Zu Fuß über die Alpen (Teil 2)

Zeit zu Zweit: Zu Fuß über die Alpen.
Zeit zu Zweit: Zu Fuß über die Alpen.

Eine Wanderung zu Fuß über die Alpen ist der Traum vieler Wanderfreunde und Outdoor-Liebhaber. Die Auswahl an Routen für das „Projekt Alpenüberquerung“ ist groß. Eine der beliebtesten Hüttenwanderungen und der Klassiker in Punkto Alpenüberquerung ist der Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Meran. Innerhalb von sieben Tagen führt der E5 über fünf Bergketten und sechs Täler von den grünen Almwiesen der Allgäuer Alpen in Deutschland, über die eisigen Gletscherwelten Österreichs bis nach Südtirol.

Zu Fuß über die Alpen

Im ersten Teil meines Outdoor-Erlebnisberichtes „Zu Fuß über die Alpen“ nahm ich euch mit auf meine Alpenüberquerung im Juli 2015. Etappe 1 führte uns von Oberstdorf über idyllische Almwiesen und eine imposante Schlucht zur beliebten Kemptner Hütte am Allgäuer Hauptkamm. Am zweiten Tag unserer Alpenüberquerung gingen wir im Rahmen einer 12 stündigen Wanderung inklusive Klettereinlagen und Schneewanderung an unsere konditionellen Grenzen, um das abgelegene Württemberger Haus zu erreichen. Etappe 3 führte uns über das berüchtigte Zamser Loch ins Inntal und zurück in die Zivilisation. Im folgenden zweiten Teil meines Erlebnisberichtes „Zu Fuß über die Alpen“ findet ihr eine detaillierte Routenbeschreibung der Etappen 4 bis 7 von Zams bis ins Zentrum Merans, inklusive Übernachtungsempfehlungen und Impressionen. Viel Spaß beim Nachwandern!

Etappe 4: Zams – Braunschweiger Hütte

Am vierten Tag unserer Alpenüberquerung erwartet uns eine sehr lange und kräftezehrende Etappe. Über einen Panoramaweg erklimmen wir am frühen Morgen mehrere Gipfel mit fantastischem Blick auf die umliegende Bergwelt. Anschließend geben wir uns über grüne Almwiesen und idyllische Wälder hinab ins Pitztals. Der Höhenpunkt der vierten Etappe ist aber ohne Zweifel der konditionell herausfordernde, teilweise sehr anspruchsvolle Aufstieg zu unserem heutigen Ziel, der gemütlichen Braunschweiger Hütte. Sie ist der höchste Übernachtungsplatz auf unserer Wanderung und das Tor in eine beeindruckende Gletscherwelt.

Routendetails

Strecke: 25 km
Gehzeit: 8,0 h
Höhenmeter: ↑ 1.380 m, ↓ 1.580 m

Routenbeschreibung Zams – Braunschweiger Hütte

Nach einer äußerste erholsamen Nacht bei Familie Gigele in Zams und einem umfangreichen Bergsteigerfrühstück in deren Garten, begeben wir uns um 07:30 Uhr zu Fuß durch das verschlafene Örtchen Zams bis zur Talstation der Venetbahn. Um 08:00 Uhr morgen geht die erste Bahn hinauf zum Krahberg (2.208 m) und Dank zeitigem Erscheinen und dem Kauf der Tickets am Vorabend sichern wir uns einen Platz in der ersten Gondel.

Zu Fuß über die Alpen

Tag 4 ist Gipfelstürmer Tag!

Von der Bergstation der Venetbahn genießen wir zunächst den wunderschönen Ausblick auf Zams und das Zamser Loch, durch welches wir uns am Vortag gekämpft haben. Wir folgen dem Panoramaweg hinauf zum ersten Gipfel des Tages, dem Venetberg (2.512 m). Die ersten Meter verlaufen sehr flach durch eine Mulde. Der darauf folgende Aufstieg zum Venetberg ist mit einer Stunde Laufzeit kurz, aber knackig und steil. Der Weg führt kontinuierlich bergauf, rechts und links geht es relativ steil runter. Die Szenerie wirkt vor allem in den frühen Morgenstunden malerisch. Auf dem Venetberg angekommen werden wir von Schafen und Ziegen begrüßt. Auf dem Gipfel des Venet machen wir eine erste Rast, tragen uns ins Gipfelbuch ein und genießen den einmaligen 360° Panoramablick auf die umliegende Bergwelt. Von hier aus haben wir freien Blick auf die Ötztaler Alpen, das Pitztal und das Kaunertal sowie auf die markante Wildspitze (3.768 m).

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Gipfelbuch-Eintrag auf dem Krahberg – Die 4. Etappe ist Gipfeltag!

Vom Venetberg folgen wir nun den schmalen Grad in leichtem Auf und Ab bis zum nächsten Gipfel, dem Wannejöchl (2.497m). Bei der Gratwanderung sollte man über Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verfügen, andernfalls ist eine Umgehung des Wannejöchl mit direktem Abstieg ins Tal ratsam. Vom Wannejöchl erhaschen wir auch einen ersten Blick auf unser heutiges Zwischenziel, der Ortschaft Wenns im Pitztal.

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Ein schmaler Grad führt in den Venetbergen von Gipfel zu Gipfel.

