Simbabwe

Tagesausflug zu den Victoria Fällen in Simbabwe: Tipps, Visum und Anreise

22. September 2020

Die Victoria Fälle gehören zu den imposantesten und größten Wasserfällen unserer Erde. Unter tosendem Donnern stürzt der Sambesi aus bis zu 107 Metern in die 1,7 Kilometer lange Schlucht. In der Regenzeit schießen hier teilweise bis zu 10.000 m³ Wasser pro Sekunde die Fallkante hinunter. Der Sprühnebel, der dabei durch die gewaltigen Wassermassen entsteht, steigt oft bis zu 300 Meter hoch in die Luft. Beeindruckend oder? Kein Wunder also, dass diese Naturgewalt eine der beliebtesten Attraktionen im südlichen Afrika und seit 1989 sogar als UNESCO Weltnaturerbe gelistet ist.

Die Victoria Fälle liegen auf der Grenze zwischen Simbabwe und Sambia. Entdeckt wurden die Wasserfälle 1855 von dem schottischen Missionar David Livingstone, der ihnen zu Ehren der britischen Königin Victoria den Namen Victoria Falls gab. Die Einheimischen hingegen nennen sie voller Ehrfurcht „Mosi-oa-Tunya“, was soviel heißt wie „donnernder Rauch“.

Im folgenden Beitrag erfährst du alles, was du über deinen Besuch der Victoria Fälle wissen solltest. Meine Erfahrung beziehen sich dabei ausschließlich um einen Besuch von der simbabwischen Seite der Wasserfälle.

Besuch der Victoria Fälle
Aktivitäten im Victoria Falls Rainforest Nationalpark
Beste Reisezeit für die Victoria Fälle
Anreise zu den Victoria Fällen
Einreise von Botswana nach Simbabwe
Praktische Tipps für deinen Besuch


Besuch der Victoria Fälle

Für deinen Besuch der Victoria Fälle solltest du ca. 3 Stunden Zeit einplanen bei gemütlichem Schritt und regelmäßigen Foto Stopps.  Entlang der Fallkante wurde ein rund 1,7 km langer Spazierweg mit insgesamt 15 Aussichtspunkten auf der simbabwischen und 4 auf der sambischen Seite angelegt. Dieser beginnt direkt hinter dem Besuchereingang am Livingstone Denkmal und ist bestens ausgeschildert.

Der „Devil’s Cataract“ gleich zu Beginn des Rundgangs ist meiner Meinung nach einer der schönsten View Points. Über 73 Stufen (Vorsicht rutschig!) gelangst du an den Aussichtspunkt, von dem du einen Blick auf die komplette Länge der Victoria Fälle hast. Die Gischt peitscht hier unablässig hinauf und bei Sonneneinstrahlung bilden sich häufig sehr fotogene Regenbögen.

Als nächstes gelangst du zu den „Main Falls“. Am Viewpoint 7 bekommst du dabei den besten Blick auf die Victoria Fälle in ihrer gesamten Breite von 830 Metern. Die Hauptfälle führen das ganze Jahr über Wasser und sind jederzeit einen Besuch wert.

Anschließend erreichst du die „Horseshow Falls“ und die „Rainbow Falls“, die jedoch in der Trockenzeit wenig bis gar kein Wasser führt. Der Blick auf die tiefe Schlucht ist aber auch ohne Wasser beeindruckend. Hier befindet sich auch der „Greatest Fall“, der mit 108 Metern der längste Wasserfall im Nationalpark ist. Die besten Aussichtspunkte hier sind Viewpoint 11 und 14.

Als nächstes erreichst du den Aussichtpunkt 15 „Danger Point“, an dem du in der Regenzeit mit sehr viel Gischt und Wind rechnen musst. In der Trockenzeit fließt hier hingegen kaum ein Tropfen Wasser.

Der letzte Aussichtspunkt auf dem Rundweg ist die „Victoria Falls Bridge“, eine alte Eisenbahnbrücke, von der Adrenalinjunkies heutzutage einen Bungee-Jump in die Tiefe machen können.

Zurück gelangst du über den gleichen Rundweg. Am Besuchereingang befindet sich übrigens auch eine kleine, etwas in die Jahre gekommene Ausstellung mit Erläuterungen, wie die Victoria Fälle entstanden sind. Zudem bieten lokale Agenturen geführte Touren zu den Wasserfällen an, allerdings habe ich diese Option nicht in Anspruch genommen, weil ich den Mehrwert nicht wirklich gesehen habe. Die Guides führen dich ohne große Erklärungen nur von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt.

