Not-to-Do Liste Indien: 14 Dinge die du in Indien NICHT tun solltest

Moped fahren in einer Großstadt, auf der Straße essen oder bettelnden Kinder Geld geben - diese und 11 weitere Dinge solltest du als Backpacker in Indien nicht tun...
Moped fahren in einer Großstadt, auf der Straße essen oder bettelnden Kinder Geld geben - diese und 11 weitere Dinge solltest du als Backpacker in Indien nicht tun...

Dass ich Indien liebe, dass wisst ihr. Immer wieder erzähle ich euch von meinen liebsten Orten, Trips und Erlebnissen in „Incredible India“. Doch in der Tat gibt es in Indien auch einige Dinge, die man einfach mal weg lassen sollte. Welche das sind, erfahrt ihr in der folgenden No-to-Do Liste für Indien.

#1: Selbst Auto fahren? Bungee Jumping ist weniger risikoreich!

In indischen Großstädten mit dem Auto, Moped oder Fahrrad zu fahren ist lebensgefährlich, denn die Devise lautet: Der Stärkere gewinnt! Und wer glaubt, dass er durch Moped Fahren in Italien oder China schon genug erlebt hat, der irrt sich, denn Indien ist nochmal eine ganz andere Dimension. Meine Finger und Zehen reichen nicht aus, um die Anzahl der fatalen Unfälle abzuzählen, die ich während meiner 6 Monate in Indien miterleben musste. Indien steht an der Spitze der Länder mit den meisten Verkehrstoten im Jahr. Deshalb würde ich vor allem Indien Neulingen strengstens davon abraten, sich in einer indischen Großstadt wie Mumbai, Delhi oder Bangalore selbst ans Steuer eines Autos oder auf ein Moped zu setzen.

Straßenverkehr in Indien: Da trifft Mensch auf Moped, und LKW auf Kuh. Nichts für Anfänger!

Straßenverkehr in Indien: Da trifft Mensch auf Moped, und LKW auf Kuh. Nichts für Anfänger!

In touristischen Gegenden wie rund um Goa oder auf den Andamanen sieht das schon etwas anders aus. Hier sind die Straßen ruhiger und das Fahren mit dem Moped oder Fahrrad macht richtig Spaß, zumindest am Tage. Dabei solltet ihr folgende Dinge beachten:

  • Besorgt euch einen internationalen Führerschein. Der erspart euch Stress und Geld, solltet ihr auf die korrupte indische Polizei treffen.
  • In Indien gilt Linksverkehr. Zwangsläufig hält sich aber auch kein daran.
  • Setzt euch vorab mit den indischen Verkehrsschildern auseinander.
  • Begutachtet euer geliehenes Verkehrsmittel sorgfältig beim Verleih. Funktionieren die Bremsen, und das Licht? Aufgrund der Armut werden die Verkehrsmittel nur selten umfangreich gewartet.
  • Wer ohne Helm fährt ist lebensmüde! Auch wenn es warm ist, solltet ihr euren Kopf schützen. Sinnvoll sind auch lange Hosen und Shirts sowie geschlossene Schuhe.
  • Hupen was das Zeug hält! Wenn ihr im indischen Straßenverkehr überholt, dann kündigt dies den anderen Fahrern durch lautest, eindringliches Hupen an!
  • Niemals im Dunkeln fahren. Vor allem aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse und den zahlreichen Schlaglöchern ist das Fahren bei Nacht äußerst gefährlich.
  • Kühe auf der Straße sind in Indien alles andere als Selten. Und diese haben meist Vorrang.

Weitaus sicherer, wenn man von Sicherheit im indischen Straßenverkehr sprechen kann, ist es sich einen privaten Fahrer zu organisieren oder mit dem Bus zu reisen. Aber auch dies ist nichts für schwache Nerven, denn die privaten Fahrer haben einen äußerst radikalen Fahrstil und Anschnallgurte gibt es in den Mietwagen nur selten.

#2: Straßenessen? Geh doch gleich ins Krankenhaus!