Über das Wannejöchl gelangen wir anschließend erneut dem schmalen Grad bis zum dritten und letzten Gipfel der Venetberge, dem Kreuzjoch (2.464 m). Da die meisten E5-Wanderer den Kreuzjoch aus Zeitgründen auslassen, konnten wir an dessen Gipfelkreuz wundervolle Ruhe inmitten der Bergwelt genießen.

Hinweis: Wer von den letzten Wandertagen geschafft ist und sich die drei Gipfel entlang des Panoramawegs nicht zutraut, der kann alternativ auch einen weniger anstrengenden und rund eine Stunde kürzeren Weg unterhalb der Gipfel wandern. Diese Alternative ist auch bei schlechten Wetterbedingungen eine sinnvolle Alternative. Beide Wanderwege laufen später an der Larcher Alm wieder zusammen.

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Vom Gipfelpfad hinab ins Tal: Ruhe in Frieden, mein geliebter Trekkingstock!

Vom Gipfelkreuz des Kreuzjoch beenden wir unsere zweistündige Gipfeltour und laufen hinab in Pitztal. Dazu folgen wir der Beschilderung „Piller, Wenns, E5“ über einsame Almwiesen bis zur Lacher Alm (1.814 m), wobei wir das ein oder andere Schneefeld überqueren. An der Larcher Alm treten wir kurzzeitig auf einen breiten Fahrweg über, biegen aber bereits 1 km später rechts in den Wald auf den alten Almweg ab in Richtung Wenns. Dieser führt später wieder auf einen Fahrweg über Almwiesen und Bauernhöfe bis zum Ortseingang nach Wenns, welchen wir nach 1,5 Stunden erreichen. Hier warten bereits Minibusse auf Fernwanderer, um diese binnen 45 Minuten quer durch das Pitztal bis nach Mittelberg zu transportieren. Alternativ kann man im Ortszentrum am Pitztaler Hof auch den Postbus nehmen, welcher stündlich nach Mittelberg verkehrt. Das Durchschreiten des Pitztals ist ebenso per Fuß binnen 3 Tagen möglich, wenn aber auch landschaftlich weniger reizvoll.

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Ankunft in Mittelberg: Der Aufstieg zur Braunschweiger Hütte über den Jägersteig beginnt.

Am frühen Nachmittag erreichen wir die Bushaltestelle Mittelberg (1.736 m) und somit das südliche Ende des Pitztals, von wo aus wir unsere Wanderung in eine einzigartige Gletscherwelt fortsetzen. Wir folgen zunächst dem Fahrweg ca. 30 Minuten lang bis zur Gletscherstube (1891 m). Hier gabelt sich der Weg und bietet E5 Wanderern zwei Optionen für den Aufstieg zur Braunschweiger Hütte: Entweder über den „Wasserfallweg“ oder über den landschaftlich reizvolleren, wenn auch deutlich schwerer begehbarem „Jägersteig“. Folgt man dem Weg geradeaus, gelangt man auf den „Wasserfallweg“. Er schlängelt sich in Serpentinen die Felswand am Wasserfall entlang und hinauf bis zur Braunschweiger Hütte. Weniger trittsichere oder konditionell angeschlagene Wanderer sollten diese Option bevorzugen.

Wir laufen an den der Weggabelung der Gletscherstube jedoch nach links in Richtung Jägersteig. Von Anfang an führt der Jägersteig sehr steil hinauf und fordert uns einiges an Kondition und Puste ab. Hohe Steinstufen belasten die Gelenke und der permanente Blick ins tiefe Tal ist nichts für Wanderer, die schnell unter Schwindelgefühl leiden. Belohnt werden wir durch fantastische Blicke auf den Wasserfall und den Riffelsee.

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Jetzt wird es eisig: Wanderung durch eine beeindruckende Gletscherwelt.

Der Weg hinauf zur Braunschweiger Hütte ist immer wieder stark ausgesetzt und durch Drahtseile, Stahltritte und Ketten gesichert. Um den Jägersteig zu bezwingen kommen unsere Hände zum Einsatz. Nach ca. 1,5 Stunden erblicken wir nach eine Linkskurve die Braunschweiger Hütte über uns. Vor uns breiten sich die eisblauen Gletscher Mittelbergferner und Taschachferner aus – bei dem Anblick stockt uns kurz der atmen. Die letzten 30 Minuten bis zu unserem Etappenziel führen uns über große Gesteinsbrocken bis zur Terrasse der Braunschweiger Hütte, unserem mit 2.758m höchstgelegene Übernachtungsplatz während der Alpenüberquerung.

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Atemberaubendes Panorama beim Aufstieg zur Braunschweiger Hütte.

Schon bei unserer Ankunft an der Braunschweiger Hütte ziehen erste, bedrohliche Wolken auf. Für die Nacht ist Gewitter gemeldet und wir schmieden erste Ausweichpläne, falls uns das Wetter am Folgetag einen Strich durch die Rechnung macht.

Übernachtung in der Braunschweiger Hütte

Sehr modern präsentiert sich die Braunschweiger Hütte, und zwar nicht nur Dank Hüttenhund und Hauseigener Katze. Das große Gebäude bietet 183 Wanderern ein Nachtlager in kleineren, verwinkelten Zimmern. Atemberaubend ist die Terrasse der Braunschweiger Hütte, von der man direkt auf den eisig blauen Gletscher und die sich auftürmende Berge blickt. Sie scheinen zum Anfassen nah und strahlen viel Kälte ab. Setzt euch nach der Tagesetappe gemütlich auf eine der Bierbänke, genießt das Panorama der Gletscherwelt bei einem alkoholfreien Bier (4,40 €) oder Skiwasser (3,30 €) und schwatzt mit anderen Wanderern und Bergsteigern.

