtet, auch bei 32 Grad und praller Sonne. Meine Hosen waren immer mindestens knielang. Zudem habe ich immer ein Tuch dabei, falls ich spontan einen Tempel besuchen möchte und mir Beine oder Schultern verhüllen muss.

Aufgrund der Wärme rate ich zu leichten Baumwoll- und Leinenstoffen. Zudem sollte man einen Sonnenhut parat haben, da es in Tempelbereichen kaum Schattenplätze gibt. Auch bei einer Tempelsafari mit dem Fahrrad in Bagan kann die Sonne unerbittlich auf einen herabscheinen.

Schuhtechnisch sollte man sowohl Sandalen (die schnell an und aus gezogen werden können am Tempel) als auch festes Schuhwerk (für etwaige Wanderungen und lange Märsche) dabei haben. Die Sanitäranlagen in den Hotels erfordern Badelatschen.

Wer schon in Thailand, Malaysia und Co. war, kennt sicherlich das Prinzip „Mit leeren Rucksack hin, mit vollen Rucksack zurück“. Von dem Traum ausgedehnter, günstiger Shoppingtouren in Myanmar kann man sich schon vorab verabschieden, denn ich persönlich hätte vor Ort bis auf die typischen Elefanten-Muster Haremshosen keinerlei Bekleidung für mich gefunden. Wer also nicht so auf pinke Mickey Maus Print T-Shirts oder Longis steht, der sollte ausreichend Bekleidung mitbringen. Viele Unterkünfte bieten einen günstigen Laundry Service an.

(7) Sprache: Wie weit kommt man mit Englisch?

Um ehrlich zu sein hatte ich vor meiner Abreise geglaubt, dass wir mit unserem Englisch ohne Probleme durch Myanmar reisen könnten, so wie es auch in Thailand, Indien oder Malaysia der Fall war. Fakt ist aber, dass wir aber häufig fragend angeguckt wurden und Antworten nur auf Birmanisch erhalten haben, bspw. von Taxi- und Busfahrer oder auf den Märkten. In den Hotels hingegen hat sich immer jemand gefunden, der halbwegs auf Englisch kommunizieren und uns weiterhelfen konnte. Also nicht den Mut verlieren und einfach durchfragen, irgendjemand kann immer Englisch. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass vor allem die jüngere Generation um die 10 bis 25 Jahre oder ganz alte Menschen Englisch sprechen.

Was in Myanmar auf jeden Fall Sinn macht ist, die birmanischen Zahlen von 0 bis 9 zu lernen, um Preise und Öffnungszeiten sowie Busnummern und Hausnummern identifizieren zu können. Weder Busnummern noch Hausnummern sind in römischen Zahlen ausgewiesen. Da wir sehr viel mit dem Bus unterwegs waren, weil diese im Vergleich zu anderen öffentlichen Verkehrsmitteln sehr günstig sind, haben wir kurzerhand die birmanischen Zahlen mit ein paar Eselsbrücken gelernt und konnten damit dann alle Städte sehr individuell erkunden. Einen Link zur einer Bilddatei mit den birmanischen Zahlen findet ihr hier. Zahlen ab 10 werden dann aus der jeweiligen Zahl zusammengesetzt. Beherrscht man also die Zahlen 0-9, so kann man alle Zahlen und Uhrzeiten lesen.

Als kleine Eselbrücken kännt ihr euch folgendes einprägen:

  • 0 (Wie unsere Null.)
  • 1 (Sieht aus wie eine offene Null.)
  • 2 (Sieht aus wie ein J.)
  • 3 (Sieht aus wie eine Zwei.)
  • 4 (Sieht aus wie eine offene, unvollständige 9.)
  • 5 (Sieht aus wie eine 9.)
  • 6 (Sieht auch aus wie eine 7.)
  • 7 (Sieht aus wie ein Fragezeichen.)
  • 8 (Sieht aus wie eine umgekippte 9.)
  • 9 (Sieht aus wie eine gespiegelte 9.)

(8) Internet und Handyempfang?

Wer nach Europa mit der Familie oder Freunden kommunizieren möchte, der kann dies vorrangig über das Internet. Viele Unterkünfte, auch die günstigen Vertreter, bieten kostenloses Wifi an. Dieses ist jedoch meist sehr lahm oder funktioniert gar nicht. Man sollte sich beim Versenden von E-Mails und Whatsapp-Nachrichten auf Text beschränken und Bilder vermeiden. Das Internet in Cyberbars und Internetcafés ist auch nicht schneller. Zudem kommt es in Myanmar fast täglich zu Stromausfällen.

