Indien

Not-to-Do Liste Indien: 14 Dinge, die du in Indien NICHT tun solltest

2. April 2015
Backpacking in Indien: Die Not-to-do Liste

Dass ich Indien liebe, dass wisst ihr. Immer wieder erzähle ich euch von meinen liebsten Orten, Trips und Erlebnissen in „Incredible India“. Doch in der Tat gibt es in Indien auch einige Dinge, die man einfach mal weg lassen sollte. Welche das sind, erfahrt ihr in der folgenden No-to-Do Liste für Indien.

#1: Selbst Auto fahren in Indien? Bungee Jumping ist weniger risikoreich!

In indischen Großstädten mit dem Auto, Moped oder Fahrrad zu fahren ist lebensgefährlich, denn die Devise lautet: Der Stärkere gewinnt! Und wer glaubt, dass er durch Moped Fahren in Italien oder China schon genug erlebt hat, der irrt sich, denn Indien ist nochmal eine ganz andere Dimension. Meine Finger und Zehen reichen nicht aus, um die Anzahl der fatalen Unfälle abzuzählen, die ich während meiner 6 Monate in Indien miterleben musste. Indien steht an der Spitze der Länder mit den meisten Verkehrstoten im Jahr. Deshalb würde ich vor allem Indien Neulingen strengstens davon abraten, sich in einer indischen Großstadt wie Mumbai, Delhi oder Bangalore selbst ans Steuer eines Autos oder auf ein Moped zu setzen.

In touristischen Gegenden wie rund um Goa oder auf den Andamanen sieht das schon etwas anders aus. Hier sind die Straßen ruhiger und das Fahren mit dem Moped oder Fahrrad macht richtig Spaß, zumindest am Tage. Dabei solltet ihr folgende Dinge beachten:

▸ Besorgt euch einen internationalen Führerschein. Der erspart euch Stress und Geld, solltet ihr auf die korrupte indische Polizei treffen.
▸ In Indien gilt Linksverkehr. Zwangsläufig hält sich aber auch kein daran.
▸ Setzt euch vorab mit den indischen Verkehrsschildern auseinander.
▸ Begutachtet euer geliehenes Verkehrsmittel sorgfältig beim Verleih. Funktionieren die Bremsen, und das Licht? Aufgrund der Armut werden die Verkehrsmittel nur selten umfangreich gewartet.
▸ Wer ohne Helm fährt ist lebensmüde! Auch wenn es warm ist, solltet ihr euren Kopf schützen. Sinnvoll sind auch lange Hosen und Shirts sowie geschlossene Schuhe.
▸ Hupen was das Zeug hält! Wenn ihr im indischen Straßenverkehr überholt, dann kündigt dies den anderen Fahrern durch lautest, eindringliches Hupen an!
▸ Niemals im Dunkeln fahren. Vor allem aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse und den zahlreichen Schlaglöchern ist das Fahren bei Nacht äußerst gefährlich.
▸ Kühe auf der Straße sind in Indien alles andere als Selten. Und diese haben meist Vorrang.

Weitaus sicherer, wenn man von Sicherheit im indischen Straßenverkehr sprechen kann, ist es sich einen privaten Fahrer zu organisieren oder mit dem Bus zu reisen. Aber auch dies ist nichts für schwache Nerven, denn die privaten Fahrer haben einen äußerst radikalen Fahrstil und Anschnallgurte gibt es in den Mietwagen nur selten.

Straßenverkehr in Indien: Da trifft Mensch auf Moped, und LKW auf Kuh. Nichts für Anfänger!
Straßenverkehr in Indien: Da trifft Mensch auf Moped, und LKW auf Kuh. Nichts für Anfänger!

#2: Straßenessen in Indien? Geh doch gleich ins Krankenhaus!

Ob Pani Puri, Masala Dosa oder Palak Paneer – wenn es einen grund gibt nach Indien zu reisen, dann ist es auch das Essen. Die indische Küche ist sehr schmackhaft, abwechslungsreich und… nicht immer gut für unsere sensiblen europäischen Mägen!