Die Braunschweiger Hütte ist im Vergleich zu vielen anderen Hütten sehr komfortabel. Es gibt warme Duschen, 2 Minuten kosten 1,00 €. Das Speisenangebot ist trotz der abgeschotteten Lage vielfältig und die Preise variieren zwischen 10,00 € und 14,00 €. Das Frühstück wird in Form eines Buffets für 9,90 € gereicht. Zudem gibt es kostenloses WLAN, welches wir allerdings nicht beansprucht haben.

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Die Braunschweiger Hütte: Höchster Übernachtungsplatz inmitten von Gletschern.

Etappe 5: Braunschweiger Hütte – Martin-Busch-Hütte

Mit dem Verlassen der Braunschweiger Hütte an Tag 5 unserer Alpenüberquerung verlassen wir auch den klassischen Fernwanderweg E5. Unser heutiges Etappenziel ist die aussichtsreiche Martin-Busch-Hütte im Ötztal. Über das herausfordernde Pitztaler Jöchl und unendliche Schneefelder verlassen wir die eisblaue Gletscherwelt und durchqueren das Wintersport-Mekka Sölden im Herzen Tirols. Über den Venter Panoramaweg steigen wir hinab ins Tal nach Vent und zurück in die Zivilisation hinab, bevor wir uns in das Grenzgebiet zwischen Österreich und Italien begeben. Hier lebte einst der berühmte Mann aus dem Eis, der Ötzi.

Routendetails

Strecke: 22 km
Gehzeit: 7,0 h
Höhenmeter: ↑ 960 m, ↓ 1.330 m

Routenbeschreibung Braunschweiger Hütte – Martin-Busch-Hütte

Am Morgen ist der Himmel wolkenverhangen, die Wanderwege sind nass und mit Raureif bedeckt, die Stimmung auf der Hütte angespannt. In der Nacht hat es gewittert und die Matratzenlager wurden immer wieder von hellen Blitzen erleuchtet. Das Wetter scheint unbeständig und das Hüttenpersonal berichtet von weiteren Regenfällen um die Mittagsstunden. Wir beeilen uns mit dem Frühstück und beginnen bereits um 06:50 Uhr mit der Wanderung, bestens verpackt in warme, witterungsfeste Kleidung. Da der erste Teil unserer heutigen Etappe mit einer kniffeligen Schlüsselstelle, der Überschreitung des Pitztaler Jöchls (2.996 m), beginnt, schließen wir uns einer geführten Bergtour inklusive Bergführer an, die uns freundlich willkommen heißen.

Zu Fuß über die Alpen

Gletscherwelt nach Gewitter: Dunkle Wolken über den Alpen.

In 30 Minuten erreichen wir unter aufsteigenden Nebelschwaden das Pitztaler Jöchl, von wo wir einen letzten Blick auf die Braunschweiger Hütte und die Gletscherwelt des gestrigen Tages erhaschen. Wir folgen anschließend dem schmaler Schottergrad und überwinden einige Kraxelstellen, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit verlangen. Schwierige Schlüsselstellen sind mit Seilen und Stahltritten versehen. Wir sind hoch konzentriert, ein falscher Schritt könnte hier schwerwiegende Folgen haben.

Anschließend steigen wir über riesige Schneefelder hinab bis zum Gletscherstation Sölden und dem Restaurant Rettenbachgletscher, welches Skifahrern aus der Wintersaison bekannt sein dürfte. Hier gilt es Europas höchsten Autobahntunnel, den Rosi-Mittermeier-Tunnel, bis zum Parkplatz am Tiefenbachferner zu durchqueren. Da der Tunnel offiziell aus Sicherheitsgründen nicht zu Fuß durchschritten werden darf (wer würde auch schon gern einen Autobahntunnel zu Fuß durchqueren), teilen wir uns mit ein paar anderen Wanderern einen Minibus (2,90 €) und erreichen nach 10 Minuten Fahrt den Tiefenbachferner. Hier trennen wir uns von der Wandergruppe (an dieser Stelle vielen Dank für die Unterstützung) und begeben uns auf den Venter Panoramaweg.

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Schneewanderung: Auch im Sommer liegt im Skigebiet Sölden noch jede Menge Schnee.

Da uns die Zeit im Nacken sitzt aufgrund der angekündigten Regenfälle legen wir auf dem Panoramaweg nach Vent einen Zahn zu. Der Weg führt gemächlich, aber kontinuierlich hinab, vorbei am Weißkarsee entlang einer Schlucht. Immer wieder versperren uns Ziegen und Schafe den Weg. Der Venter Panoramaweg ist für seine atemberaubenden Weitblicke bekannt, doch der zunehmende Nebel erschwert die Wanderung und gewährt nur wenige Einblicke. Nach 3 Stunden Wanderung, vorbei an Wasserfällen, schroffen Felswänden und saftig grünen Wiesen erreichen wir breiten Fahrweg, der direkt ins Zentrum von Vent führt. Wer sich über das Wetter informieren oder sein Proviant aufstocken will, der findet in Vent dazu Gelegenheit.