Alle Fakten zum Victoria Falls Rainforest Nationalpark auf einen Blick:

► Der Eingang zum Victoria Falls Rainforest Nationalpark befindet sich nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum von Victoria Falls entfernt, folge einfach der Hauptstraße zur Grenze nach Sambia. Am Eingang gibt es ausreichend Parkplätze, sofern du mit einem eigenen Auto anreist.

► Der Nationalpark ist täglich von 6:30 – 18:00 Uhr geöffnet, zwischen November bis April sogar schon ab 6:00 Uhr morgens.

► Der Eintritt in den Park auf der Simbabwe Seite kostet $30 pro Person, von der Sambia Seite aus nur $20 pro Person. Zahlen kannst du mit Kreditkarte, in US-Dollar, britischem Pfund, Euro oder Rand. Bitte beachte, dass dich das Ticket nur zum einmaligen Eintritt in den Nationalpark befähigt.

Weitere Informationen zum Victoria Falls Rainforest Nationalpark findest du >>hier<< auf der offiziellen Website.


Aktivitäten im Victoria Falls Rainforest Nationalpark

Die imposanten Victoria Fälle sind für sich schon eine Reise wert. Doch für Outdoor Liebhaber und Abenteuerlustige hält der Nationalpark noch allerhand weitere, spannende Aktivitäten bereit.

Panorama Rundflug mit dem Helikopter

Einen spektakulären Blick auf die Victoria Fälle und die imposante Schlucht bekommst du aus der Luft bei einem Helikopter Rundflug. Auch wenn der Flug mit $150 nicht gerade ein Schnäppchen ist, hat es sich absolut gelohnt und ich kann es nur weiterempfehlen. Der „Flight of Angels“ dauert ca. 15 Minuten und bringt dich in unterschiedlichen Loops direkt über die Wasserfälle. In der Regenzeit siehst du hier vorrangig die aufsteigende Gischt, in der Trockenzeit kannst du hingegen die komplette Schlucht einsehen und es bilden sich viele kleine Regenbögen. Buche deinen Helikopter Flug möglichst in voraus, die Nachfrage ist groß. Versuche einen möglichst zeitigen Flug zu bekommen, da die Sicht dann noch klarer als in den Mittagsstunden ist. Mit etwas Glück erhaschst du vielleicht sogar einen Platz am Fenster, das ist jedoch abhängig vom Gewicht aller Passagiere.

Bungee-Spung von der Victoria Falls Bridge

Wie schon erwähnt, werden Bungee-Sprünge von der Victoria Falls Bridge am Ende des Rundganges angeboten. Die alte Eisenbahnbrücke ist 125 Meter hoch und war zur Zeit ihres Baus die höchste Brücker der Welt. Der Sprung in die Tiefe ist 111 Meter tief.

Du planst eine Rundreise durch Namibia, Botsuana und Simbabwe? Mit dem Lonely Planet Reiseführer für Namibia, Botsuana und Simbabwe hast du alle Informationen in einem Reiseführer gesammelt. Perfekt für Individualreisende!

empfohlen von Doreen Semmler – www.fernsuchtblog.de

Rafting auf dem Sambesi

Wenn dir der Rundgang entlang der Fallkante zu langweilig ist oder du eine völlig neue Perspektive auf die Victoria Fälle bekommen möchtest, dann kannst du die Schlucht auch auf dem Wasserweg entdecken. Die hiesige Rafting Strecke auf dem Sambesi gilt als eine der anspruchsvollsten auf der Welt mit einigen Drops und Kicks und führt dich im Zick-Zack-Kurs durch die Schlucht. Nichts für schwache Nerven! In und kurz nach der Regenzeit sind die Touren mitunter aufgrund der Wassermengen nicht möglich.

Ein Bad im Devils Pool

Ein besonders aufregendes Erlebnis in der wasserarmen Zeit von September bis Dezember ist ein Bad im berühmt berüchtigten Devils Pool. Dabei handelt es sich um ein natürlich entstandenes kleines Wasserbecken auf der Fallkante in Sambia. An den Infinity Pool der Extraklasse mit spektakulären Blick in die Schlucht gelangst du allerdings nur im Rahmen einer geführten Tour.


Beste Reisezeit

Theoretisch kannst du die Victorial Fälle das ganze Jahr über bereisen, allerdings variiert der Wasserstand je nach Jahreszeit.

Am Ende der Regenzeit und kurz danach, also von Februar bis Mai, führt der Sambesi das meiste Wasser und die Victoria Fälle sind am imposantesten. Pro Sekunde donnern dann ca. 10.000 Kubikmeter Wasser in die Schlucht. In dieser Zeit ist die Gischt allerdings auch so stark, dass du vor lauter Sprühnebel kaum auf die gegenüberliegende Fallkante schauen kannst und mit Sicherheit klitschnass wirst. Deutlich besser ist die Sicht von Juni bis August. Dann kannst du auch die schönsten Fotos von den Victoria Fällen machen, denn die Gischt in der Regenzeit macht das zu einem schier unmöglichen Unterfangen.

