Peru für Einsteiger

Du planst deine erste Backpacker Reise nach Peru? Dann geht es dir ja wie mir! Viel zu lang war Südamerika ein noch weißer, nicht bereister Fleck auf meiner Landkarte. Doch nun soll sich das ändern!

Costas, Sierras y Selvas – Küsten, Berge und Dschungel! Schon lange habe ich von Peru geträumt! Ich will den Machu Picchu sehen, über den Titicacasee schippern, wilde Tiere im Amazonas beobachten, über bunte Märkte schlendern, auf schillernden Volkfesten tanzen und das lateinamerikanischen Temperament in mich aufsaugen! Nicht ohne Grund gilt genießt Peru große Beliebtheit unter Backpackern weltweit! Um meinen Peru Traum etwas näher zu kommen, habe ich wöchentlich neben der Arbeit Spanischkurse belegt, Vokabeln gepaukt und mich über den Andenstaat mit all seinen Facetten belesen. Im September ist es endlich soweit: Ich werde zum ersten Mal nach Peru reisen. Doch was sollte ich als Peru Einsteiger beachten?

Peru für Einsteiger – Abenteuerlust vs. Paranoia

Schauermärchen gibt es viele über Peru. Es kursieren Berichte von Überfällen und Diebstahl auf Touristen. Auch von verspäteten Bussen, katastrophalen Straßenverhältnissen, Magendarmerkrankungen und der Höhenkrankheit wird gesprochen. Doch wieviel davon ist wahr?

Um diese Frage zu beantworten und mich bestmöglich auf mein erstes Peru Abenteuer vorzubereiten (und vielleicht auch, um mich vielleicht auch ein wenig selbst zu beruhigen), habe ich 6 Peru-erfahrene Reiseblogger zu dem Andenstaat interviewt. Unter dem Titel „Peru für Einsteiger“ wollt ich von meinen 6 Peru Experten wissen:

  • Welche Verhaltenstipps gibst du Peru Einsteiger?
  • Welche Reiseziele sollten man auf gar keinen Fall verpassen?
  • Was sind die kulinarischen Highlights in Peru?

 Die Peru Experten

Steffi von adailytravelmate.com.Steffi ist Autorin von a daily travel mate – Der Reiseblog für Aktiv-Reisende. 2006 erkundete sie 8 Monate lang mit einem „Round the world“ Ticket die Welt – und das war die Beste Entscheidung ihres Lebens, wie sie sagt. Steffi ist ständig in Bewegung und aktiv – das spiegelt sich auch in ihren zahlreichen Reisen wieder. Erst kürzlich war sie in Myanmar unterwegs. Auf ihrem Blog findet ihr tolle Reiseleitfäden dazu!

Anja von happybackpacker.de

Anja ist ein wahres Weltenbummler-Urgestein. Seit 2000 reist sie durch die Welt und mittlerweile hat sie 54 Länder auf dem Buckel, darunter auch Peru. Zudem hat Sie ihr Herz ans Tauchen und Surfen verloren. Das Reisen gar nicht teuer sein muss, erklärt sie in ihrem Blog Happybackpacker.de und kommt dort auch mit vielen hilfreichen Tipps und Inspirationen einher.

Martin und Carolin von wetraveltheworld.deWann, wenn nicht jetzt? Mit diesem Gedanken im Hinterkopf kündigten Martin und Carolin 2013 ihren Job, um mehr von der Welt zu sehen und ferne Länder zu bereisen. Für 10 Monate packten sie ihre Rucksäcke und ließen alles in Deutschland zurück. Ihre Liste an bereisten Ländern ist lang. Auf wetraveltheworld.de findet ihr alle Reiseberichte und richtig gute Traveltipps!

Anne von goingvagabond.deJede Reise sollte ein einzigartiges Erlebnis sein! Mit diesem Ziel reist Anne durch die Welt, am liebsten mit Mann und Hund. Nach der Ausbildung entschloss sich Anne für 6 Monate nach Peru zu gehen. Daraus wurden dann 2 Jahren und sie kam mit ihrem peruanischen Freund im Gepäck zurück nach Deutschland. Über ihre Reisen schreibt die Freiberuflerin seit 2014 auf Going Vagabond – Fernweh inklusive!

