Packliste für eine Alpenüberquerung

Beim Fernwanderung lautet die Devise: Weniger ist mehr! Wer mehrere Tage am Stück bis zu 11 stündige Etappen läuft, beispielsweise bei einer Alpenüberquerung, der sollte keine riesige Ausrüstung mitschleppen. Das ist nämlich nicht nur unpraktisch und schwer, sondern auch überhaupt nicht nötig.

Wer nicht masochistisch veranlagt ist und das Bergpanorama während einer Alpenüberquerung ohne Rückenschmerzen genießen möchte, der findet hier eine optimierte, minimalistische Packliste für eine Alpenüberquerung, insbesondere für Frauen (Frauen-Zusatzausrüstung wird in rosa markiert).

Die Daumregeln besagt, dass euer Rucksack während der Wanderung nicht schwerer als 8-10 Kilogramm sein sollte. Also verschwendet euer hart erarbeitetes Geld nicht beim Kaufen von viel Ausrüstung, denn alles werdet ihr ohnehin nicht mitnehmen können. Wer eine mehrwöchige oder gar mehrmonatige Fernwanderung plant, der kann alternativ darüber nachdenkt, sich Proviant- und Versorgungspakete an Postämter unterwegs senden zu lassen.

Packliste für eine Alpenüberquerung

Diese Packliste für eine Alpenüberquerung ist auf eine 9-tägige Wanderung auf dem E5 im Sommer optimiert. Je nach Witterung und Schwierigkeitsgrad eurer Fernwanderung kann weitere Ausrüstung von Nöten sein. Mehr dazu erfahrt ihr unter dem Punkt „Zusatzausrüstung“.

Bekleidung

Bei der Bekleidung für eine Alpenüberquerung gilt das Zwiebelprinzip. Packt verschiedene Kleidungsschichten ein, die ihr variable kombinieren könnt, je nach Wetter- und Höhenlage. Ihr solltet euch auf Temperaturen zwischen -5 und +30 Grad vorbereiten. Ich empfehle folgende Kleidungsstücke:

  • Robuste, Knöchelhohe Bergschuhe mit fester Profilsohle, zum Beispiel eignen sich die Meindl Air Revolution
  • 2-3 Paar Wandersocken, zum Beispiel die Icebreaker Wandersocken aus Merinowolle
  • 3 Funktionsshirts, kurz und lang, am besten aus Merinowolle, zum Beispiel super.natural Damen Funktionsshirt
  • 1 lange, atmungsaktive Wanderhose, zum Beispiel Fjällräven Damen Outdoorhose „Karla“, ggf. mit Zipp Funktion
  • 1 kurze Wandershorts, zum Beispiel Damen Wandershorts von Patagonia
  • Funktionsunterwäsche
  • Sport-BH
  • 1 Isolationsschicht, am besten aus Fleece oder Daunen zur Wärmedämmung
  • 1 Wind und Regen feste Jacke als Oberbekleidung, zum Beispiel Marmot Hardshelljacke Precip 
  • ggf. 1 Regenhose, falls eure Wanderhose nicht ausreichend wasserdicht ist
  • 1 Paar dünne Handschuhe, da es morgen recht frisch sein kann
  • 1 Mütze oder ein universelles Schlauchtuch, zum Beispiel ein Buff Multifunktionstuch
  • 1 Paar Hüttenschuhe für Abends, am besten Badelatschen fürs Duschen
  • 1 Satz Hüttenkleidung für Abends
  • Sonnenbrille
  • ggf. Badesachen

Sonstige Ausrüstung

  • Regenhülle für Rucksack
  • Trinksystem für den Rucksack oder Wasserflasche, zum Beispiel das Deuter Trinksystem für 3 Liter
  • Hüttenschlafsack, Pflicht beim Übernachten auf einer Berghütte, zum Beispiel einen Baumwoll Hüttenschlafsack
  • Wanderstöcke
  • Stirnlampe
  • Oropax (beim Übernachten im Matrazenlager)
  • Taschenmesser
  • Kompass
  • Schnelltrocknendes Handtuch, am besten ein Mikrofaser-Handtuch
  • Trillerpfeife
  • Kamera + Ladekabel + Speicherkarte
  • Handy
  • Buch
  • Decke
  • Plastiktüte für nasse, schmutzige Wäsche
  • Wäscheleine, Wäscheklammern
  • Mini-Nähzeug Set
  • Kartenmaterial / Reiseführer
  • Personalausweis
  • Mitgliedsausweis Alpenverein
  • Bargeld (auf den Hütten kann nur bar gezahlt werden)
  • EC-Karte / Kreditkarte
  • Krankenkassenkarte
  • DAV Ausweis