Doch auch in der Trockenzeit von September bis Oktober lohnt ein Besuch der Victoria Fälle. Teilweise führt der Sambesi dann so wenig Wasser, dass die Wasserfälle an einigen Stellen nahezu ausgetrocknet sind, aber so bekommst du wenigstens einen Blick auf die beeindruckend tiefe Schlucht. Auch aus der Luft sind die Victoria Fälle dann besonders spannend. Zudem ist es zu dieser Zeit teilweise möglich, entlang der Fallkante auf der sambischen Seite entlangzuwandern oder im Devils Pool zu baden. Den niedrigsten Wasserstand erreichen die Victoria Fälle dann im November und Dezember.

Ich selbst war im Oktober an den Victoria Fällen und der Sambesi hat noch ausreichend Wasser geführt und ist unter tosendem Donnern in die Schlucht gefallen. Zudem haben sich überall wunderschöne Regenbögen gebildet und wir sind mitunter etwas nass geworden.

Beachte bei deiner Reiseplanung bitte, dass dies natürlich keine 100% verlässlichen Angaben sind. Natürlich kann es vorkommen, dass der Sambesi in besonders trockenen Jahren schon deutlich eher kein Wasser mehr führt.


Anreise zu den Victoria Fällen

Die Victoria Fälle erstrecken sich über die Grenze zwischen Simbabwe und Sambia. Demnach gibt es auch zwei Orte, von denen aus du die Victoria Fälle besuchen kannst: Von Livingstone in Sambia oder Victoria Falls in Simbabwe.

Simbabwe oder Sambia?

Von Simbabwe aus, von Sambia aus oder beides? Diese Entscheidung liegt natürlich bei dir. Fakt ist, besuchst du die Victoria Fälle von beiden Seiten aus, musst du auch zwei Mal für das Visum bezahlen. Wir haben uns für die simbabwische Seite entschieden, da die Sicht auf die Wasserfälle von dort deutlich imposanter ist.

Tagesausflug von Botswana aus

Wir haben die Victoria Fälle während unserer Rundreise durch Namibia und Botswana im Rahmen eines Tagesausfluges besucht. Unser Ausgangspunkt war die Stadt Kasane in Botswana Dort haben wir uns einen Transferdienstleister angeschlossen, der uns über die Grenze nach Victoria Falls in Simbabwe gebracht und nach unserem Besuch auch wieder zurückgebracht hat. Das Ganze ist ein recht zeitintensives Unterfangen. Zusätzlich zur reinen Fahrtzeit von ca. 1 Stunde solltest du für den Grenzübergang nach Simbabwe noch einmal 1-2 Stunden einplanen. Der Papierkram für das Visum kann sich aufgrund der recht eigenwilligen Prozesse etwas hinziehen. Auf dem Rückweg nach Botswana geht es dann aber deutlich schneller, ein Blick in den Pass und die Registrierung im Buch reichen aus.

Hinweis: Natürlich kannst du nach Simbabwe auch mit deinem Mietwagen als Selbstfahrer einreisen, allerdings haben wir uns gegen diese Option entschieden, da hierfür zusätzliche Steuern für das Auto sowie Gebühren für die Ein- und Ausreise angefallen wären.


Einreise von Botswana nach Simbabwe

Für die Einreise nach Simbabwe benötigst du als deutscher Staatsbürger einen gültigen Reisepass mit ausreichenden freien Seiten (mit Platz für 4 Stempel und 1 ganzseitiges Visum) sowie ein Visum, welches dir direkt an der Grenze ausgestellt wird. Der Grenzübergang ist täglich zwischen 06:00 – 22:00 Uhr möglich. Die Kosten für das Visum betragen $30 pro Person (Single Entry) bzw. $45 pro Person (Double Entry), bezahlbar in US-Dollar, Euro, Pula oder Rand. Am besten hast du die Gebühr für das Visum in bar dabei, denn somit reduzierst du die Bearbeitungszeit und Kartenlesegeräte funktionieren ohnehin nicht verlässlich.

Solltest du während deines Besuches der Victoria Fälle auch einen Abstecher auf die gegenüberliegende Seite nach Sambia planen, benötigst du also das Double Entry Visum. Beachte aber bitte, dass du für eine Reise nach Sambia auch eine Gelbfieberimpfung benötigst.