Ariane von heldenwetter.deStudentin Ariane verbringt gern Zeit damit, mit dem Finger über Landkarten zu fahren und potentielle Reiseziele ausfindig zu machen. Neben ihrem Studium reist sie so oft wie möglich durch die Welt. Immer dabei sind ein Notizbuch und ihre Kamera. Ein Jahr lang lebte Ariane in Lima und verlor ihr Herz an Peru. Ihren Reiseblog inklusive fantastischer Fotografien findet ihr auf Heldenwetter.de.

Simone von just-travelling.deDie Komfortzone Deutschland zu verlassen geht leichter und schneller als man denkt! Simone ist infiziert, und zwar mit „Travel Bug“. Seitdem Sie unter Reisefieber leidet, zieht es sie regelmäßig in die Ferne, unter anderem nach Neuseeland, Australien, Peru und Bolivien. Auf ihrem Reiseblog just-travelling.de schreibt Simone von ihren Entdeckungsreisen und den wunderbaren Kleinigkeiten im Alltag einer Fernsüchtigen.

Peru für Einsteiger – 6 Reiseblogger packen aus

Was die 6 Reiseblogger Peru Einsteigern in Punkto Sicherheit und Fortbewegung raten, welche Sehenswürdigkeiten auf keiner Peru Reisen fehlen sollten und welche kulinarischen Gaumenschmause in Peru auf euch warten, erfahrt ihr im folgenden Artikel. Vielen Dank vorab an meine 6 Peru Experten für die ausführlichen und äußerst informativen Antworten!

Peru für Einsteiger - 6 Peru Experten packen aus! © Simone - just-travelling.de

Peru für Einsteiger – 6 Peru Experten packen aus! © Simone – just-travelling.de

1. Welchen Rat würdest du Peru Einsteiger für ihre erste Reise mit auf den Weg geben?

Steffi: Grundsätzlich ist Peru ein leicht zu bereisendes Land. Unterschätze allerdings nicht die Entfernungen, die du zurücklegen musst. Die Reisebusse in Peru sind in der Regel sehr bequem und neu. Wenn du für deine Reise allerdings nur wenig Zeig hast, dann empfehle ich dir, einzelne Strecken zu fliegen.

Für eine Reise nach Peru ist es außerdem sinnvoll, Spanisch zu lernen. Du musst nicht perfekt sein, schon ein kleiner Grundwortschatz hilft dir enorm weiter. Für eine Reise eine neue Sprache zu lernen ist übrigens ganz einfach.

Mein letzter Rat betrifft die Höhe. In Peru reist du häufig auf einer Höhe von über 3.000 Metern. Teilweise noch höher, wenn du zum Beispiel ein Trekking machst. Die Höhe ist zunächst eine große Belastung für den Körper, der ein paar Tage braucht, um sich zu akklimatisieren. Plane deine Reise durch Peru so, dass du genügend Zeit hast, dich an die Höhe zu gewöhnen. Trinke viel und gehe die Reise langsam an. Schau dir am besten mal meine Tipps zur Vermeidung der Höhenkrankheit an.

Wanderfreunde kommen in Peru voll auf ihre Kosten, zum Beispiel im Paramount Valley © Simone -just-travelling.de

Wanderfreunde kommen in Peru voll auf ihre Kosten, zum Beispiel im Paramount Valley © Simone -just-travelling.de

Anja: Entspannt euch. Die Mühlen des Lebens mahlen in Südamerika langsamer als in Deutschland und nicht immer verläuft alles so wie geplant oder erwartet. Busse kommen später, Verabredungen werden nicht eingehalten oder dein Magen rebelliert bei der andersartigen Küche. Egal was dir in Peru – oder wo auch immer wiederfährt- , nimm es einfach an und versuche das Beste daraus zu machen. Schließlich ist so eine Reise Sinn und Zweck der Sache, Deutschland und deinen Gewohnheiten zu entkommen und sich offen auf neue Erfahrungen einzulassen.