Ob Pani Puri, Masala Dosa oder Palak Paneer – wenn es einen grund gibt nach Indien zu reisen, dann ist es auch das Essen. Die indische Küche ist sehr schmackhaft, abwechslungsreich und… nicht immer gut für unsere sensiblen europäischen Mägen!

Straßenküche für Kühe: In Indien fressen die Kühe den Müll auf der Straße.

Straßenküche für Kühe: In Indien fressen die Kühe den Müll auf der Straße.

In Indien gibt es zahlreiche Straßenküchen, die Mahlzeiten zu günstigen Preisen anbieten. Und natürlich ist die Verlockung groß, die scharfen, traditionellen Gerichte zu probieren, aber Vorsicht! Die Currys werden meisten mehrfach aufgewärmt und wieder abgekühlt und köcheln in offenen Töpfen mitten im Straßenverkehr. Fleisch und Fisch liegen Stundenlang in der prallen Sonne und werden von Fliegen befallen. Auch Obst und frisch gepresste Säfte sind gefährlich, denn die Behälter und Gerätschaften werden nur selten gesäubert, und wenn dann mit dem ebenso fragwürdigen Leitungswasser. Das indische Essen auf der Straße ist sicherlich alles, nur nicht keimfrei. Wer also die Hälfte seiner Reise nicht über dem Hock-Klo verbringen oder sich mit Immodium Akut durchschlagen möchte, der sollte Restaurants den Straßenküchen vorziehen. Indisches Straßenessen eignen sich nur für Inder und Europäer mit Kuhmagen! Bist du länger in Indien unterwegs, so wird dich dein Magen nach und nach an das indische Essen gewöhnen – dann bist auch du bereit für die weite, schmackhafte Welt der indischen Straßenküchen.

#3: Spende an Bettelnde Kinder? Die Hintermänner bedanken sich!

Viele Backpacker assoziieren Indien mit bettelnden Kinder in Lumpen und mit verfilzten Haar. Und selbstverständlich werdet ihr bei eurer Reise durch Indien mit der Frage konfrontiert: Spenden oder nicht spenden?

Wer glaubt, mit dem Geld spenden an Bettlern immer etwas gutes zu tun, der täuscht sich, denn damit unterstützt du nur in den seltensten Fällen die Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, sondern vielmehr kriminelle Banden. Täglich senden diese Horden von obdachlosen Kinder auf die Straße und zwingen sie betteln zu gehen. Am Abend müssen die Kinder dann all ihre Einnahmen an die Hintermänner der Bande abgeben und erhalten dafür eine klägliche Mahlzeit oder eine Unterkunft. Auf den Straßen Indiens trifft man zudem auf Unmengen von Krüppeln, die um Almosen bitten. Viele von ihnen können nicht mehr arbeiten aufgrund ihrer Behinderung und sind auf Spenden angewiesen. Wer jetzt spenden möchte sollte jedoch auch bedenken, dass es zahlreiche Verbrecherbanden und sogar Eltern gibt, die ihre Kinder vorsätzlich verstümmeln, um sich eine Einnahmequelle zu sichern. Auch indische Frauen werden immer wieder von ihren Männern zum Betteln gezwungen, beispielsweise damit sich diese Alkohol kaufen oder ihrer Spielsucht nachgehen können. Die bettelnden Frauen stehen meist mit einem Kind auf dem Arm am Straßenrand und betteln um Geld. Während meiner Zeit in Indien habe ich versucht, indische Frauen zu unterstützen und ihnen Nahrung zu kaufen. Doch anstatt diese anzunehmen, warfen sie die Bananen auf den Boden und forderten Geld.

"One Rupee please!" Armut ist ein großes Problem in Indien.

„One Rupee please!“ Armut ist ein großes Problem in Indien.