Zu Fuß über die Alpen

Panorama deluxe auf dem Venter Panoramaweg? Nicht bei Nebel.

Auch wir nutzen die Chance in Vent, uns nach dem Wetter zu erkunden, jedoch sind die Prognosen ungenau. Wir wagen unser Glück und setzen unsere Wanderung zur Martin-Busch-Hütte trotz potentieller Schauer am Nachmittag fort, immerhin gibt es unterwegs auf der Strecke zwei Schutzhütten, die wir notfalls aufsuchen können. Wir folgen in Vent der Teerstraße über die Brücke und halten uns am großen Hotel Vent rechts, die Martin-Busch-Hütte (2.501 m) ist bereits ausgeschildert. Wir laufen unterhalb der Schleppliftanlage des Ochsenkopf durch und folgen dem Forstweg Nr. 923, der bald in einen Wanderweg übergeht und bis zu unserem Übernachtungsplatz führt. Der Weg führt kontinuierlich, aber gemächlich bergauf entlang eines Tals mit Blick auf die Kreuzspitze (3.455 m). Der Weg zieht sich, auf eine Kehre folgt die nächste, bis wir nach ca. 1,5 Stunden die Hütte pünktlich zum Beginn des Regenschauers erreichen.

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Schlusssprint: Von Vent zur Martin-Busch-Hütte in zwei Stunden.

Übernachtung in der Martin-Busch-Hütte

Ein bisschen ungemütlich wirkt die Martin-Busch-Hütte bei unserer Ankunft, was aber auch an den großen Nebelschwaden und dem kurzen Regenschauer liegen kann, der uns bei unserer Ankunft ereilt. Die Martin-Busch-Hütte ist ein zentraler Stützpunkt für Bergsteiger in den östlichen Ötztaler Alpen. 135 Personen finden hier Platz. Das Matrazenlager kostet 20,00 €. Warm Duschen ist auf der Martin-Busch-Hütte mit 3,00 € für Minuten verhältnismäßig teuer. Der urige Gemeinschaftsraum lädt zu gemütlich geselligen Hüttenabenden ein.

Ankunft an der Martin-Busch-Hütte im Öztal.

Ankunft an der Martin-Busch-Hütte im Öztal.

Etappe 6: Martin-Busch-Hütte – Meraner Höhenweg

Etappe 6 unserer Alpenüberquerung führt uns vorbei am Fundort des berühmten Gletschermanns „Ötzi“. Der Tag beginnt mit einem kräftezehrenden Aufstieg über tiefe, rutschige Schneefelder zur Similiaun Hütte am Niederjoch, dem höchsten Punkt unserer Alpenüberquerung (3.019 m) mit einem fantastischen Blick auf den türkisblauen Vernagt Stausee und dem schneebedeckten Gipfel der Kreuzspitze (3.455 m). Wer Steigeisen und Ausdauer im Gepäck hat, kann den Gipfel von der Similiaun Hütte in 3 Stunden besteigen. Mit dem steilen Abstieg von der Similaun Hütte über eine schroffe Felswand, verlassen wir auch Österreich und betreten das dritte Land auf unserer Alpenüberquerung, Italien. Über grüne Wiesen voller weidender Schafe und einen idyllischen Bachlauf erreichen wir Vernagt. An dieser Stelle haben wir die Alpen erfolgreich überquert. Viele Wanderer beenden in Vernagt ihre Wanderung und fahren mit dem Bus ins Zentrum von Meran. Alternativ kann man über den landwirtschaftlich sehr reizvollen Meraner Höhenweg binnen 1,5 Tagen zu Fuß nach Meran. Als Belohnung für die zusätzlichen Strapazen werden ehrgeizige Wanderer mit einer Übernachtung hoch über der Stadt mit Blick auf den wunderschönen Rosengarten der Dolomiten entschädigt.

Routendetails

Strecke: 28 km
Gehzeit: 10,5 h
Höhenmeter: ↑ 1.350 m, ↓ 1.800 m

Routenbeschreibung Martin-Busch-Hütte – Meraner Höhenweg

Eine kurze und eisig kalte Nacht mit 5 Terror-Schnarchern (in Hoch auf Oropax!) liegt hinter uns, als wir nach einem schnelle Frühstück die Martin-Busch-Hütte im Morgengrauen verlassen und mit dem Aufstieg auf den Similiaun beginnen. Die Sonne steht tief, aus dem Tal drückt sich dicker Nebel hoch und die Gipfel der umliegenden Berge sind noch in Wolken verhangen – eine malerische Szene.

Zu Fuß über die Alpen

Der Bergtag beginnt früh: Martin-Busch-Hütte bei Sonnenaufgang.

Zunächst folgen wir dem Wanderweg mit der Beschilderung „Similaun Hütte“ durch eine Talmulde, wechseln jedoch nach 30 Minuten auf den steinigen Höhenweg. Der Aufstieg ist teilweise etwas rutschig und steil, bietet aber unfassbar schöne Ausblicke auf die Martin-Busch-Hütte im Talkessel und den Gletscher. Auf unserem Weg zur Similaun Hütte müssen wir große Schneefelder überqueren und sind dankbar für die uns verbliebenden Wanderstöcke. Wer keine Erfahrung mit Schneewanderungen hat oder sich dabei unwohl fühlt, kann alternativ auch den deutlich weniger anstrengenden Weg durch den Niederjoch zur Similaun Hütte laufen. Beide Wanderwege treffen an der Hütte wieder aufeinander.