Praktische Tipps für deinen Besuch

Verpflegung:
Die Temperaturen an den Victoria Fällen liegen meist zwischen 25°C und 35°C, dazu kommt meist eine ziemlich hohe Luftfeuchtigkeit. Daher solltest du ausreichend Wasser dabei haben und auch ein paar Snacks. Alternativ befindet sich am Eingang in den Nationalpark ein kleines Café, dass kühle Getränke anbietet und auch entlang des Wanderweges stehen immer wieder Verkäufer.

Schuhwerk:
Durch die Gischt sind die Steine entlang des Wanderweges und an den Aussichtspunkten häufig etwas rutschig. Statt Flip Flops oder Sandaletten solltest du also eher zu festen Schuhwerk oder gar Wanderschuhen greifen.

Bekleidung:
Wenn du die Victoria Falls in oder kurz nach der Regenzeit besuchst, wirst du durch die Gischt ordentlich nass werden. Pack dir einen Regenponcho oder eine Regenjacke ein und denke auch an einen Wasserschutz für deine Kamera.

Sicherheit:
Trotz Armut und der unstabilen politischen sowie wirtschaftlichen Lage ist Victoria Falls in Simbabwe ein recht sicheres Pflaster. Raubüberfälle gibt es nur selten. Eine deutliche größere Gefahr geht tatsächlich von wilden Tieren wie Elefanten oder Warzenschweinen aus. Vermeide daher in der Abenddämmeung zu Fuß abseits de touristischen Pfade unterwegs zu sein.

Währung:
Noch bis Juni 2019 wurde Fremdwährung wie US-Dollar, Rand und Euro als Zahlungsmittel in Simbabwe erlaubt. Mittlerweile wurde der Simbabwe Dollar wieder eingeführt und gilt als offizielle Währung. Fremdwährungen sind verboten. Da die Währungslage jedoch recht schnelllebig und undurchsichtig erscheint, empfehle ich dir, dich vor deiner Reise über den aktuellen Stand zu informieren.

Sprache:
In Simbabwe gibt es ingesamt 16 gleichberechtigte Amtssprachen, die Wichtigsten sind die Bantu-Sprachen Shona (ca. 75%) und Ndebele (ca. 20%). Englisch gilt als offizielle Landessprache und wird vor allem in den Städten gesprochen. Du solltest dich also gut verständigen können.


Weiterführende Informationen und Reiseführer

Für deine Reise zu den Victoria Falls empfehle ich dir den Lonely Planet Reiseführer für Namibia, Botsuana und Simbabwe. Darin erfährst du alles, was du zum Thema Grenzübergang, Einreise, Übernachtung und Co. wissen musst. Der Reiseführer enthält einen gesonderten Abschnitt zu den Victoria Falls inklusive Karte und Erläuterung zu den einzelnen Aussichtspunkten. Darüber hinaus findest du in meinem Namibia und Botsuana Forum weitere spannende Reisetipps wie beispielsweise:

Spitzkoppe: Wandern, Klettern und Yoga am Matternhorn Namibias
Im Reich der Elefanten: Safari im Chobe Nationalpark Botswana
Okavango Delta in Botswana: Das letzte Paradies auf Erden
Erindi Private Game Reserve in Namibia: Käffchen mit Elefanten

© Bilder: Doreen Semmler, Sebastian Semmler

2 Comments

  • Reply Cindy 8. Oktober 2020 at 10:35

    Oh dein Beitrag und diese traumhaft schönen Bilder machen gleich Lust dahin zu reisen. Afrika ist ja generell mein (Cindy) Kindheitstraum und eigentlich wollten wir uns diesen Traum dieses Jahr erfüllen. Naja, jetzt müssen wir unser Fernweh erstmal mit deinen tollen Blogeinträgen stillen. Die Viktoria Fälle stehen jedenfalls ganz ganz weit oben auf der Liste. Nach den Iguazu definitiv unsere nächsten großen Wasserfälle, die wir bereisen wollen.

    Danke für die tollen Impressionen und Tipps! Kommt direkt auf unsere Bucketlist!

    Liebe Grüße Cindy & Chris

    • Reply Doreen Semmler 8. Oktober 2020 at 13:25

      Ja die Lust auf Fernreisen wächst, gerade jetzt wo es nicht möglich ist. Ich hoffe wir können bald wieder weit weg und bis dahin genießen wir die Abenteuer in Europa oder vor der Haustür 🙂

    Leave a Reply

    Durch das Abschicken deines Kommentars bestätigst du, dass du unsere Datenschutzbestimmungen gelesen und akzeptierst hast. Wir erklären hiermit ausdrücklich, dass wir deine persönlichen Daten nicht an Dritte weitergeben.