In Indien gibt es zahlreiche Straßenküchen, die Mahlzeiten zu günstigen Preisen anbieten. Und natürlich ist die Verlockung groß, die scharfen, traditionellen Gerichte zu probieren, aber Vorsicht! Die Currys werden meisten mehrfach aufgewärmt und wieder abgekühlt und köcheln in offenen Töpfen mitten im Straßenverkehr. Fleisch und Fisch liegen Stundenlang in der prallen Sonne und werden von Fliegen befallen. Auch Obst und frisch gepresste Säfte sind gefährlich, denn die Behälter und Gerätschaften werden nur selten gesäubert, und wenn dann mit dem ebenso fragwürdigen Leitungswasser. Das indische Essen auf der Straße ist sicherlich alles, nur nicht keimfrei. Wer also die Hälfte seiner Reise nicht über dem Hock-Klo verbringen oder sich mit Immodium Akut durchschlagen möchte, der sollte Restaurants den Straßenküchen vorziehen. Indisches Straßenessen eignen sich nur für Inder und Europäer mit Kuhmagen! Bist du länger in Indien unterwegs, so wird dich dein Magen nach und nach an das indische Essen gewöhnen – dann bist auch du bereit für die weite, schmackhafte Welt der indischen Straßenküchen.

Straßenküche für Kühe: In Indien fressen die Kühe den Müll auf der Straße.
Straßenküche für Kühe: In Indien fressen die Kühe den Müll auf der Straße.

#3: Spende an Bettelnde Kinder? Die Hintermänner bedanken sich!

Viele Backpacker assoziieren Indien mit bettelnden Kinder in Lumpen und mit verfilzten Haar. Und selbstverständlich werdet ihr bei eurer Reise durch Indien mit der Frage konfrontiert: Spenden oder nicht spenden?

Wer glaubt, mit dem Geld spenden an Bettlern immer etwas gutes zu tun, der täuscht sich, denn damit unterstützt du nur in den seltensten Fällen die Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze, sondern vielmehr kriminelle Banden. Täglich senden diese Horden von obdachlosen Kinder auf die Straße und zwingen sie betteln zu gehen. Am Abend müssen die Kinder dann all ihre Einnahmen an die Hintermänner der Bande abgeben und erhalten dafür eine klägliche Mahlzeit oder eine Unterkunft. Auf den Straßen Indiens trifft man zudem auf Unmengen von Krüppeln, die um Almosen bitten. Viele von ihnen können nicht mehr arbeiten aufgrund ihrer Behinderung und sind auf Spenden angewiesen. Wer jetzt spenden möchte sollte jedoch auch bedenken, dass es zahlreiche Verbrecherbanden und sogar Eltern gibt, die ihre Kinder vorsätzlich verstümmeln, um sich eine Einnahmequelle zu sichern. Auch indische Frauen werden immer wieder von ihren Männern zum Betteln gezwungen, beispielsweise damit sich diese Alkohol kaufen oder ihrer Spielsucht nachgehen können. Die bettelnden Frauen stehen meist mit einem Kind auf dem Arm am Straßenrand und betteln um Geld. Während meiner Zeit in Indien habe ich versucht, indische Frauen zu unterstützen und ihnen Nahrung zu kaufen. Doch anstatt diese anzunehmen, warfen sie die Bananen auf den Boden und forderten Geld.

Spenden oder nicht spenden, diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten. Fakt ist, dass man mit jeder Geldspende auch kriminelle Banden unterstützt. Ich empfehle dir, auch wenn es unmenschlich klingt, Bettler, ganz gleich ob Kind oder Frau, stoisch zu ignorieren und ihnen kein Geld zu geben. Kinder gehören in die Schule zum Lernen, und nicht auf die Straße zum Betteln. Wer helfen möchte, der sollte über eine Patenschaft nachdenken oder an eine geprüfte Organisation spenden

"One Rupee please!" Armut ist ein großes Problem in Indien.
„One Rupee please!“ Armut ist ein großes Problem in Indien.

#4: Alkohol und Rauchen in Indien? Ungewollt, verboten, gefährlich…

Der Genuss von Zigaretten und vor allem von Alkohol in der Öffentlichkeit wird nicht gern gesehen. Häufig werden die „Täter“ als Assis verachtet. In in einigen Bundesstaaten ist der Verzehr von Alkohol sogar gesetzlich verboten, wie beispielsweise in Gujarat. Das bedeutet jedoch nicht, dass in Indien überhaupt nicht getrunken wird. Allerdings gibt es nur wenige Restaurants mit einer Lizenz zum Alkoholausschank.