Telefonieren und SMS sind in Myanmar nur mit einer Prepaid Karte der ansässigen Telefonanbieter möglich. Mit den deutschen Netzbetreibern wird man nirgends in Myanmar jemals Empfang haben. Von daher sollte man, wenn Telefonie und SMS gewünscht ist, unbedingt ein SIM-Lock freies Handy mitnehmen. Prepaid Karten gibt es am Flughafen und an verschiedenen Shops in den Städten. Wir sind ohne Prepaid Karte zurechtgekommen und haben mit unserer Familie ausschließlich über Whatsapp und E-Mail kommuniziert. Sollte man doch einmal telefonieren müssen, bspw. um ein Hotel oder die Fluggesellschaft anzurufen, so wird man stets an der Rezeption oder bei den freundlichen Einheimischen Hilfe finden.

(9) Kriminalität und allein reisende Frauen?

In nahezu keinem anderen Land habe ich mich als Frau jemals so sicher gefühlt wie in Myanmar. Durch meinen langen Auslandsaufenthalt in Indien bin ich sehr geprägt auf die teilweise anzüglichen Reaktion auf weiße Frauen und unsittlichen Berührungen sowie betrügerische Absichten, Diebstahl und Abzocke. In Myanmar hingegen hatte ich nie das Gefühl, dass ich mich in Acht nehmen muss. Sowohl die einheimischen Männer als auch die Frauen waren stets freundlich, respektvoll und zuvorkommend. Auf ein freundliches Lächeln wird immer ebenso freundlich reagiert. Die Birmanen sind interessiert aber zurückhaltend. Man kommt gern ins Gespräch, wird aber nicht belästigt. Auch das Einkaufen und das bunte Markttreiben in Myanmar sowie das Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind sehr entspannend. Ist man nicht am Kauf oder an einer Fahrt mit dem Taxi interessiert, so reicht ein einfaches „Nein“. Können die birmanischen Taxifahrer kein Geschäft mit einem machen, so sind die trotzdem immer gewillt zu helfen, sei es bei der Wegweisung oder beim Kauf eines Bustickets.

Laut dem Auswärtigen Amt ist die Sicherheitslage jedoch nicht ganz so rosig, wie ich sie hier beschreibe. Ich möchte nichts beschönigen, doch wir haben keinerlei negative Erfahrungen gemacht. Dennoch sollte man gängige Sicherheitsregeln wie Verzicht auf große Klunker, Acht auf Hab und Gut und das Abschließen von Türen beachten, ganz klar.

Der einzige Nachteil am Alleinreisen als Frauen oder in einer Frauengruppe ist der Fakt, dass viele Tempel und Pagoden nur von Männern besichtigt werden dürfen. Rote Schilder mit den Hinweisen „Ladies not allowed“ oder „Woman are forbidden“ weisen darauf hin, dass man als Frau draußen bleiben muss. Das betrifft meist die besonders heiligen Stätten wie den goldenen Felsen, die Mahamuni Pagode in Mandalay, aber auch viele kleinere Tempel oder Aussichtspunkte. Natürlich hat keiner ein Problem damit, wenn man aus der vorgeschriebenen Entfernung ein Auge auf die Buddha Statuen wirft. Man sollte jedoch stets als Frau checken, ob man vordringen darf, da die Birmanen ihre Tempel-Hausordnung sehr ernst nehmen. Auch das Anbringen von Blattgold an den goldenen Felsen oder Buddha Figuren ist ausschließlich Männern erlaubt. Dementsprechend habe ich es sehr genossen in männlicher Begleitung zu reisen, da ich so zumindest per Foto, Video oder mündlichen Bericht einen Einblick in die mit verborgenen Tempelbereichen erhalten habe.

(10) Gesundheitsrisiken: Fiese Stechmücken und Darmerkrankungen?

Für eine Reise nach Myanmar werden folgende Reiseimpfungen empfohlen: Hepatitis A, Hepatitis B (bei Langzeitaufenthalt oder häufigen Fernreisen), Diphterie, Tetanus und Polio (kurz DTP), Tollwut und Japanische Enzephalitis. Ich persönlich habe keine Tollwut Impfung (in Rücksprache mit meinem Hausarzt) und auch keine gegen die Japanische Enzephalitis, da der Wirkstoff zum einen sehr teuer, zum anderen auch sehr aggressiv für den Körper sein soll. Fakt ist aber, wer im Urlaub von einem Tier gebissen wird, ganz gleich ob Affe oder Hund, sollte sofort (!) das Krankenhaus aufsuchen und sich nachträglich gegen Tollwut impfen lassen, da die Krankheit tödlich ausgeht.