Hygiene und Bergapotheke

  • Sonnencreme
  • Lippen- und Gesichtspflege
  • Zahnbürste und Zahnpasta
  • Duschgel
  • Deo
  • Handwaschpaste (zum Durchwaschung benutzter Kleidung)
  • Haargummi, Zopfhalter
  • Kamm, Bürste
  • Taschentücher
  • Erste Hilfe Set
  • Blasenpflaster
  • Persönliche Medikamente (z.B. Pille)
  • ggf. Kontaktlinsen und Kontaktlinsenlösung
  • Magnesiumtabletten oder flüssiges Magnesium, zum Beispiel Magnesium Liquid Ampullen
  • ggf. Schmerzmittel
  • Salbe gegen Gelenkschmerzen
  • Klopapier

Proviant

Je nachdem, welchen Fernwanderweg ihr geht, ist die Infrastruktur mal besser und mal schlechter. Wer von Hütte zu Hütte auf dem E5 wandert, bekommt auf selbigen fast immer ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken. Zudem führen die meisten Wanderwege durch die Alpen alle 3-4 Tage in ein Tal, wo ihr Einkaufsmöglichkeiten vorfindet. Aus diesem Grund ist es nicht nötig, seinen Rucksack mit übermäßig viel Proviant zu belasten.

Selbstverständlich solltet ihr ein paar Energielieferanten einpacken für unterwegs, beispielsweise Müsliriegel, Kekse, Fruchtschnitten, Traubenzucker oder Oatsnacks.

Wer unterwegs nicht auf eine warme Mahlzeit verzichten mag und so wie ich ein großer Fan von Gaskochern ist, der kann (wenn es das Gewicht des Gepäcks zulässt) einen Gaskocher (beispielsweise den Primus Gaskocher) inklusive Gaskartusche, Topf, Griff und Feuerzeug einpacken. Für eine schnelle Mahlzeit unterwegs eignen sich Fertigmahlzeiten von Knorr und Co.

Achtet darauf, dass ihr jeden Tag ausreichend Wasser zu euch nehmt. Trinkwasser könnt ihr  in den Hütten oder unterwegs an Quellen und Bächen mit einer Trinkflasche auffüllen. Noch praktischer finde ich Trinksysteme mit integriertem Schlauch für den Rucksack, wie beispielsweise die Trinkblasen von Deuter.

Zusatzausrüstung

Die Übernachtung erfolgt in Hütten, da das Campen bei einer Alpenüberquerung „offiziell nicht erlaubt“ ist. Wer es damit nicht so genau nimmt, der sollte entsprechende Campingutensilien wie Zelt, Daunenschlafsack und Isomatte einpacken. Achtet in dem Fall darauf, dass eure Campingausrüstung so leicht wie möglich, aber dennoch wetterfest ist.

Für die standardmäßige Alpenüberquerung auf dem E5 benötigt ihr im Sommer grundsätzlich keine spezielle Bergausrüstung. Knifflige und komplizierte Passagen sind mit Seilen gesichert und können ohne Hilfsmittel begangen werden. Wer hingegen eine zusätzliche Gletscher Begehung plant oder eine Alternativroute wandert, sollte ggf. mit Steigeisen, Klettersteigset, Helm, Pickel und Seil ausgestattet sein. Informiert euch diesbezüglich unbedingt vorab beim DAV.

Richtig packen?

Für eine Alpenüberquerung eignet sich ein 30-50 Liter Tourenrucksack mit verstellbarem Tragesystem, Fronteingriff und integriertem Regencape wie beispielsweise der Deuter Trekkingrucksack Aircontact SL. Verpackt eure Kleidung in Packsäcke oder Plastiktüten, das schafft Ordnung im Rucksack und schützt zusätzlich vor Nässe.

Tipp: Packt euren Rucksack vor Beginn eurer Fernwanderung einmal Probe. Legt dazu alle Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände vor euch aus und überprüft diese zunächst auf ihre Zweckmäßigkeit. Wie bereits in der Einleitung erwähnt, empfehlen Bergschulen für eine Alpenüberquerung ein Maximalgewicht von 8-10 kg.

Die optimale Vorbereitung

Wer sich umfangreich über die Alpenüberquerung auf dem E5 informieren möchte, dem empfehle ich den Rother Wanderführer „Fernwanderweg E5„. Darin werden alle 31 Etappen inklusive Kartenmaterial beschrieben. Zudem gibt’s Tipps zu Kondition, Verpflegung, Vorbereitung und Hüttenbuchung.

Habe ich irgendetwas vergessen? Habt ihr Tipps und Tricks zum optimalen Packen eines Tourenrucksacks für eine mehrtägige Fernwanderung oder Alpenüberquerung. Dann her damit!

Weitere Tipps und Expertenmeinungen zum Fernwandern findet ihr übrigens in dem Beitrag „Trekking für Einsteiger“ auf  paradise-found.de!

Titelbild: © Amanda Sandlin – Unsplash.com

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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