Generell rate ich dir vom Alkohol trinken in Indien ab, nicht nur weil es nicht schicklich ist, sondern auch gefährlich. In Hinterstraßen und Bars wird hin und wieder Alkohol angeboten. Diese sind jedoch teilweise selbst hergestellt und alles andere als unbedenklich für deine Gesundheit.

Zudem ist auch das Rauchen in Indien teilweise verboten und gilt als Straftat, wie beispielsweise in New Delhi.

#5: Die linke Hand? Ist für den Ar***!

In Indien wird traditionell mit den Finger gegessen, indem man etwas Naan Brot abreißt und dieses mit der Curry-Reis-Mischung befüllt und in den Mund führt. Das benötigt Übung und ist etwas gewöhnungsbedürftig, auch aufgrund der hygienischen Standards. Versuch dich einfach in der indischen Art zu essen. Achte darauf, dass du dabei ausschließlich die rechte Hand benutzt. Die linke Hand ist für alle Tätigkeiten „unterhalb der Gürtellinie“ zuständig und gilt als unrein. Beim Essen gehört die linke Hand unter den Tisch.

Wem diese Regel nun etwas seltsam erscheint, der wird in Indien noch sein blaues Wunder erleben. Denn während die linke Hand nicht auf den Tisch gehört, sind lautes Rülpsen, Schmatzen und Pupsen am Tisch alles andere als ungewöhnlich. Das Nasenputzen am Tisch gilt hingegen als unfein und erntet böse Blicke. Siehst du noch durch? Keine Sorge, nach einer Zeit in Indien hörst du die (Ess)-Geräusche nicht mehr! Zudem wird Westlern in touristischen Gegenden und höherpreisigen Restaurants mittlerweile auch Besteck gereicht. Problem gelöst!

Du planst gerade eine Reise nach Indien? Diese 3 Orte dürfen nicht fehlen:
Jaipur, Madurai und Rishikesh.

empfohlen von Doreen Semmler – www.fernsuchtblog.de

#6: Dress to Impress? Zeige nicht zu viel Haut!

Hot Pants, Tanktops, Miniröcke – mit diesen Kleidungsstücken fallt ihr in Indien definitiv auf. Die Frage ist nur, ob ihr das wollt. Wer luftig und knapp bekleidet durch Indien marschiert, der wird sicher bald seine Freude und Lust an seinem Sommer Outfit verlieren. Da wird mit der Zunge geschnalzt, gepfiffen, gekichert und getuschelt, während die Köpfe sich nach euch umdrehen. Und glaubt mir, das tut nichts für euer Selbstbewusstsein oder Ego! Passt euch an, kleidet euch bedeckt und angemessen. Nackte Beine und ein tiefer Ausschnitt wirken provozierenden und unzüchtig. Frauen rate ich immer mindestens Schultern und Knie zu bedecken und ein großen Tuch für alle Eventualitäten dabei zu haben.

Bademode in Indien ist ebenfalls ein Thema für sich. Während meiner Zeit in Indien war ich häufig in weniger touristischen Gegenden unterwegs. Baden im Bikini oder engen Badeanzug war hier undenkbar und meist bin ich in komplette Montur ins Wasser gestiegen. Auch die Inderinnen selbst lassen ihre wunderschönen Saris meist an, wenn sie ins Meer oder in den Pool gehen. An den Stränden rund um Goa oder Diu haben sich die Indern mittlerweile an den Anblick von Westlern in Badebekleidung gewöhnt. Es sollte jedoch nicht das knappste Model sein. Nacktbaden ist selbstverständlich tabu!

Wo wir beim Thema Kleidung sind, so möchte ich auch darauf hinweisen, dass die Schuhe in Tempeln und anderen religiösen Einrichtungen ausgezogen werden müssen, beispielsweise auch am Taj Mahal. Merke dir gut, wo du deine Schuhe abstellt, es ist meist gar nicht so einfach diese wieder zu finden. Auch in privaten Wohnungen wird von dir erwartet deine Schuhe auszuziehen, da diese mit dem Schmutz der Straße in Berührung kommen und als unrein gelten.

Dress to Impress? Nicht nötig in Indien, denn ihr fallt so oder so auf!
Dress to Impress? Nicht nötig in Indien, denn ihr fallt so oder so auf!

#7: Fotografieren was vor die Linse kommt: Nicht immer erlaubt!

Indien ist ein Paradies für Fotografen! Bunte Saris, interessante Gesichter, wunderschöne Sehenswürdigkeiten, wilde Tiere und einzigartige Feste – die Kamera bekommt in Indien ordentlich was vor die Linse. Doch Vorsicht, nicht immer ist das Fotografieren erlaubt und angebracht.