Spenden oder nicht spenden, diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Fakt ist, dass man mit jeder Geldspende auch kriminelle Banden unterstützt. Ich empfehle dir, auch wenn es unmenschlich klingt, Bettler, ganz gleich ob Kind oder Frau, stoisch zu ignorieren und ihnen kein Geld zu geben. Kinder gehören in die Schule zum Lernen, und nicht auf die Straße zum Betteln. Wer helfen möchte, der sollte über eine Patenschaft nachdenken oder an eine geprüfte Organisation spenden

#4: Alkohol und Rauchen in Indien? Ungewollt, verboten, gefährlich…

Der Genuss von Zigaretten und vor allem von Alkohol in der Öffentlichkeit wird nicht gern gesehen. Häufig werden die „Täter“ als Assis verachtet. In in einigen Bundesstaaten ist der Verzehr von Alkohol sogar gesetzlich verboten, wie beispielsweise in Gujarat. Das bedeutet jedoch nicht, dass in Indien überhaupt nicht getrunken wird. Allerdings gibt es nur wenige Restaurants mit einer Lizenz zum Alkoholausschank.

Generell rate ich dir vom Alkohol trinken in Indien ab, nicht nur weil es nicht schicklich ist, sondern auch gefährlich. In Hinterstraßen und Bars wird hin und wieder Alkohol angeboten. Diese sind jedoch teilweise selbst hergestellt und alles andere als unbedenklich für deine Gesundheit.

Zudem ist auch das Rauchen in Indien teilweise verboten und gilt als Straftat, wie beispielsweise in New Delhi.

#5: Die linke Hand? Ist für den Ar***!

In Indien wird traditionell mit den Finger gegessen, indem man etwas Naan Brot abreißt und dieses mit der Curry-Reis-Mischung befüllt und in den Mund führt. Das benötigt Übung und ist etwas gewöhnungsbedürftig, auch aufgrund der hygienischen Standards. Versuch dich einfach in der indischen Art zu essen. Achte darauf, dass du dabei ausschließlich die rechte Hand benutzt. Die linke Hand ist für alle Tätigkeiten „unterhalb der Gürtellinie“ zuständig und gilt als unrein. Beim Essen gehört die linke Hand unter den Tisch.

Wem diese Regel nun etwas seltsam erscheint, der wird in Indien noch sein blaues Wunder erleben. Denn während die linke Hand nicht auf den Tisch gehört, sind lautes Rülpsen, Schmatzen und Pupsen am Tisch alles andere als ungewöhnlich. Das Nasenputzen am Tisch gilt hingegen als unfein und erntet böse Blicke. Siehst du noch durch? Keine Sorge, nach einer Zeit in Indien hörst du die (Ess)-Geräusche nicht mehr! Zudem wird Westlern in touristischen Gegenden und höherpreisigen Restaurants mittlerweile auch Besteck gereicht. Problem gelöst!

#6: Dress to Impress? Zeige nicht zu viel Haut!

Hot Pants, Tanktops, Miniröcke – mit diesen Kleidungsstücken fallt ihr in Indien definitiv auf. Die Frage ist nur, ob ihr das wollt. Wer luftig und knapp bekleidet durch Indien marschiert, der wird sicher bald seine Freude und Lust an seinem Sommer Outfit verlieren. Da wird mit der Zunge geschnalzt, gepfiffen, gekichert und getuschelt, während die Köpfe sich nach euch umdrehen. Und glaubt mir, das tut nichts für euer Selbstbewusstsein oder Ego! Passt euch an, kleidet euch bedeckt und angemessen. Nackte Beine und ein tiefer Ausschnitt wirken provozierenden und unzüchtig. Frauen rate ich immer mindestens Schultern und Knie zu bedecken und ein großen Tuch für alle Eventualitäten dabei zu haben.

Dress to Impress? Nicht nötig in Indien, denn ihr fallt so oder so auf!

Dress to Impress? Nicht nötig in Indien, denn ihr fallt so oder so auf!

Bademode in Indien ist ebenfalls ein Thema für sich. Während meiner Zeit in Indien war ich häufig in weniger touristischen Gegenden unterwegs. Baden im Bikini oder engen Badeanzug war hier undenkbar und meist bin ich in komplette Montur ins Wasser gestiegen. Auch die Inderinnen selbst lassen ihre wunderschönen Saris meist an, wenn sie ins Meer oder in den Pool gehen. An den Stränden rund um Goa oder Diu haben sich die Indern mittlerweile an den Anblick von Westlern in Badebekleidung gewöhnt. Es sollte jedoch nicht das knappste Model sein. Nacktbaden ist selbstverständlich tabu!