Zu Fuß über die Alpen

Für jedes Wetter gewappnet sein: Das Wetter in den Alpen schläft schnell um: Gewitter, Nebel, Schnee und Co. gibt’s auch immer Sommer!

Es ist zügig und kalt, als wir die Similaun Hütte nach einem herausfordernden Aufstieg über Schneefelder erreichen. Zum ersten Mal auf unserer Alpenüberquerung trage ich Handschuhe und Bandana. Der Himmel ist mittlerweile komplett abgeräumt und erstrahlt leuchtend blau. Wir genießen den Rundumblick ins Tal und den schimmernden Vernagt Stausee, auf das Ortlermassiv (3.905 m) und die majestätische Kreuzspitze bei einer Brotzeit. Rund um die Similaun Hütte haben Wanderer Steinpyramiden errichten, an ihnen flattern Gebetsflaggen im Wind und erinnern an eine frühere Wanderung durch Nepal.

Zu Fuß über die Alpen

Blick von Similiaun auf die Kreuzspitze, Vernagt und das Ortlermassiv.

Mit dem Verlassen der Similaun Hütte verabschieden wir uns auch von Österreich und begeben uns nach Italien. Und nächstes Zwischenziel ist Vernagt (1.711 m), und auch wenn es von hier oben zum Greifen nah aussieht, ist der Abstieg ins Tal gut 2,5 Stunden lang und zermürbend. Wir folgen dem Wanderweg 2, der an der Materialseilbahn der Similaun Hütte nach rechts abbiegt. 30 Minuten lang führt uns der Weg steil an einer Felswand hinab, er ist rutschig und schmal. Trittsicherheit ist hier ein Muss. Anschließend durchqueren wir Schuttfelder, bis unser Weg schließlich auf einen idyllisch angelegten Wanderweg über saftig grüne Wiesen und entlang eines Bachlaufes mündet. Rechts und links von uns grasen unzählige Schafe.

Über Südtiroler Almwiesen: Abstieg nach Vernagt.

Über Südtiroler Almwiesen: Abstieg nach Vernagt.

Nach dem Durchqueren eines Lärchenwaldes laufen wir direkt auf unser Ziel zu: Vernagt. Direkt neben der Kapelle am Seeufer befindet sich die Bushaltestelle, an der die Busse nach Meran abfahren. Viele E5 Wanderer beenden an dieser Stelle ihre Alpenüberquerung und begeben sich per Bus nach Meran, denn auch wenn wir die Alpen erfolgreich überwandert haben, ist der Weg ins Stadtzentrum immer noch weit. Genau genommen wird die Wanderung von Vernagt nach Meran über den Meraner Höhenweg in den meisten Wanderführern als 2-Tages Etappe ausgewiesen. Wir haben die Strecke aber auch in knapp 1,5 Tagen geschafft. Wer ausreichend Zeit und noch Kraft hat sollte die Wanderung über den Meraner Höhenweg unbedingt in Betracht ziehen, da er landschaftlich sehr reizvoll ist und durch eine komplett andere Vegetation führt.

Zu Fuß über die Alpen: Am Vernagt Stausee ist die Alpenüberquerung offiziell geschafft.

Zu Fuß über die Alpen: Am Vernagt Stausee ist die Alpenüberquerung offiziell geschafft.

Um auf den Meraner Höhenweg zu erreichen, nehmen wir in Vernagt den Bus nach Katharinaberg/Monte San Caterina (1.245 m) in 25 Minuten. Am Kirchplatz angekommen folgen wir der Teerstraße durch das Dorf in Richtung der grünen Wiesenhänge und laufen an der nächsten Kehre links Richtung „Mairalm und Kirchbachspitz“. Der Feldweg mündet bald in einen Schatten spendenden Mischwald – zum Glück, denn auf uns prasselt die Sonne ohne Gnade bei 33°C hinab. Nach einigen leichten Aufs und Abs im Wald gehen wir auf einen Almweg über, der an steilen Hängen entlang durch die Südtiroler Bauernhöfe führt. Man hat das Gefühl, man kann den hiesigen Bauern direkt ins Wohnzimmer gucken. Auf den Almwiesen stehen Kühe, vor den Bauernhöfen große Milchfässer und Berge voll Heu. Die ländliche Idylle und das geschäftige Treiben der Bauern stehen im krassen Kontrast zu unserer Schneefeldwanderung und den imposanten Bergen am Vormittag. Wir folgen dem Meraner Höhenweg nun immer weiter bis nach Giggelberg in gut 4 Stunden. Der Weg ist perfekt ausgeschildert und führt unter Seilbahnen, an Viehweiden und Apfelplantagen vorbei. Immer präsent ist der Blick ins Tal mit seinen idyllischen Städtchen und den sich dahinter auftürmenden kargen Gesteinsformationen der Dolomiten.

Zu Fuß über die Alpen

Über den Meraner Höhenweg ins Zentrum Meran: Eine lohnenswerte Erweiterung der Alpenüberquerung.