In Indien ist das Fotografieren von militärischen und einigen öffentlichen Anlagen verboten und wird mit Geldstrafen gefahndet. Auch an Sehenswürdigkeiten und Nationalparks sollte man sich die Erlaubnis zu Fotografieren einholen bzw. die Gepflogenheiten checken. In nahezu jedem Tempel und Palast darf man, wenn überhaupt, nur gegen eine Fotogebühr Bilder machen. Missachtet man dies, kann es teuer werden. Kontrolleure stehen in nahezu jedem Winkel.

Fingerspitzengefühl bedarf es beim Fotografieren von kulturellen und religiösen Veranstaltungen. Da denke ich vor allem an die Verbrennungszeremonien in Varanasi, die viele Touristen anlocken. Also eine Gegenfrage: Wie würdest du reagieren, wenn Schaulustige ein Foto von einer Beerdigung auf einem deutschen Friedhof anfertigen und sich diese dann als Souvenir an die Wohnzimmerwand hängen? Genau, man würde ihn beschimpfen und vertreiben! Also behalte dir die einzigartigen Szenen lieber im Kopf statt auf der Linse, Respekt geht vor Sensation!

Ansonsten sind die Inder sehr offen und lassen sich gerne fotografieren. Viele sind sogar stolz. Es gilt: Immer mit einer kurzen Geste auf die Kamera und einem freundlichen Lächeln auf den Lippen um die Einwilligung bitten.

In Indien wird jeder westliche Tourist zum begehrten Fotomotiv. Nett lächeln und winken bitte!
In Indien wird jeder westliche Tourist zum begehrten Fotomotiv. Nett lächeln und winken bitte!

#8: Blindes Vertrauen? In Indien ist nichts umsonst!

„Looking is free Madam!“ „Talking is free Madam!“ In Indien scheint auf den ersten Blick immer alles kostenfrei und unkompliziert zu sein. Da kommt ein Student am Taj Mahal, der angeblich sein Englisch aufbessern will, und schwups wird aus der unverfänglichen Unterhaltung eine teure Führung. Auch bekommt man an religiösen Orten schnell mal einen Umhang kostenfrei ausgeliehen, bei der Rückgabe wird einem jedoch eröffnet, dass man erst aus dem Geschäft rauskommt, wenn man etwas kauft. Das ist ärgerlich und teilweise fühlt man sich schnell hintergangen oder sogar bedroht.

In Indien ist nicht alles Gold was glänzt! Und oft wird man versuchen, dich zu einem ungewollten Kauf oder einer teuren privaten Führung zu überreden. Auch die Taxi- und Rikscha-Fahrer halten nicht immer, was sie versprechen und lotsen dich ans falsche Ziel. Das „Ja“ einen Inders ist nicht immer ein Ja. Sei aufmerksam und vertraue nicht jedem Inder blindlings!

#9: Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit? Reduziere dich auf dein Hotelzimmer!

Eng umschlungene Paare, die Zärtlichkeiten austauschen, findet man in Indien nur äußerst selten, und wenn dann nur in größeren Städten. Auch du solltest von Liebkosungen und Küssen in der Öffentlichkeit Abstand nehmen und dich anpassen. Eine westliche Frau, die sich in Indien zärtlich mit Männer zeigt, wird häufig als Hure oder „leicht zu haben“ abgestempelt und provoziert entsprechende unsittliche Kommentare oder schlimmeres. Auch ein direkter Blickkontakt mit männlichen Indern sollte vermieden werden, da dies als Aufforderung oder Annäherungsversuch verstanden werden kann. Wenn du durch Indien reist, wird dir sicher auffallen, dass die indischen Frauen ihren Blick meist nach unten gesenkt halten und Blickkontakt vermeiden.

Auf Kuschelkurs in Indien? Der Ziege hat es gefallen :)
Auf Kuschelkurs in Indien? Der Ziege hat es gefallen 🙂

#10: Wertgegenstände sichtbar tragen? Eine Einladung für Diebe!