Martin & Carolin: Distanzen von A nach B sind in Peru unglaublich groß. Das sollte man nicht unterschätzen. Die Fernbusse in Peru sind dafür aber sehr komfortabel. Riesige Doppeldeckerbusse mit verschiedenen Sitzkategorien stehen dabei zur Auswahl. Alle Kategorien haben gemütliche breite Sessel, die sich teilweise in die komplette Horizontale bringen lassen. Einige Busse haben sogar LCD Bildschirme wie im Flugzeug. Je nach Fahrtdauer und Unternehmen werden 1-3 Mahlzeiten serviert. Das Ticket kostet zwischen 20,- und 60,- EUR pro Person. Man fährt abends los und ist morgens frisch ausgeschlafen am Ziel.

Wer die Zeit hat, sollte sich übrigens den Norden Perus mit Chachapoyas nicht entgehen lassen. Dieser Teil des Landes ist touristisch noch deutlich unberührter als der Süden und auch günstiger.

Mit dem Fernbus durch Peru: Meist bequem und günstig! © Martin & Carolin - wetraveltheworld.de

Mit dem Fernbus durch Peru: Meist bequem und günstig! © Martin & Carolin – wetraveltheworld.de

Anne: Nicht zu ängstlich und misstrauisch zu sein. In Peru gibt es so viele unglaublich nette und hilfsbereite Menschen, die meistens einfach nur ein bisschen mit dir quatschen wollen. Wenn man das nicht gewöhnt ist, vermutet man sofort, dass die Person irgendwas von einem will und ist eher reserviert und unnötig misstrauisch. Das sollte man wirklich ablegen. Aber ist wohl ein typisch deutsches Problem 😉 Dennoch darf man natürlich nicht blauäugig durch die Gegend rennen, aber das sollte ja eigentlich klar sein. Wer Spanisch spricht hat auf jeden Fall einen extrem großen Vorteil. Dementsprechend kann es nicht schaden, sich vorher mal ein wenig Spanisch anzueignen.

Ariane: Ich glaube, viele lassen sich von recht extremen Warnungen in den Reiseführern abschrecken, vor allem, was die Haupstadt Lima angeht. Ich weiß noch, im Reiseführer einer Freundin stand, man solle auf keinen Fall Bus, sondern nur Taxi fahren – so ein Blödsinn. Die touristischen Stadtteile sind ohnehin gut gesichert und ansonsten ist es einfach wichtig, auf die Peruaner zu hören und sich auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen. Busfahren in Lima, vor allem mit einem Minibus oder „Combi“, ist ein absolutes Erlebnis, das sollte man nicht verpassen!

Ansonsten fallen mir noch ganz viele Ratschläge ein. Zumindest ein paar Worte Spanisch sollte man vor seiner Reise sprechen, denn außerhalb von Cusco und vielleicht noch Lima kommt man mit Englisch nicht sehr weit. In Peru sollte man außerdem niemals die Entfernungen unterschätzen, das Land ist riesig und die Straßen oft in schlechtem Zustand. Wenn ein Peruaner sagt, „Ach, Arequipa, das ist gleich um die Ecke von Lima, da kannst du übers Wochenende hinfahren!“, meint er mit „um die Ecke“ circa 12-15 Busstunden.

Gleich um die Ecke oder doch eine Weltreise? Distanzen in Peru werden oft unterschätzt! © Ariane - heldenwetter.de

Gleich um die Ecke oder doch eine Weltreise? Distanzen in Peru werden oft unterschätzt! © Ariane – heldenwetter.de

Simone: Machu Picchu steht sicher ganz oben auf der Liste fast aller Peru-Reisen und ist meiner Meinung nach völlig zu Recht ein Touristen-Magnet: die Landschaft, die Rafinesse der Bauten, das ausgeklügelte Wassersystem, das immer noch funktioniert. Einfach nur beeindruckend, was die Inka mit ihrem Volk im 15. Jahrhundert geschaffen haben. Mein Tipp: Besucht Machu Picchu möglichst am Nachmittag! Die meisten Touren und Individualtouristen starten bereits früh morgens zur Inkastätte, um die Mittagszeit wird es bereits deutlich leerer. Daher empfehle ich, unbedingt bis zum Nachmittag zu bleiben, wenn man in Ruhe durch die Ruinen schlendern und diesen magischen Ort auf sich wirken lassen kann.