In Myanmar, vor allem in den ländlicheren Gegenden rund um den Inle See, besteht ein erhöhtes Risiko von Malaria und Dengue Fieber und Japanische Enzephalitis. Die Krankheiten werden durch Stechmücken übertragen. Wer das möchte kann sich vorab mit einem Wirkstoff gegen Japanische Enzephalitis impfen lassen und auch gegen Maleria gibt es Medikamente, die man als Vorsorge während der Reise täglich einnehmen kann. Aufgrund der Nebenwirkungen sollte man sich von seinem Arzt oder vom Tropeninstitut über die Notwendigkeit der Impfungen und Medikamente informieren.

Ich persönlich habe keine dieser Impfungen und nehme auch nie vorab Medikamente gegen Malaria ein, weil ich bei Freunden in Indien gesehen habe, welche Nebenwirkungen diese haben können. Deshalb reise ich immer mit einem Notfallmedikament (z.B. Standby-Produkt Malerone gegen Malaria) und treffe natürlich Vorkehrungen gegen Mückenstiche. Das beinhaltet das Einsprühen oder Einschmieren mit Mückenschutz, dem Tragen längerer Kleidung nach Sonnenuntergang und dem Anbringen von Moskitonetzen. Für Myanmar kann ich den Antimückenschutz Odomos empfehlen, welcher in Indien hergestellt wird und sich als halbwegs effektiv gegen Mücken erwiesen hat. Odomos erhaltet ihr in jeder Apotheke und in jedem Supermarkt in Myanmar für 300 – 700 Kyat (je nach Größe der Tube). Zudem ist es sinnvoll sich vorab ein Moskitonetz zu kaufen, da die meisten Hotels in Myanmar keine Netze anbieten (Ausnahme: Inle See). Man muss allerdings etwas kreativ mit der Anbringung der Moskitonetze sein, da es häufig auch keine Aufhängungen gibt, wie ich das aus Indien und Co. kenne. So landete der Haken unseres Moskitonetzes häufig im Ventilator, an Kleiderhaken oder in der Decke.

Natürlich sind Darmerkrankungen in Myanmar ein leidliches Thema für westliche Touristen und auch wir hatten einmal damit zu kämpfen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen vermeiden. Tipps zur Vermeidung gegen Reisediarrhö findet ihr auch in meinem Artikel: „Shit happens: Was tun gegen Reisediarrhö?“.

Abschließend möchte ich noch auf Sonnenschutz hinweisen, der von vielen Touristen beim Streben nach der perfekten Urlaubsbräune gerne vergessen wird. Auch ein Sonnenhut oder ein Kopftuch sind sinnvoll, um einen Sonnenstich zu vermeiden.
Weitere Informationen zu potentiellen Gesundheitsrisiken oder Gefahren durch Schlangenbisse findet ihr unter anderem auf der Seite des Auswärtigen Amtes zum Thema Myanmar.

Weitere Reisetipps für Myanmar gefällig?

Bei der Planung eurer Myanmar Reiseroute hilft euch dieser Artikel zu den schönsten Reisezielen in Myanmar weiter.

Tipps zu den Themen Übernachtung, Geld und Währung, Kosten sowie der Visa-Beantragung, findet ihr in Teil 1 meiner Artikelreihe Myanmar: Tipps für die Reisevorbereitung.

Auch sehr interessant ist dieser Beitrag zum Thema Essen und Gourmetreisen in Myanmar inklusive toller Restauranttipps.

Habt ihr noch weitere Fragen zu Myanmar oder benötigt Tipps zu eurer Reisevorbereitung? Dann schreibt mir einfach an isoldemareisen@googlemail.com oder kommentiert diesen Beitrag. Ich stehe euch gern Rede und Antwort! Ich bin gereist mit Stefan Loose Travel Handbuch Myanmar.

Ich wünsche euch eine unvergessliche Reise in das Goldene Land!
Eure Isolde MaReisen

Bilder: © Sebastian Semmler / © Doreen Schollmeier

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

Das könnte Dich auch interessieren...