In einem Land, in dem rund 40% der Menschen unter der Armutsgrenze leben, spielt das Thema Diebstahl natürlich eine große Rolle. Vor allem in den größeren, dicht bevölkerten Städten treiben viele Taschendiebe ihr Unwesen. Und auch ich kann ein Liedchen davon singen. Einmal kurz unachtsam, und schon düste der indische Rikscha-Fahrer mit meinem kompletten Rucksack davon. Zum Glück hatte ich einen großen Teil meiner wichtigsten Dokumente wie Reisepass und Geldkarte an mir, doch auch der Verlust von Personalausweis und Führerschein tuen weh und kosten in Deutschland Geld. Deshalb rate ich dir zu folgenden Sicherheitsmaßnahmen:

▸ Fertige eine Kopie aller wichtigen Dokumente und Unterlagen an und lege sie dir zusätzlich auf Onlinespeichern wie Google Drive oder deinem Online-Mailer ab.
▸ Behalte dein Gepäck (sofern möglich) immer im Auge.
▸ Teure Besitztümer und Wertgegenstände nicht öffentlich zu Schau tragen. Hier gilt es auf das Bauchgefühl zu hören. Fühlst du dich beobachtet und unwohl, während du mit deiner Spiegelreflexkamera hantierst? Dann packe sie lieber in den Rucksack.
▸ Trage deine wichtigsten Dokumenten und Wertgegenstände in einer separaten Tasche nahe am Körper, beispielsweise in einer Bauch- oder Gürteltasche.
▸ Sicher dein Gepäck mit Vorhängeschlössern, vor allem wenn du dich durch Menschemassen bewegst oder dein Gepäck bei einer Überlandfahrt mit Bus oder Bahn aus deinem Sichtbereich gibst.
▸ Sichere dein Gepäck bei Übernacht-Fahrten mit dem Zug durch ein Schloss am Sitz-/ Bettgestell für den Fall, dass du einschläfst.

#11: Nicht handeln auf Märkten? Selber schuld!

„Das kostet eh nicht viel, da brauch ich doch nicht handeln!“ Selber schuld, denn dann bezahlst du mit 100 prozentiger Sicherheit den zwei bis vierfachen Preis als der normale Indern. Handeln gehört in Indien einfach zum Alltag, ob auf dem Gemüsemarkt, bei Unterkünften oder beim Kauf von Souvenirs. Mein Tipp: Beobachte die Einheimischen beim Handeln und bleibe hartnäckig. Es ist nicht ungewöhnlich einen Laden zwei bis drei Mal zu verlassen, ja manchmal sogar rausgeschmissen zu werden, um einen angemessenen Preis zu bekommen. Nehme es mit einem Lächeln und bleibe freundlich. Ruppige Bemerkungen und Maulen bewirken gar nichts!

Wer in Indien nicht handelt, der zahlt gerne mal den fünffachen Preis!
Wer in Indien nicht handelt, der zahlt gerne mal den fünffachen Preis!

#12: Leitungswasser trinken in Indien? Das Garant für eine Diarrhö!

Als Reisender in Indien solltest du dich vor dem Trinken von Leitungswasser hüten. Das gilt auch beim Zähneputzen. Zwar wird das Wasser in den größeren indischen Städten chloriert, doch vor allem in der Monsunzeit wird das Leitungswasser immer wieder verschmutzt. Wenn du also nicht Gefahr laufen willst an einer Diarrhö zu erkranken und den halben Urlaub flach zu liegen, dann lehne Wasser in Restaurants höflich ab und kaufe die auf dem Markt verschlossene und versiegelte Flaschen Mineral- und Trinkwasser. Aber auch dabei musst du vorsichtig sein, denn nicht selten wird einem hier ebenfalls ungereinigtes Leitungswasser untergejubelt. Es gibt keine Faustregel, um den Verzehr von schmutzigen Wasser zu vermeiden. Sinnvoll ist die Aufbereitung von Leitungswasser mit Entkeimungstabletten und das Abkochen von Wasser.

#13: Ungeduldig sein? Indian Flexible Time, Baby!

Der Inder richtet sein Leben und Handeln nicht nach einer Uhrzeit, von daher bringt es dir überhaupt gar nichts, am Schalter, im Restaurant oder an der Kasse ungeduldig zu sein und zu nörgeln. Damit findest du wenig Gehört und Verständnis. Termine einhalten und Pünktlich sein – das liegt dem Inder nicht und scherzhaft wird er sich mit der Floskel „Indian Flexible Time“ entschuldigen. Behalte Geduld und lege deine Armbanduhr ab!