Da die ersten Stunden der Wanderung über offene Wiesenhänge führen kämpfen wir gegen die starke Sonneneinstrahlung an, die uns das Laufen erschwert und die Füße zum Qualmen bringt. Später geht der Wanderweg in einen Waldpfad über, wo uns eine weitere Herausforderung erwartet: Die „1.000-Stufen-Schlucht“. Nach einer Alpenüberquerung machen uns die 987 Stufen hinauf und hinab durch die Schlucht zu schaffen. Dennoch ist Konzentration erfordert, denn die Schlucht hat einige ausgesetzte Stellen, die durch Seile und Ketten gesichert sind. Zudem herrscht Steinschlaggefahr, weshalb man sich hier nicht zu lange aufhalten und eine Rast vermeiden sollte. Danach hat uns der Lärchenwald wieder und führt direkt bis zu unserm heutigen Etappenziel: Dem Gasthaus Giggelberg, welches wir nach 10,5 Stunden abwechslungsreicher, aber auch Kräftezehrender Wanderung erreichen.

Übernachtung im Gasthaus Giggelberg

Nach 6 langen Wandertagen von bis zu 12 Stunden, unendlich vielen bestiegenen Gipfeln und der unerbittlich auf uns herunterprassenden Sonne ist die Ankunft im Gasthaus Giggelberg ein absolutes Highlight: Heiß Duschen so lang man will, in einem Zimmer ohne 30 andere Menschen und Schnarchgeräusche schlafen, genüsslichen einen Vernatsch mit Blick auf Meran und die Dolomiten genießen – wir sind im Himmel! Bis in den späten Abend sitzen wir auf unserer Terrasse, unterhalten uns mit anderen Wanderern und genießen den Blick auf das Lichtermeer Merans. Auf meinem Schoß hat es sich die Hauskatze gemütlich gemacht. Sehr zu empfehlen ist übrigens das „Knödeltries“. Die Übernachtung im Gasthaus Giggelberg kostet 33€ pro Person inkl. Frühstück.

Zu Fuß über die Alpen

Blick auf Meran bei Nacht vom Gasthaus Giggelberg.

Etappe 7: Über den Meraner Höhenweg nach Meran

Endspurt unserer Alpenüberquerung. Doch auch wenn Meran vom Giggelberg aus zum Greifen nahe erscheint, trennen uns immer noch 4,5 Laufstunden von unserem Ziel. Wir verlassen den idyllischen Meraner Höhenweg und steigen über Apfelplantagen, schattige Wälder und idyllische Örtchen hinab ins Tal. Unterwegs empfiehlt es sich dem Partschinser Wasserfall einen Besuch abzustatten. In seichten Kehren steigen wir über Waalwege und die historische „Passagiata Tappeiner Promenade“ hinab ins Tal bis ins Zentrum von Meran.

Routendetails

Strecke: 15 km
Gehzeit: 4,5 h
Höhenmeter: ↑ 20 m, ↓ 1.260 m

Routenbeschreibung Meraner Höhenweg – Meran

Ein letztes Mal kleben wir uns Blasenpflaster auf die Hacken und schnüren die Bergschuhe fest. Die Alpenüberquerung hat ihre Spuren hinterlassen. Wir verlassen das Gasthaus Giggelberg über den Fahrweg, der unterhalb der Terrasse des Hauses verläuft und laufen bis zur nahe gelegenen Bergstation der Texelbahn. Hier wechseln wir auf den schmalen Pfad, der mit Weg 2B nach Partschins ausgeschildert ist, und folgen ihm am Waldrand entlang bis zu einer Weggabelung. Dort halten wir uns an die Wegweiser zum Partschinser Wasserfall und steigen in Serpentinen hinab bis zum nächsten Fahrweg. Dort angekommen nehmen wir den Weg 8, welchem wir kontinuierlich über schmale Almwege und Waldpfade folgen bis zum Gasthaus Birkenwald. Wer Lust und Zeit für einen kurzen Abstecher hat, dem empfehle ich kurz vor dem Gasthaus einen ca. 15-minütigen Abstecher zum Partschinser Wasserfall zu machen, welches vom Fahrweg gut sichtbar ausgeschildert ist. Das Dröhnen des herabfallenden Wasser ist von hier aus bereits nicht zu überhören.

Zu Fuß über die Alpen

Partschinser Wasserfall auf dem Meraner Höhenweg in Südtirol: Ein lohnenswerter Abstecher.

Viele Wanderer verlaufen sich auf den Weg ins Zentrum Meran. Kein Wunder, denn nahezu alle 200 Meter gelangt man eine Weggabelung und es gilt dem richtigen Pfad zu folgen. Es lohnt sich daher neben einer detaillierten Routenbeschreibung auch entsprechendes Kartenmaterial oder GPS-Karten zu verwenden. Vom Fahrweg, an welchem der kurze Abstecher zum zum Partschinser Wasserfall abgezweigt ist, laufen wir vorbei am Gasthaus Birkenwald und folgen zunächst der Teerstraße (Weg 8). Kurz darauf biegen wir links in den Wald auf den „Sagenweg“ (Weg 1) Richtung Niedermair ab. Der Sagenweg führt uns am Bach entlang durch Waldabschnitte und kleine Dörfer. Die hohen Bäume spenden Schatten vor der beißenden Sonne. An der nächsten Weggabelung führt Weg 1 weiter bis nach Partschins und Rabland. Wir bleiben jedoch dem Sagenweg treu, der auf den Partschinser Waalweg mündet.