Ich bin auf meiner Peru-Reise über den Salkantay Trek nach Machu Picchu gelaufen, der übrigens eine tolle Alternative zum lange im Voraus ausgebuchten Inka-Trail ist. Auch wir sind mit unserer Tour am letzten Tag früh morgens nach Machu Picchu gestartet, aber wenn man noch einen der Berge – Huayna Picchu oder den großen Machu Picchu-Berg – besteigt, lässt sich leicht der ganze Tag am Machu Picchu verbringen. Die Besteigung des Huayna Picchu oder Machu Picchu ist übrigens nicht im normalen Eintrittsticket enthalten und muss vorher gebucht werden.

Packt euch genug Proviant für den langen Tag und ein T-Shirt zum Wechseln nach dem schweißtreibenden Aufstieg ein, dann steht einem unvergesslichen Tag am Machu Picchu nichts mehr im Weg.


2. Was sollte man in Peru auf gar keinen Fall verpassen?

Steffi: Als Aktiv-Reisende liebe ich natürlich wandern. Und Peru ist für eine Wanderung hervorragend geeignet. Mein persönliches Highlight war der fünf-tägige Salkantay-Trek nach Machu Picchu. Wobei du vier Tage wanderst und den ganzen letzten Tag Zeit für Machu Picchu hast. Am zweiten Tag der Wanderung überquerst du den 4.600 Meter hohen Salkantay Pass. Die Erinnerung an die Aussicht auf den gewaltigen, schneebedeckten Salkantay und die umliegenden Berge, löst noch heute Gänsehaut bei mir aus.

Falls du für deine Reise durch Peru nicht so viel Zeit mitbringst oder du Probleme mit der Höhe hast, dann empfehle ich dir ein Trekking in den Colca Canyon. Das Trekking dauert von Arequipa aus drei Tage.

Das ultimative Highlight für Wanderfreunde? Der Salkantay Trail auf 4.600 Höhenmetern! © Steffi -adailytravelmate.com

Das ultimative Highlight für Wanderfreunde? Der Salkantay Trail auf 4.600 Höhenmetern! © Steffi -adailytravelmate.com

Anja: Ok, ich werde die offensichtlichen Klassiker wie Titicacasee und Machu Picchu außen vor lassen und allen Surfern da draußen das verträumte Fischerdorf Mancora an der nördlichen Atlantikküste empfehlen. In den Sommermonaten von November bis Februar laufen einige der besten linksdrehenden Wellen Südamerikas an den Strand. Zudem ist das Leben ruhig und entspannt und ein guter Spot zum Entspannen und surfen.

Martin & Carolin: Peru ist ein riesiges Land und vor allem berühmt durch seine Inkastätte Machu Picchu. Der Salkantay Trek nach Machu Picchu war das absolute Highlight unserer Perureise. Diese Wanderung durch verschiedenste Landschaften mit dem krönenden Abschluss, dem Besuch der Inkastadt am fünften Wandertag, ist einfach großartig. Wir sind überzeugt, dass der Besuch Machu Picchus nicht so überwältigend gewesen wäre, wenn wir einfach nur hin- und wieder zurück gefahren wären. So aber war es das Ziel unserer Wanderung und auf dem Weg erhielten wir bereits Einblicke in die faszinierende Kultur der Inka.

Die Top-Adresse für Surfer? Mancora! © Anja - happybackpacker.de.

Die Top-Adresse für Surfer? Mancora! © Anja – happybackpacker.de.

Anne: Das ist natürlich eine ziemlich allgemeine Frage. Man sollte so viel wie möglich aufsaugen in der Zeit, die man da ist. Wenn man wirklich was von Peru sehen will, dann so wenig wie möglich in Touri-Hostels schlafen (die sind eh teurer), sondern einfach in jeder Stadt zur Plaza de Armas fahren und von dort ein kleines Hostel suchen. Außerdem sollte man versuchen von jeder der drei Landschaftszonen (Costa – Küste / Sierra – Berge / Selva – Dschungel) etwas kennenzulernen. Diese Vielfältigkeit macht Peru schließlich aus.