Was heute nicht wird, wird auch nicht morgen! Die India Flexible Time zwingt so manchen Traveller in die Knie!
Was heute nicht wird, wird auch nicht morgen! Die India Flexible Time zwingt so manchen Traveller in die Knie!

#14: Reden über Politik, Sex, Pakistan? Trage einen Maulkorb!

Wer als westlicher Tourist durch Indien reist, der wird immer wieder in Gespräche mit einheimischen verwickelt. Wie heißt du? Wo kommst du her? Was machst du? Inder zeigen sich sehr aufgeschlossen und interessiert an Touristen und lieben es diese auszuquetschen. Im Gespräch mit Indern solltest du dich jedoch mit politischen Themen und deiner kritischen Meinung zum indischen Kasten- und Regierungssystem zurück halten. Vermeide das Gespräch auf Pakistan oder England zu leiten. Auch das Thema Sex ist tabu.

Fazit: Lasst euch nicht abschrecken!

Wer die ein oder andere Regel beachtet, der wird Indien im vollen Umfang genießen können und das Land lieben lernen. Passt euch an und geht hygienisch bedenklichen Essen und Wasser aus dem Weg! Das Reisen durch Indien bedarf viel Toleranz und Respekt. Belohnt wird man mit fantastischen und farbenfrohes Festen, schmackhaft scharfen Essen, Gastfreundschaft und einzigartigen Impressionen aus einem der wohl spannendsten Reisezielen der Welt!

Wer sich dennoch etwas vorbereiten möchte, der sollte sich das Buch KulturSchock Indien zu Herzen nehmen. Zudem findest du auf fernsuchtblog.de auch einen Artikel mit meinen liebsten Filmen über Indien, die dein Fernweh stoppen.


Bilder: © Doreen Semmler

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17 Comments

  • Reply Ilse Biberti 18. Januar 2017 at 17:06

    danke Isolde… ein wirklich sehr hilfreicher Bericht …

  • Reply Ilse Biberti 18. Januar 2017 at 17:07

    zwei Fragen: ist der Boden in den Tempeln heiß? Darf man Söckchen anziehen? Kann man die Schuhe nicht in den Rucksack tun?

    • Reply IsoldeMaReisen 18. Januar 2017 at 23:16

      Hallo Ilse,

      nein, der Boden ist meist nicht heiß. Außer am Taj Mahal, da waren teilweise manche Fliesen ziemlich heiß. Die Schuhe musste ich meist vor dem Tempel abstellen oder in einem Plastbeutel bei mir führen. Das variiert. Ich hatte glaube ich nie Socken an, aber kann mich erinnern, dass mein Kumpel hin und wieder mit Socken unterwegs war. Gern gesehen wird das meist nicht, aber man wird dich schon darauf hinweisen, wenn du sie ausziehen sollst.

      Viele Grüße
      Isolde MaReisen

  • Reply Monika 4. April 2017 at 22:35

    Dein Bericht war sehr interessant, ich mache im Oktober 2017 eine Indien Privat Rundreise. Mein Mann und ich, mit Führer. Bin schon sehr neugierig, wie es wird. Werde mir das Buch Kulturschock Indien kaufen. LG Monika

  • Reply Peter 14. März 2018 at 17:02

    Sehr gut die Beschreibung. Es ist für mich als Lateinamerika Freak auch noch sehr interessant. Indien steht ab übermorgen bevor. Werde in Delhi landen (mit eigenen Wasserkocher) und voraussichtlich eine sechswöchige Rundreise (Delhi, Agra, Jaipur, Jodhpur, Bikaner, Delhi und zum Schluß noch einen Besuch in Varanasi) machen. Habe einen Schweinemagen und bin bereits 5 Monate in Thailand, Indonesien, Malaysia, Vietnam und Laos unterwegs. Danke für die Infos

  • Reply Thomas Albrecht 28. Oktober 2018 at 12:22

    Anmerkung zu Straßenrestaurants: Es gibt auch Speisen, die erst gekocht oder nochmal heiß gemacht werden zb Dal fry, letzteres kann man auch wünschen. Sicherer als das geht es dann nicht. In die Küchen der Restaurants kann man nicht rein schauen, da geht’s im Verborgenen auch recht unterschiedlich zu.