Dem Waalweg folgen wir nun kontinuierlich und erhaschen dabei wundervolle Tiefblicke auf die Apfelbaumplantagen und das Meraner Tal. An der nächsten Weggabelung biegen wir auf den Wanderweg Richtung Niedermair ab und durchlaufen steile Apfelplantagen und kleine Ortschaften, vorbei am Grasweger Keller bis zum Hotel Niedermair. Bald biegen wir auf dem Weg 10B Richtung Vellau ab. Über Stufen gelangen wir zu einem Bach und über eine Brücke zum Saxnerweg. An der darauf folgenden Weggabelung geht es über eine Teerstraße zur Einkehrmöglichkeit Saxner, wir aber folgen dem schmalen Sträßchen rechts bergab bis zu einem Brunnen. An dem gegenüberliegenden Gartenhäuschen biegen wir links auf einem schmalen Pfad namens „Schluchthtuanweg“ ab, der über Apfelplantagen führt und erneut wundervolle Blicke auf das näher werdende Meran bietet. Die nächsten zwei Weggablungen nach Vellau und Oberplars lassen wir unbeachtet und folgen dem Weg weiter geradeaus auf den Wef 25A Richtung Algund. Wir laufen nun auf einem steinigen Pfad unter den Weinbergen entlang. Über uns spenden Weinreben Schatten. An der nächsten Kreuzung laufen wir erneut ungeachtet der Abzweigungen gerade aus, vorbei am Lausenberger Hof und Café Konrad. Hier biegen wir links auf den Algunder Waalweg ab Richtung Gratsch und Tappeiner Weg in Richtung Schloss Tirol ab.

Zu Fuß über die Alpen

Das Ziel in greifbarer Nähe: Endspurt unserer Alpenüberquerung.

Wir folgen dem Waalweg fortlaufend und genießen den Blick auf Meran, die Weinberge und idyllischen Häuser. Zwischendurch überqueren wir eine kleine Schlucht über eine Hängebrücke, bis zu einem historischen Tor. Hier beginnt die „Passagiata Tappeiner Promenade“, welche uns direkt bis ins Zentrum Merans führt. Der Promenadenweg ist wunderschön angelegt und erinnert an einem botanischen Garten. Viele Einheimische und Touristen sind hier unterwegs, um den idyllischen Pfad über den Dächern Merans zu genießen oder in einem der Panoramarestaurants zu speisen. Von der Promenade zweigen immer wieder schmale Wege den Hang hinab nach Meran, wir laufen allerdings weiter bis zum Kaffee Saxifraga. Über die rechts abzweigenden Treppen gelangen wir zum Duomo S. Nicoló und dem Piazza Duomo und erreichen somit nach sieben Tagen bei 33° Grad und Sonnenschein unser Ziel, das Zentrum von Meran.

Zu Fuß über die Alpen

Die letzten Meter bis zum Ziel Meran laufen wir auf der wunderschönen „Passagiata Tappeiner Promenade“.

Die Zivilisation hat uns wieder und wir kommen uns in unserer verschwitzten, schmutzigen Wanderklamotten zwischen all den Touristen und Einheimischen im schicken Meran wir Fremdkörper vor. Doch bevor wir die letzten Meter bis zu unserer Unterkunft in den Meraner Plantagen bewältigen und eine lang ersehnte und bitter nötige warme Dusche nehmen, gönnen wir uns im Stadtzentrum wohlverdient ein überdimensional großes, italienischen Eis.


Ihr wollt auch zu Fuß über die Alpen wandern? Auf meinem fernsuchtblog findet ihr hilfreiche Tipps zur Vorbereitung einer Alpenüberquerung inklusive Insidertipps und Packliste. Eine empfehlenswerte Lektüre ist der Rother Wanderführer für den Fernwanderweg E5.

Bilder: © Doreen Schollmeier / Sebastian Semmler

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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13 Antworten

  1. Morteza Ebneghasem sagt:

    I felt like I was on a trip with you …. I enjoyed

  2. CB sagt:

    Da bekommt man richtig fernweh.

  3. Gerlinde sagt:

    Vielen Dank für Deine ausführliche Schilderung! Ich sitze gerade im Gasthaus Giggelberg nach sechs Tagen Alpenüberquerung. Die Planung habe ich hauptsächlich anhand Deiner Posts gemacht und sie waren sehr, sehr hilfreich! Nur die erste Etappe haben wir verlängert und haben in Holzgau geschlafen, damit der 2. Tag nicht so lang ist. Nochmals vielen Dank!

    • Hallo Gerlinde,

      ich freue mich sehr, dass dir meine Artikel bei deiner Alpenüberquerung geholfen haben. Ein schöneres Kompliment kannst du mir nicht machen.

      Viel Erfolg und Durchhaltevermögen auf den letzten Metern!

      Liebe Grüße
      Isolde MaReisen

  4. Wouter De Clercq sagt:

    Schön, diese für mich in 2017 geplante Tour so detailliert lesen zu können. Würdest du eine solche Wanderung in Gruppe (wie angeboten von den Alpinschulen) empfehlen, oder doch lieber individuell? Ich zweifel im Moment noch…

    Viele Grüsse
    Wouter

    • Hallo Wouter,

      das hängt davon ab, wie sicher du dich in den Alpen fühlst und ob du allein oder lieber mit ein paar anderen Leuten laufen möchtest. Ich persönlich bevorzuge immer die individuelle Variante, weil ich mich dann nicht auf das Lauftempo und die Pausen anderer einrichten muss und mehr Ruhe für mich finde. Zudem kann man bei einer individuellen Tour auch mal vom Weg abkommen oder die Route abwandeln. Eine organisierte Tour widerrum gibt dir die Möglichkeit, das ganze Wandererlebnis einfach nur zu genießen, da du dich nicht um die Organisation kümmern musst. Einige Tourenanbieter nehmen dir sogar das Gepäck ab wenn du magst. Aber das kostet natürlich deutlich mehr.