Ariane: Viele Reisende kommen mit dem Flugzeug in Lima an – und fahren direkt weiter. Ein, maximal zwei Tage, dann sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten abgeklappert, so scheint die Devise der Reiseveranstalter und sogar der meisten Backpacker. Manchmal wird nur ein einziger Nachmittag eingeplant, oder eben nur die Zeit für die Strecke zwischen Flughafen und Busverbindung ins mystische Cusco. Dabei hat Lima so viel zu bieten! Die spannendsten Museen ganz Lateinamerikas, eine aufstrebende alternative Kulturszene, eine der interessantesten und vielseitigsten Küchen der Welt… Klar, Lima ist chaotisch und voll, dreckig und laut, aber zum einen macht das die Stadt aus und zum anderen lohnt es sich einfach, über den ersten Blick hinaus die Stadt zu erkunden. Denn Lima ist Peru, hier kommt alles aus dem Land zusammen, hier lebt ein Drittel der Einwohner Perus, hier tobt einfach das Leben. Nicht umsonst sagen die Limeños, dass außerhalb Limas nur langweilige Provinz existiert…

Was man in Lima so alles machen kann? Ein Ausflug zum Mercado Central, den größten und verrücktesten Markt des Landes, auf dem man einfach alles findet, lohnt sich immer. Auch der größte Textilmarkt Lateinamerikas, Gamarra, ist wirklich spannend zu erleben. Museen gibt es in Lima zuhauf – ich fand besonders die oberste Etage des Museo de la Nación, die sich mit der Zeit des Terrorismus Ende des 20. Jahrhunderts befasst, sehr eindrucksvoll. Auch das Sklavereimuseum ist spannend und kostet nicht einmal Eintritt. Das Architekturmuseum lädt nicht nur durch seine Ausstellungen, sondern auch durch seine Lage im hübschen Viertel Pueblo Libre ein. Hier kann man gleich daneben in einer der ältesten Kneipen Perus einen Pisco trinken. Miraflores und Barranco sind die In-Viertel – in Miraflores kann man schick durch Larcomar schlendern, in Barranco sich auf die Suche nach cooler Street Art und kleinen Galerien begeben. Spannend ist in Lima auch der zweitgrößte Friedhof der Welt, Nueva Esperanza, über den ich hier schon einmal geschrieben habe.

Die Hauptstadt Lima: Oft unterschätzt findet Ariane!  © Ariane - heldenwetter.de

Die Hauptstadt Lima: Oft unterschätzt findet Ariane! © Ariane – heldenwetter.de

Simone: Wandern in der Cordillera Blanca in den nördlichen Anden Perus. Ausgangspunkt für die meisten Wanderungen dort ist die Stadt Huaraz, die in acht Stunden Busfahrt von Lima aus erreicht werden kann. Die Cordillera Blanca gilt als die höchste Bergkette der Welt und bietet unzählige Möglichkeiten für kurze und lange Wanderungen, bei denen man ob der atemberaubenden Landschaft nicht mehr aufhören kann zu staunen. Schneebedeckte, schroffe Sechstausender, grüne Täler und unglaublich türkise Seen – ich konnte mich jedenfalls nie sattsehen. Atemberaubend ist allerdings nicht nur die Landschaft, sondern auch die Höhe. Da die Täler der Cordillera Blanca über 3.000 Meter hoch sind und es bei den meisten Wanderungen über 4.000 Meter geht, solltet ihr ausreichend Zeit zur Akklimatisierung einplanen.

Die bekannteste Tageswanderung führt zur wunderschönen Lagune 69 auf 4.680 Metern und dauert insgesamt etwa 5-6 Stunden. Während des Aufstiegs kann man bei gutem Wetter den höchsten Berg Perus, den Huascaran, sehen. Etwas gemütlicher ist die Tour durch das Paramount Valley, das seinen Namen dem Berg Artesonraju verdankt, der als Vorbild für das Logo der Filmproduktion Paramount diente. Hier läuft man meistens auf flachen Wegen das Tal entlang, den Blick immer auf den Artesonraju gerichtet, nebenan ein knalltürkiser See. Wer davon nicht genug hat, kann den 4-tägigen Santa Cruz Trek oder weitere, bis zu zehn Tage dauernde Wanderungen durch die Cordillera Blanca in Angriff nehmen.