  • Reply Axel Widmaier 24. März 2019 at 14:22

    Ich finde den Bericht ganz toll, er bringt das ,was man wissen muss auf den Punkt. Ich bin selbst ein Indien Fan, das erste Mal 1980 als Student dort gewesen und noch einige Mal später. Ich finde dieses Land einfach „incredible“, wobei es sich seit früher doch auch teilweise nicht immer positiv verändert hat (Plastikbecher an den Bahnhöfen für den chai anstatt selbst gebrannte Tontassen, die besser durch das Fenster zu entsorgen sind). 1980 gab es z.B. am Taj Mahal überhaupt noch keinen Eintritt, das Ganze war allgemein zugänglich und wir konnten das Ganze bei Vollmond besichtigen. Habe aber genug Leute getroffen, die in der Tat sagen, „einmal und nie wieder“. Dennoch Indien ist in jedem Fall eine Reise wert.

  • Reply Felix Leisinger 15. Oktober 2019 at 19:21

    Hier wird ganz schön viel klischeebehafteter Quatsch verzapft.
    Glaubt nicht alles was ihr lest!

    • Reply IsoldeMaReisen 21. Oktober 2019 at 7:20

      Hallo Felix,

      was genau erachtest du denn als Quatsch? Der Bericht spiegelt zu 100% meine Erfahrungen wieder, die ich gemacht habe, als ich in Indien gelebt habe. Deine Meinung würde mich natürlich auch interessieren, immerhin sind diese Empfindungen ja auch immer sehr individuell.

      Viele Grüße
      Isolde MaReisen

      • Reply Daniel 24. November 2019 at 15:12

        Da muss ich Felix zum Teil Recht geben. Ich bin gerade in Nordindien und Alkohol wird in vielen Restaurants ausgegeben. In den größeren Städten gibt es überall „Beer and Wine“ Shops.

        Daneben sehe ich häufig rauchende Inder. Ich weiß nicht aus welchem Führer du das hast. Die Panikmache gegenüber Streetfood ist auch etwas übertrieben. Dosa und Samoa werden in der Regel frisch vor den Augen zubereitet. Wie es dagegen in den Küchen einiger Restaurants ausschaut, bleibt verborgen.

        • Reply IsoldeMaReisen 24. November 2019 at 15:48

          Hallo Daniel,

          ich habe lange Zeit in Indien gelebt und auch ein Teil meiner Familie lebt da noch. Die Infos sind also aus keinem Führer, sondern meine Empfindungen. Allerdings war ich auch in keinen Touristen Hotspots unterwegs, sondern habe in weniger bekannten Orten in Gujarat gelebt und gearbeitet. Dort gab es kein Bier, kein Wein. Als Tourist hast du mit Glück eine Permit bekommen, mit dem du dir 3x in 3 Monaten einen Kasten Bier holen konntest. Mehr gan es in dem Dry State nicht. Und was die Hygiene beim Street Food angeht, nun da gibt es allerhand Bandbreite zwischen hygienisch okay und Magendarmprobleme 🙂 Aber super, wenn du eine andere Erfahrung gemacht hast. Ich lag leider nach 6 Monaten das erste Mal richtig flach.

          Viele Grüße
          Isolde MaReisen

          • Stefan 26. Dezember 2019 at 23:21

            Man sollte bei der Antwort / Kritik ebenso differenzieren. Alles gleich als quatsch zu bezeichnen ist zu pauschal.
            ich war mehrfach beruflich dort und habe auch indisiche Kollegen. Es ist schon eine Welt für sich und man sollte schon auf einiges achten. Mein Kollege hat im Flughafen Mumbai Salat gegessen. Der Vorteil: Der Sitz neben mir war auf dem Rückflug komplett frei. Er saß nämlich permanent auf der Toilette. Salat wird einfach mit Wasser abgewaschen, das reichte. Händchen halten kann ich auch bestätigen, wird nicht gerne gesehen. Außnahem: Männer unter sich. Nein die sind nicht schwul, ist da halt anders, Arm in Arm, oder auch mal handhalten kurz ist da durchaus angebracht.
            Also ich weiß nicht was ihr für Streetfood Stände gesehen habt, aber die ich so sah da würde ich selbst in Deutschland nicht einen happen essen wollen. Der steht da von morgends bis Abends, in total verdreckten Klamotten und Händen und bereitet das Essen vor.
            Ich hatte noch ein Fettnäpchen gehabt. Ich habe bei einem Essen eine Schwangere getroffen und dann in großer Runde gefragt: Was wird es denn?
            Ich hätte auch sagen können: Achtung ich zünde eine Bombe. Die Ausdrücke der Gesichter wäre wohl das gleiche gewesen. Ein absolutes NO-GO in Indien. Auf dem Land ist es immer noch üblich, das viele weibliche Babies getötet werden (Mitgift ist zu teuer). Daher dürfen Ärzte nicht das geschlecht mitteilen. Habe ich halt hinterher gelernt.
            Ich habe mich auch in Slum Gegenden da immer sicher gefühlt, aber bin halt auch ein Mann.
            Abends sollte man noch auf Mückenschutz wert legen + entsprechende Imfungen haben.
            Keine Hund streicheln und auch nicht den Blickkontakt suchen, das merken die irgendwie.
            Also kann das alles so im großen bestätigen. Der Hintegrund der Bettler war für mich neu, vor dem Rückflug verschenke ich immer mein ganzes Geld, meist an Kinder.