Wo wir beim Thema Kleidung sind, so möchte ich auch darauf hinweisen, dass die Schuhe in Tempeln und anderen religiösen Einrichtungen ausgezogen werden müssen, beispielsweise auch am Taj Mahal. Merke dir gut, wo du deine Schuhe abstellt, es ist meist gar nicht so einfach diese wieder zu finden. Auch in privaten Wohnungen wird von dir erwartet deine Schuhe auszuziehen, da diese mit dem Schmutz der Straße in Berührung kommen und als unrein gelten.

#7: Fotografieren was vor die Linse kommt: Nicht immer erlaubt und angebracht!

Indien ist ein Paradies für Fotografen! Bunte Saris, interessante Gesichter, wunderschöne Sehenswürdigkeiten, wilde Tiere und einzigartige Feste – die Kamera bekommt in Indien ordentlich was vor die Linse. Doch Vorsicht, nicht immer ist das Fotografieren erlaubt und angebracht.

In Indien wird jeder westliche Tourist zum begehrten Fotomotiv. Nett lächeln und winken bitte!

In Indien wird jeder westliche Tourist zum begehrten Fotomotiv. Nett lächeln und winken bitte!

In Indien ist das Fotografieren von militärischen und einigen öffentlichen Anlagen verboten und wird mit Geldstrafen gefahndet. Auch an Sehenswürdigkeiten und Nationalparks sollte man sich die Erlaubnis zu Fotografieren einholen bzw. die Gepflogenheiten checken. In nahezu jedem Tempel und Palast darf man, wenn überhaupt, nur gegen eine Fotogebühr Bilder machen. Missachtet man dies, kann es teuer werden. Kontrolleure stehen in nahezu jedem Winkel.

Fingerspitzengefühl bedarf es beim Fotografieren von kulturellen und religiösen Veranstaltungen. Da denke ich vor allem an die Verbrennungszeremonien in Varanasi, die viele Touristen anlocken. Also eine Gegenfrage: Wie würdest du reagieren, wenn Schaulustige ein Foto von einer Beerdigung auf einem deutschen Friedhof anfertigen und sich diese dann als Souvenir an die Wohnzimmerwand hängen? Genau, man würde ihn beschimpfen und vertreiben! Also behalte dir die einzigartigen Szenen lieber im Kopf statt auf der Linse, Respekt geht vor Sensation!

Ansonsten sind die Inder sehr offen und lassen sich gerne fotografieren. Viele sind sogar stolz. Es gilt: Immer mit einer kurzen Geste auf die Kamera und einem freundlichen Lächeln auf den Lippen um die Einwilligung bitten.

#8: Blindes Vertrauen? Nichts ist umsonst!

„Looking is free Madam!“ „Talking is free Madam!“ In Indien scheint auf den ersten Blick immer alles kostenfrei und unkompliziert zu sein. Da kommt ein Student am Taj Mahal, der angeblich sein Englisch aufbessern will, und schwups wird aus der unverfänglichen Unterhaltung eine teure Führung. Auch bekommt man an religiösen Orten schnell mal einen Umhang kostenfrei ausgeliehen, bei der Rückgabe wird einem jedoch eröffnet, dass man erst aus dem Geschäft rauskommt, wenn man etwas kauft. Das ist ärgerlich und teilweise fühlt man sich schnell hintergangen oder sogar bedroht.

In Indien ist nicht alles Gold was glänzt! Und oft wird man versuchen, dich zu einem ungewollten Kauf oder einer teuren privaten Führung zu überreden. Auch die Taxi- und Rikscha-Fahrer halten nicht immer, was sie versprechen und lotsen dich ans falsche Ziel. Das „Ja“ einen Inders ist nicht immer ein Ja. Sei aufmerksam und vertraue nicht jedem Inder blindlings!

#9: Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit? Reduziere dich auf dein Hotelzimmer!