3. Was war dein absolutes Lieblingsessen in Peru?

Steffi: Die peruanische Küche ist wirklich lecker. Besonders angetan hat es mir Ceviche. Ceviche ist ein Gericht, das aus rohem Fisch besteht und kalt serviert wird. Seinen frischen Geschmack bekommt das Gericht vor allem durch die Limetten, Zwiebeln und den Koriander, mit dem es gewürzt wird. Lecker – auch wenn es sich im ersten Moment nicht so anhört. Ich würde sagen: Einfach probieren.

Bei deiner Reise durch Peru musst du natürlich auch das Nationalgetränk, den Pisco Sour probieren. Ein Cocktail mit Suchtpotential aus hochprozentigem Traubenschnaps, Limettensaft, Eiweiß, Zucker und einem Tropfen des Bitterlikörs „Angostura“. Obendrauf kommt eine Prise Zimt! Weitere Gerichte, die du in Peru probiert haben solltest, findest du hier.

Pisco Sour: Das peruanische Nationalgetränk mit Suchtfaktor? © Steffi-adailytravelmate.com

Pisco Sour: Das peruanische Nationalgetränk mit Suchtfaktor? © Steffi-adailytravelmate.com

Anja: Für mich ist das ganz klar Ceviche! Ceviche ist roher Fisch, der ungefähr 15 Minuten in Limettensaft mariniert und zusammen mit Zwiebel, Süßkartoffeln und Mais serviert wird. Schmeckt herrlich leicht und lecker. In Peru ist das Gericht allgegenwärtig, aber da ich ziemlich mäklig bin, hatte ich mich auf meiner Reise lange davor gedrückt. Im Küstenort Huanchaco stand ich dann eines Tages planlos an einer Straßenecke und wurde von einem netten Geschwisterpaar angesprochen, ob sie mir nicht die Stadt zeigen könnten. Wir streunten stundenlang in der Gegend umher, verständigten uns mit Händen und Füßen und abends nahmen sie mich mit nach Hause zu ihrer Familie. Dort kochte die Mutter frisches Ceviche für uns, und das Gericht war wie eine Offenbarung für mich. Vielleicht lag es aber auch mehr an der netten Umgebung und Menschen, die sich so warmherzig um mich gekümmert haben.

Martin & Carolin: Ceviche und Causa. (Ceviche = roher, marinierter Fisch; Causa = Kartoffelsalat aus Püree mit verschiedenen Zutaten wie Krabben, Avocado etc.) waren ein Gaumenschmaus. Am besten waren diese Gerichte in dem unwirklichen Ort Huanchaco an der Küste. Der Ort lädt zum relaxen und genießen ein und hat einige tolle Restaurants. Unsere Empfehlung: Restaurant Big Ben.

Anne: Also mittlerweile ernähre ich mich zwar wieder fast vegan, in Peru erschien mir das aber so gut wie unmöglich. Ei und Milch sind fast überall mit drin. Dementsprechend schwer ist es, denn im Grunde dreht sich alles um Fleisch (oder Fisch). Man muss allerdings sagen, auf dem Essens-Gebiet sind die Peruaner echte Spezialisten. Nicht umsonst ist die peruanische Küche einer der hochgelobtesten der Welt.

Für Veggies kann ich Papa a la Huancaina empfehlen, das ist eine kalte Vorspeise aus Kartoffel, Ei, Salat, Oliven und der berühmten Salsa de Huancaina – unheimlich lecker!

Keine kulinarische Köstlichkeit, aber trotzdem cool finde ich Chifles, das sind fritierte Kochbahnen, so dünn geschnitten wie Chips die absolut überall für 1 Sol (30 cent) zu kaufen sind. Die Torta de tres leches ist eine Torte zubereitet mit Milchcreme, ist auf jeden Fall was für jeden, der auf Süßes steht.

