Pai: Hippies in Nordthailand

Hippie-Dorf Pai
Hippie-Dorf Pai

Eingebettet in Berge und saftig grüne Natur, umgeben von Reisfeldern, Bananenbäumen und Palmen liegt Pai, für mich eine der schönsten Orte Thailands. Pai ist eine kleine Hippie-Stadt mit rund 30.000 Einwohnern in der Provinz Mae Hong Son. Hier ist die Zeit irgendwie stehen geblieben…

Nach Pai gelangt man am besten mit einem Bus von Chiang Mai aus in rund 3 Stunden. Die Fahrt ist sehr kurvenreich und nur eine enge Straße führt über das unwegsame Gelände. In Pai gibt es viele schöne und günstige Unterkünfte. Wir kamen bei einem Amerikaner für 4€ die Nacht unter, der gemeinsam mit einem Hot-Pants tragenden Lady Boy eine Unterkunft gegründet hatte. Beide waren sehr freundlich, wenn auch etwas gewöhnungsbedürftig und abgedreht. Der Lady Boy war immer auf seiner mit Lichterketten und Plasteblumen verzierten Rikscha unterwegs, währen der Amerikaner Tag für Tag sein Singa Bier zischte und nebenbei geröstete Maden aß.

Pai erinnert an eine alte Hippie-Kommune. Hier haben sich unendlich viele Künstler und Musiker niedergelassen, welche ihr Künste bis spät in die Nacht auf den Straßen darbieten. Unter anderen trifft man hier (wenn er denn noch in Pai verweilt) die thailändische Antwort auf Captain Jack Sparrow. Das thailändische Piraten-Double beherrschte seine Rolle perfekt, war nebenbei Hobby-Fotograf und durch verschiedene Talkshows in Thailand mittlerweile bekannt wie ein bunter Hund. Auch aus den Bars und Restaurants tönt rund um die Uhr Live-Musik. Durch das romantische und entspannte Flair ist Pai der perfekte Ort in Thailand, um einfach mal die Zeit und das chaotische Bangkok zu vergessen und die Seele baumeln zu lassen. Hier kann man über Märkte schlendern, in Flüssen baden, Wanderungen durch das wunderschöne Bergpanorama unternehmen, Elefanten beobachten, in einem der liebevoll eingerichteten Cafés lesen, in Hängematten ein Nickerchen machen, Wasserfälle besuchen, in Hot Springs entspannen oder einfach mit dem Moped durch die Berge fahren.

Mit dem Moped Pai erkunden

In Pai trafen wir auf zwei deutsche Backpacker, die wir bereits schon Tage zuvor in Chiang Mai kennen gelernt hatten. Gemeinsam erkundeten wir die Gegend mit dem Moped. Moped- und Motorradverleihe gibt es hier viele und ich denke s ist die beste Art, Pai und Umgebung auf eigene Faust zu erkunden. Die Straßen sind zwar etwas holprig durch die Schlaglöcher, aber es gibt kaum Verkehr. Allerdings sollte man immer einen Helm tragen und die Fahrzeugpapiere bei sich tragen, da die hiesige Polizei gern Touristen aus der Verkehr zieht und sich etwaige Vergehen teuer bezahlen lässt – natürlich landet das Geld in der eigenen Tasche.
Wir besuchten verschiedene Dörfer, sprachen mit einem Mönch in einem Kloster, badeten in Flüssen und verquatschten uns in einer Hippie-Kommune, die sich unweit von Pai niedergelassen hat und „von Luft und Liebe“ lebt. Sie boten uns an kostenlos bei ihnen zu wohnen, wenn wir ihnen dafür beim Ernten ihrer „Pflanzen“ und beim Dressieren ihres Pferdes helfen würden.

Die gutmütigen Dickhäuter: Elefanten bei Pai

Der schönste Ausflug rund um Pai war jedoch der Besuch einer Auffangstation für Elefanten. In Thailand wurden und werden Elefanten häufig als Lastentiere genutzt, die schwere Holzstämme transportieren mussten. Die Elefanten wurden schlecht behandelt und missbraucht. Doch immer mehr Organisationen kümmern sich nun um diese Elefanten und päppeln sie auf. Wir begleiteten zwei Wärter bei einer Wanderung zum Wasserloch, wo zwei der Elefanten baden und Wasser trinken sollten. Es war unglaublich schön so viel Zeit mit den liebevollen Dickhäutern zu verbringen. Wir badeten mit den Elefanten im Wasser.

Jetzt aber schnell!

Pai ist wahrscheinlich schon lange kein Geheimtipp mehr. Als ich damals in Thailand war, nuschelte man mit den Namen „Pai“ unter vorgehaltener Hand leise zu. Ich kam mir vor wie Leonardo DiCaprio, der von einer unberührten Thailand-Perle erfuhr. Heute wiederrum wimmelt es von Blogbeiträgen, die Pai als Reiseziel empfehlen, von daher weiß ich nicht wieviel Hippie-Vibes und Unberührtheit Pai wirklich noch zu bieten hat.

Gallerie Pai

Bilder: © Doreen Schollmeier

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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2 Antworten

  1. Hippie Girl sagt:

    Super Beitrag, liest sich wunderbar. Schaue ab jetzt bestimmt öfter vorbei um zu sehen was es neues gibt.

  1. 4. Oktober 2015

    […] haben den kleinen Ort Pai vor Jahren für sich entdeckt. Mittlerweile ist es hier jedoch auch schon ganz schön touristisch […]

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