      Wenn du gut zu Fuß bist, dich in den Alpen wohl fühlst und etwas Ruhe suchst – mach es individuell! Die Wege sind wirklich gut ausgeschildert.

      Viel Spaß beim Wandern. Ich freue mich auf dein Fazit!

      Isolde MaReisen

  5. Alex sagt:

    Hallo Doreen,

    deinen Reisebericht über den E5 finde ich super informativ und sehr ausführlich.
    Meine Frau und ich haben auch im nächsten vor, individuell den E5 zu erwandern.Dabei ist uns Dein Blog sehr hilfreich.

    Die Seescharte und dem dahinter folgendem Zammer Loch würden wir gerne umwandern indem wir von Holzgau über das Kaiserjochhaus nach Pettneu und von dort nach Zams gehen.

    Meinst Du diese Route ist auch schön oder verpassen wir eventuell mit der Seecharte und dem Zammer Loch etwas?

    Desweiteren ist unsere Planung, aus erholungsgründen, so wenig wie möglich auf den Hütten zu übernachten 😉

    Sind am Rettenbachjoch viele Kraxelpassagen?

    Schöne Grüße und viel Spaß bei Euren weiteren Reisen
    Alex

    • Hallo Alex,

      vielen Dank für die lieben Worte. Ich freue mich, dass mein Beitrag euch bei der Planung hilft.

      Das Zammer Loch war schon sehr schön, da man immer wieder tolle Weitblicke hatte. Allerdings heizt sich das Zammer Loch im Sommer auch wahnsinnig auf und der Abstieg ist sehr heiß und schweißtreibend. Ich denke dass eine Umgehung nicht schlimm ist, sicherlich hat auch eure Alternativroute schöne Blicke und ihre Besonderheiten.

      Zum Rettenbachjoch kann ich leider nichts sagen, da wir über das Pitztaler Jöchl gewandert sind. Da waren nur ein paar kleine Kletterstellen, dafür aber viel Schnee. Hinzu kam, dass wir an dem Tag mit Nebel und Gewittern kämpfen mussten, d.h. unsere Wanderung von der Braunschweiger nach Vent war ein bisschen ungemütlich. Da der Rettenbachjoch als einfachere Alternative zum Pitztaler Jöchl beschrieben wird und ich das Pitztaler Jöchl selbst nicht schwer oder besonders „Kraxelig“ empfunden habe, gehe ich davon aus, dass der Rettenbachjoch kein großes Problem darstellt.

      Warum wollt ihr wenig auf den Hütten schlafen? Die Hütten auf den E5 sind wirklich groß und gut ausgebaut, da lässt es sich ganz gut erholen. Vor allem die Braunschweiger Hütte und das Martin Busch Haus sind wirklich gut.

      Viele Grüße und schreib mir gerne, falls du noch Fragen hast.

      Isolde MaReisen

  6. Alex sagt:

    Hallo Isolde,

    ich bin wegen der Rucksackgröße ein wenig verunsichert. Ich habe gelesen, dass Du einen 60 Liter Rucksack von Deuter für die Wanderung hattest.
    Da es inmer heißt, es würden für eine Hüttenwanderung Rucksäcke mit 30-40 Liter Volumen ausreichen, habe ich für meine Frau den Deuter Act-lite 35+10 SL und für mich den Act-lite 40+10 gekauft.

    Was sagst Du zu meiner Rucksackauswahl?

    Schöne Grüße
    Alex

    • Hallo Alex,

      ich war mit einem größeren Rucksack unterwegs, weil ich in Anschluss an die Alpenüberquerung noch ein paar Tage in Italien dran gehängt habe und dafür noch ein par Nicht-Wanderklamotten und Bikini etc benötigt habe. 40 Liter+ halte ich für perfekt, damit solltet ihr gut zurecht kommen und es wandert sich auch angenehmer. Legt euch euer Equipment am besten vorher auf dem Boden und siebt ordentlich aus. Man braucht deutlich weniger als man denkt.

      Viel Spaß auf der Tour!

      Isolde MaReisen

  7. Alex sagt:

    Hallo Isolde,

    vielen Dank für die Rückmeldung.

    Was sagst Du zu meiner vorherigen Frage bezüglich des Zammer Loches und des Rettenbachjoch?

    Schöne Grüße und viele tolle Urlaubstage wünsche ich Euch beiden 😉

    Grüße Alex

  8. Michael sagt:

    Hallo Isolde,

    klasse Wegbeschreibung zur Alpenüberquerung! Wir planen dies im nächsten Sommer auch zu machen.

    Da wir die Überquerung komplett ohne Bus und Bergnbahn machen wollen, sieht die Etappe 4 für mich ziemlich lange aus. Denkst Du, man kann sie ohne „Hilfsmittel“ an einem Tag schaffen oder brauchen wir einen Zwischenstopp?

    Viele Grüße
    Micha

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