Wir kochen ab und zu peruanisch zu Hause, vor kurzem habe ich eine vegane Causa (Art herzhaftes Törtchen mit Kartoffelbrei, Avocado, und verschiedenen Füllungen, u.a. normalerweise Thunfisch) zubereitet. Man kann also Fleisch-Essen auch wunderbar abwandeln 😉

Sieht doch ganz lecker aus! Causa - ein Kartoffelsalat aus Püree mit verschiedenen Zutaten. © Anne - goingvagabond.de

Sieht doch ganz lecker aus! Causa – ein Kartoffelsalat aus Püree mit verschiedenen Zutaten. © Anne – goingvagabond.de

Ariane: Das ist schwer, denn die peruanische Küche ist grandios und es gibt irrsinnig viele leckere und spannende Gerichte. Ceviche ist natürlich kein Geheimtipp mehr, genauso wenig wie Lomo Saltado. Was ich an Mittagessen besonders mag, ist Seco, Fleisch in Koriandersauce. Als Vorspeise Tequeños, kleine mit Käse und Schinken gefüllte Blätterteigrollen, und ich bin im siebten Himmel. Besondere Empfehlungen habe ich allerdings zwei andere: Zum einen würde ich dir ans Herz legen, mal chinesisch-peruanisches Essen (Chifa) zu probieren. Das ist mittlerweile ein fester Bestandteil der peruanischen Gastronomielandschaft und nichts schlägt eine abendliche Portion gebratenen Reis mit Wan-Tan. Und zum anderen: Keine Angst vor Straßenständen! Auf der Straße gibt es so viele leckere Gerichte – Süßes, Salziges, Klebriges… Picarones zum Beispiel, frittierte Kringel aus einem Süßkartoffel-Kürbis-Teig mit süßer Honigsauce. Oder Anticuchos… bei denen ich besser nicht erkläre, woraus sie bestehen, sonst will sie keiner mehr probieren. Erst essen, dann hervorragend finden, dann die Erkenntnis, was man gerade gegessen hat… Viel Spaß beim Schlemmen auf jeden Fall!

Simone: Lomo Saltado, mit Tomate, Zwiebel und Koriander gebratene Rindfleischstreifen, die meistens mit Reis und Kartoffeln oder Papas Fritas (Pommes) serviert werden. Das ist mit Sicherheit das Gericht, das ich in Peru am häufigsten gegessen habe, denn es steht in fast jedem Restaurant oder Imbiss auf der Karte. In einfachen, kleinen Restaurants bekommt man Lomo Saltado meist sehr günstig für 5 bis 8 Soles (etwa 1,50 bis 2,30 EUR), oft sogar noch mit einer Suppe vorweg.

Fischliebhaber sollten an der Küste unbedingt Ceviche – in Limettensaft marinierter, roher Fisch – probieren. Auch sehr lecker, aber für mich kein Essen für jeden Tag. Lomo Saltado geht dagegen (fast) immer!


Peru für Einsteiger – Das Fazit

Mit etwas Abenteuerlust, Spanischkenntnissen und Gelassenheit steht eurem Backpacking Abenteuer in Peru nichts mehr im Wege!

Lamas in Peru. © Anne - goingvagabond.de

Lamas in Peru. © Anne – goingvagabond.de

Verhaltenstipps für Peru Einsteiger

  • Lernt Spanisch! Sicherlich kommt man in den touristischen Hotspots rund um Cusco oder Lima mit Englisch noch halbwegs zurecht. Darüber hinaus wird es jedoch schwierig, denn der Englisch Schulunterricht in Peru ist eher rudimentär. Wer durch Peru reist und authentisch in das Land eintauchen möchte, der sollte sich zumindest einen Grundwortschatz Spanisch aneignen. Tipps zum schnellen und kostengünstigen Sprachen lernen findet ihr hier.
  • Akklimatisieren nicht vergessen! Die meisten sehenswerten Reiseziele in Peru liegen auf über 3.000 Höhenmeter. Um einer Höhenkrankheit vorzubeugen sollte man ausreichend akklimatisieren und es langsam angehen lassen. Auf eigene Faust in den Anden wandern ist ein no-Go!
  • Take it easy! Verspätete Busse, geplatzte Verabredungen und lange Wartezeiten gefallen uns Deutschen gar nicht sehr, gehören in Peru aber zum Alltag. Ärgert euch nicht zu sehr und lasst euch eure Reise bloß nicht davon vermiesen, dass in Peru alles etwas langsamer läuft. Andere Länder, andere Sitten!
  • Seid wachsam aber nicht paranoid! Horrorgeschichten über Diebstahl, Mord und Totschlag gibt es viele, doch nicht alle davon sind wahr. Peru ist sicherer, als ihr womöglich denkt. Befolgt einfache und logische Sicherheitsregeln. Unterhaltet euch mit Einheimischen und informiert euch, welche Orte und Stadtteile man meiden sollte. Auch euer Bauchgefühl ist ein verlässlicher Berater.
  • Plant genug Zeit ein! Viele Peru Reisende unterschätzen die Größe des Landes und die weiten Entfernungen. Mit dem Bus sind Fahrten von 10-20 Stunden keine Seltenheit. Dementsprechend viel Zeit solltet ihr auch für die Fortbewegung innerhalb des Landes einplanen. Wer Zeitdruck hat, der sollte Inlandsflüge in Erwägung ziehen.