Eng umschlungene Paare, die Zärtlichkeiten austauschen, findet man in Indien nur äußerst selten, und wenn dann nur in größeren Städten. Auch du solltest von Liebkosungen und Küssen in der Öffentlichkeit Abstand nehmen und dich anpassen. Eine westliche Frau, die sich in Indien zärtlich mit Männer zeigt, wird häufig als Hure oder „leicht zu haben“ abgestempelt und provoziert entsprechende unsittliche Kommentare oder schlimmeres. Auch ein direkter Blickkontakt mit männlichen Indern sollte vermieden werden, da dies als Aufforderung oder Annäherungsversuch verstanden werden kann. Wenn du durch Indien reist, wird dir sicher auffallen, dass die indischen Frauen ihren Blick meist nach unten gesenkt halten und Blickkontakt vermeiden.

Auf Kuschelkurs in Indien? Der Ziege hat es gefallen :)

Auf Kuschelkurs in Indien? Der Ziege hat es gefallen 🙂

#10: Wertgegenstände sichtbar tragen? Eine Einladung für Diebe!

In einem Land, in dem rund 40% der Menschen unter der Armutsgrenze leben, spielt das Thema Diebstahl natürlich eine große Rolle. Vor allem in den größeren, dicht bevölkerten Städten treiben viele Taschendiebe ihr Unwesen. Und auch ich kann ein Liedchen davon singen. Einmal kurz unachtsam, und schon düste der indische Rikscha-Fahrer mit meinem kompletten Rucksack davon. Zum Glück hatte ich einen großen Teil meiner wichtigsten Dokumente wie Reisepass und Geldkarte an mir, doch auch der Verlust von Personalausweis und Führerschein tuen weh und kosten in Deutschland Geld. Deshalb rate ich dir zu folgenden Sicherheitsmaßnahmen:

  • Fertige eine Kopie aller wichtigen Dokumente und Unterlagen an und lege sie dir zusätzlich auf Onlinespeichern wie Google Drive oder deinem Online-Mailer ab.
  • Behalte dein Gepäck (sofern möglich) immer im Auge.
  • Teure Besitztümer und Wertgegenstände nicht öffentlich zu Schau tragen. Hier gilt es auf das Bauchgefühl zu hören. Fühlst du dich beobachtet und unwohl, während du mit deiner Spiegelreflexkamera hantierst? Dann packe sie lieber in den Rucksack.
  • Trage deine wichtigsten Dokumenten und Wertgegenstände in einer separaten Tasche nahe am Körper, beispielsweise in einer Bauch- oder Gürteltasche.
  • Sicher dein Gepäck mit Vorhängeschlössern, vor allem wenn du dich durch Menschemassen bewegst oder dein Gepäck bei einer Überlandfahrt mit Bus oder Bahn aus deinem Sichtbereich gibst.
  • Sichere dein Gepäck bei Übernacht-Fahrten mit dem Zug durch ein Schloss am Sitz-/ Bettgestell für den Fall, dass du einschläfst.

#11: Nicht handeln? Selber schuld!

„Das kostet eh nicht viel, da brauch ich doch nicht handeln!“ Selber schuld, denn dann bezahlst du mit 100 prozentiger Sicherheit den zwei bis vierfachen Preis als der normale Indern. Handeln gehört in Indien einfach zum Alltag, ob auf dem Gemüsemarkt, bei Unterkünften oder beim Kauf von Souvenirs. Mein Tipp: Beobachte die Einheimischen beim Handeln und bleibe hartnäckig. Es ist nicht ungewöhnlich einen Laden zwei bis drei Mal zu verlassen, ja manchmal sogar rausgeschmissen zu werden, um einen angemessenen Preis zu bekommen. Nehme es mit einem Lächeln und bleibe freundlich. Ruppige Bemerkungen und Maulen bewirken gar nichts!

Wer in Indien nicht handelt, der zahlt gerne mal den fünffachen Preis!

Wer in Indien nicht handelt, der zahlt gerne mal den fünffachen Preis!

#12: Leitungswasser trinken? Das Garant für eine Diarrhö!