            Danke
            Stefan

    • Reply IsoldeMaReisen 22. Januar 2020 at 14:31

      Vielen Dank für dein Kommentar. Wie schon kommentiert, sind das zu 100% meine Erfahrungen aus meiner Zeit, als ich in Indien gelebt habe. Ich war allerdings in wenig touristischen Gegenden unterwegs, in denen kaum ein Backpacker vorbei schaut. Wo warst du denn in Indien unterwegs, dass du andere Erfahrungen gemacht hast? In den Städten auf der gängigen Touristen Route war es natürlich alles etwas lockerer und einfacher, aber darum geht es in meinem Artikel ja nicht.

      Ich freue mich sehr auf den Austausch – und keine Sorge, ICH betitel deine Meinung sicher nicht als Quatsch, da das absolut subjektiv ist. Versuche es doch auch mal damit 😉

      Liebe Grüße
      Isolde MaReisen

  • Reply Kasia Oberdorf 27. Januar 2020 at 0:06

    Hallo Isolde,

    ich trage mich seit einiger Zeit mit der Idee, nach Indien zu reisen. Mich würde mal interessieren: was hast du während der sechs Monate für Erfahrungen in Indien gemacht, was die Sicherheit anbelangt? Hast du auf besondere Dinge geachtet? Hattest du brenzlige Situationen? Leider wird das Thema Sicherheit als Frau nur ganz am Rande kurz aufgegriffen, was ich schade finde, denn ich denke, dass du dazu eine Menge an Erfahrungen gesammelt hast. Und ich orientiere mich lieber an Menschen, die vor Ort gelebt haben als an Schlagzeilen 😉 Ist es tatsächlich unsicherer, in Indien als Frau in männlicher Begleitung unterwegs zu sein als alleine (da frau abgestempelt werden könnte…)?

    Liebe Grüße
    Kasia

    • Reply IsoldeMaReisen 16. Februar 2020 at 21:51

      Hallo Kasia,

      danke für deine Mail. Ich liebe Indien und habe die Zeit dort sehr genossen. Leider hatte ich auch die ein oder andere unangenehme (aber nicht brenzlige) Situation. Ich bin bspw. ab und an allein in den Park gegangen um zu lesen, doch nach nur 5 Minuten wurde ich häufig belagert. Nichts böswilliges, die Leute waren einfach neugierig und wollten mit mir sprechen, aber als Frau allein zwischen Männern habe ich mich dann doch nicht so wohl gefühlt und habe mich verzogen. Ein anderes Mal war ein großes Fest in der Stadt und ich war mit meinem Mitbewohnern unterwegs. Irgendwie haben wir uns voneinander getrennt und ich war auf einmal umgeben von Männern, deren Hände teilweise an Stellen gelandet sind, wo sie nicht hingehören. Ich habe dann sehr resolut gesagt, dass ich das nicht möchte und dann war es auch gut. Ich möchte zu beiden Vorkommnissen aber auch sagen, dass ich wirklich in einer Gegend unterwegs war, wo man selten allein reisende und weiße Frauen sieht. In den touristischeren Gegenden hingegen habe ich mich immer wohl gefühlt und hatte nie Angst. Das ist ein enormer Unterschied. Ich habe dort viele allein reisende Frauen getroffen, die wirklich sehr angetan von den Indern waren. Lass dich also nicht entmutigen, höre auf dein gesundes Bauchgefühl und genieße dieses faszinierende Land!

      Schreib mir gerne eine Mail, falls du weitere Fragen hast.

      Liebe Grüße
      Isolde MaReisen

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