Reisetipps für Peru Einsteiger

  • Machu Picchu: Ganz gleich ob Salkantay Trek (über 4.600 m) oder Inka Trail – eine mehrtägige Wanderung zum berühmten Machu Picchu gehört zum Peru Pflichtprogramm.
  • Titicacasee: Auch der Titicacasee gehört zu den Peru Klassikern. Auf der peruanischen Seite des Sees können u.a. schwimmende Schilfdörfer und einige wunderschöne Inseln angesteuert werden.
  • Lima: Die Hauptstadt Perus wird häufig unterschätzt, dabei hat sie allerhand zu bieten – von schönen Bauwerken, vorgelagerten Stränden, interessanten Museen, verrückten Märkten und gemütlichen Kneipen.
  • Mancora: Surfer und all jene, die es werden wollen, finden in dem Fischerdorf Mancora an der nördlichen Atlantikküste die besten linksdrehenden Wellen Südamerikas.
  • Cordillera Blanca: Auch für Wanderfreunde interessant ist Cordillera Blanca in den nördlichen Anden. Hier wandert man zwischen schneebedeckte Sechstausendern, grünen Tälern und türkisblauen Bergseen.

Reisevorbereitung für Peru Einsteiger

Für die Planung und Einstimmung auf eure erste Peru Reise empfehle ich euch das Reisehandbuch für Peru & Westbolivien von Stefan Loose. Darin findet ihr Tipps für eure Route, Übernachtungsmöglichkeiten und Informationen zum Transport. Mit der Loose Reihe habe ich als Backpacker immer sehr gute Erfahrungen gemacht.


Die im Artikel verwendeten Bilder wurden bereitgestellt von:
© Simone – www.just-travelling.de
© Ariane – www.heldenwetter.de
© Steffi – www.adailytravelmate.com
© Anja – www.happybackpacker.de
© Anne – www.goingvagabond.de
© Martin und Carolin – www.wetraveltheworld.de

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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6 Antworten

  1. Chris sagt:

    Toller Artikel… genau das was ich gesucht habe… das Ziel steht für nächstes Jahr ganz oben auf der Liste!!!

  2. José sagt:

    Ich möchte Deutsch lernen, wenn jemand kommt können wir voneinander lernen

  3. Andreas sagt:

    In Peru funktioniert bei weitem nicht alles, aber genau das macht manchmal den Charme dieses Landes aus. Wer gestresst ist und voll von Hektik, der wird hier auf ganz natürliche Weise zur Ruhe gebracht.

    … wenn er nicht gerade im Verkehr von Lima unterwegs ist.

    • Hallo Andreas,

      wenn alles reibungslos läuft, ist es ja irgendwie auch langweilig. Genau das macht eben den Charme aus.

      Der Verkehr in Lima ist in der Tat etwas für Geduldige. Aber von der Straßenbahn waren wir positiv überrascht.

      Viele Grüße und frohes Reisen,
      Isolde MaReisen

  4. Roman sagt:

    Klasse Artikel,
    hat mir sehr weitergeholfen.
    Vielen Dank

  5. Martin sagt:

    Das ist ja echt ein klasse Artikel mit vielen tollen Tipps! Da kann sich jeder etwas abschauen!
    Die lässige Art der Peruaner ist einfach besonders. Durch Spanisch sprechen sind sie einfach sofort noch offener. Aber auch mit Händen und Füßen kommt man doch ganz gut durch!

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