Als Reisender in Indien solltest du dich vor dem Trinken von Leitungswasser hüten. Das gilt auch beim Zähneputzen. Zwar wird das Wasser in den größeren indischen Städten chloriert, doch vor allem in der Monsunzeit wird das Leitungswasser immer wieder verschmutzt. Wenn du also nicht Gefahr laufen willst an einer Diarrhö zu erkranken und den halben Urlaub flach zu liegen, dann lehne Wasser in Restaurants höflich ab und kaufe die auf dem Markt verschlossene und versiegelte Flaschen Mineral- und Trinkwasser. Aber auch dabei musst du vorsichtig sein, denn nicht selten wird einem hier ebenfalls ungereinigtes Leitungswasser untergejubelt. Es gibt keine Faustregel, um den Verzehr von schmutzigen Wasser zu vermeiden. Sinnvoll ist die Aufbereitung von Leitungswasser mit Entkeimungstabletten und das Abkochen von Wasser.

#13: Ungeduldig sein? Indian Flexible Time, Baby!

Der Inder richtet sein Leben und Handeln nicht nach einer Uhrzeit, von daher bringt es dir überhaupt gar nichts, am Schalter, im Restaurant oder an der Kasse ungeduldig zu sein und zu nörgeln. Damit findest du wenig Gehört und Verständnis. Termine einhalten und Pünktlich sein – das liegt dem Inder nicht und scherzhaft wird er sich mit der Floskel „Indian Flexible Time“ entschuldigen. Behalte Geduld und lege deine Armbanduhr ab!

Was heute nicht wird, wird auch nicht morgen! Die India Flexible Time zwingt so manchen Traveller in die Knie!

Was heute nicht wird, wird auch nicht morgen! Die India Flexible Time zwingt so manchen Traveller in die Knie!

#14: Reden über Politik, Sex, Pakistan? Trage einen Maulkorb!

Wer als westlicher Tourist durch Indien reist, der wird immer wieder in Gespräche mit einheimischen verwickelt. Wie heißt du? Wo kommst du her? Was machst du? Inder zeigen sich sehr aufgeschlossen und interessiert an Touristen und lieben es diese auszuquetschen. Im Gespräch mit Indern solltest du dich jedoch mit politischen Themen und deiner kritischen Meinung zum indischen Kasten- und Regierungssystem zurück halten. Vermeide das Gespräch auf Pakistan oder England zu leiten. Auch das Thema Sex ist tabu.

Fazit: Lasst euch nicht abschrecken!

Wer die ein oder andere Regel beachtet, der wird Indien im vollen Umfang genießen können und das Land lieben lernen. Passt euch an und geht hygienisch bedenklichen Essen und Wasser aus dem Weg! Das Reisen durch Indien bedarf viel Toleranz und Respekt. Belohnt wird man mit fantastischen und farbenfrohes Festen, schmackhaft scharfen Essen, Gastfreundschaft und einzigartigen Impressionen aus einem der wohl spannendsten Reisezielen der Welt!

Wer sich dennoch etwas vorbereiten möchte, der sollte sich das Buch „KulturSchock Indien“ zu Herzen nehmen.

Bilder: © Doreen Schollmeier

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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6 Antworten

  1. Ilse Biberti sagt:

    danke Isolde… ein wirklich sehr hilfreicher Bericht …

  2. Ilse Biberti sagt:

    zwei Fragen: ist der Boden in den Tempeln heiß? Darf man Söckchen anziehen? Kann man die Schuhe nicht in den Rucksack tun?

    • Hallo Ilse,

      nein, der Boden ist meist nicht heiß. Außer am Taj Mahal, da waren teilweise manche Fliesen ziemlich heiß. Die Schuhe musste ich meist vor dem Tempel abstellen oder in einem Plastbeutel bei mir führen. Das variiert. Ich hatte glaube ich nie Socken an, aber kann mich erinnern, dass mein Kumpel hin und wieder mit Socken unterwegs war. Gern gesehen wird das meist nicht, aber man wird dich schon darauf hinweisen, wenn du sie ausziehen sollst.

      Viele Grüße
      Isolde MaReisen

  3. Monika sagt:

    Dein Bericht war sehr interessant, ich mache im Oktober 2017 eine Indien Privat Rundreise. Mein Mann und ich, mit Führer. Bin schon sehr neugierig, wie es wird. Werde mir das Buch Kulturschock Indien kaufen. LG Monika

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