Selbstfahrer Safari Südafrika: Do’s & Dont’s

Südafrika ist ein Traum für Tierliebhaber, die die Big Five in freier Natur erleben möchten. Neben dem berühmten Krüger Nationalpark gibt es in Südafrika natürlich noch viele weitere lohnenswerte Naturreservate. Im Hluhluwe-iMfolozi-Park traf ich auf große Elefanten und Giraffen Herden in einer malerischen Hügellandschaft. Der ISimangaliso Wetland Park eignet sich hingegen nicht nur um Flusspferde und Krokodile zu beobachten, sondern besticht durch einen Traumstrand mit Badeoption am Ende der Stichroute. Die Frage ist also nicht, OB du in Südafrika eine Safari machst, sondern WIE. Dafür gibt es zwei Optionen: Entweder du nimmst an einem geführten Game Drive teil oder aber du begibst dich auf eine Selbstfahrer Safari.

Der Vorteil einer Selbstfahrer Südafrika Rundreise ist, dass du als dein eigener Safari Guide das Tempo selbst bestimmen kannst und dir so viel Zeit wie du möchtest für die Tierbeobachtung nehmen kannst. Niemand wird dich hetzen und stören. Es gibt nur dich, dein Auto und die einzigartige Flora und Fauna Südafrikas. Zudem ist eine Selbstfahrer Safari auch deutlich günstiger als eine geführte Tour, denn du zahlst lediglich die Parkgebühr. Nichtsdestotrotz bist du in der Wildnis unterwegs – und eben nicht im Zoo. Damit auf deiner Selbstfahrer Safari auch wirklich nichts schief geht und du jede Menge Tiere zu Gesicht bekommst, solltest du einige Regeln befolgen.

Passend dazu hat Holiday Extras zu der Blogparade „Safari Tipps: Do’s & Dont’s“ aufgerufen. Dort findest du allerhand Informationen rund um das Thema Safari. Was du bei einer Selbstfahrer Safari in Südafrika alles beachten musst, verrate es dir im Folgenden…

Selbstfahrer Safari Südafrika: 8 Regeln

#1 Steige niemals aus!

Was du bei einer Selbstfahrer Safari wirklich auf gar keinen Fall machen darfst ist aus dem Auto aussteigen. Zudem solltest du keine Körperteile aus dem Fenster hängen lassen. Auch nicht für „das perfekte Foto“. Du bist in der Wildnis und somit potentielle Beute für Raubtiere. Und diese können sich gut tarnen und urplötzlich angreifen. Bleibe also lieber im Schutze deines Mietwagens.

Tipp: Beine vertreten oder eine Toilette aufsuchen solltest du nur in den dafür vorgesehenen und gesicherten Camps oder in der Parkadministration. Auf den Karten, die du im Besucherzentrum erhältst, sind diese Punkte eingezeichnet.

Selbstfahrer Safari: Nashorn im Krüger Nationalpark.

Selbstfahrer Safari: Nashorn im Krüger Nationalpark.

#2 Habe Geduld!

Mal schnell in den Busch und Tiere gucken? Das ist natürlich Quatsch, denn du bist schließlich nicht im Zoo, sondern in der Wildnis. Wenn du Tiere in freier Wildbahn beobachten möchtest, brauchst du Geduld und Zeit. Fahre langsam (max. 20-25 km/h) und halte deine Augen offen. Ein gutes Fernglas hilft natürlich dabei, auch Tiere in größerer Entfernung zu entdecken. Nach und nach wirst du besser darin werden, Tiere zu erspähen. Du kannst auch schauen, ob du im Sandboden Fußspuren entdeckst. Gute Chancen hast du zudem an Wasserquellen oder Seen, da hier von Zeit zu Zeit Tiere vorbeikommen, um zu trinken. Sammeln sich auf einmal mehrere Autos am Straßenrand, so gilt: Wo viele stehen gibt es auch etwas zu sehen!

Tipp: Viele Nationalparks listen in der Administration oder in den Camps, wann welche Tiere wo das letzte Mal gesichtet wurden. Das ist natürlich keine Garantie, kann aber eine Hilfe bei der Suche sein.

#3 Halte Abstand und bleibe ruhig!

Der Elefant ist nicht Dumbo und das Flusspferd auch nicht Gloria. Unterschätze also bitte auch nicht die Gefahr, die von den wilden Tieren ausgeht. Fährst du zu nah an die Tiere heran, fühlen sie sich womöglich bedroht und die Situation kann gefährlich werden. Vor allem Elefanten Bullen reagieren aggressiv, wenn du dich ihrer Herde in den Weg stellst. Gleiches gilt auch für Nashörner und Flusspferde. Derart große und kräftige Tiere sind definitiv stärker als dein schützendes Auto, das verspreche ich dir. Und es ist auch schon vorgekommen, dass Elefanten Autos umgeworfen haben. Halte also lieber einen gesunden Sicherheitsabstand und nutze notfalls ein Fernglas. Sollte eine Herde auf dich zukommen, dann lege den Rückwärtsgang ein und weiche langsam zurück.

Die Tiere bieten dir nicht das Fotomotiv, das du dir erträumt hast und lächeln nicht in die Kamera? Dann ist es natürlich keine Option, die Tiere auf dich aufmerksam zu machen, beispielsweise indem du lauthals schreist oder gar hupst. Verhalte dich während deiner Selbstfahrer Safari immer ruhig.

Selbstfahrer Safari: Vorsicht Elefant voraus!

Selbstfahrer Safari: Vorsicht Elefant voraus!

#4 Beachte die Verkehrsregeln!

Auch im Nationalpark gibt es Geschwindigkeitsvorschriften (meist 40 km/h) und die ansässige Polizei führt regelmäßig Kontrollen durch. Ein Verstoß gegen das Tempolimit kann teuer werden. Schnell fahren willst du aber ohnehin nicht. Zum einen laden die  Schotterpisten oder löchrige Teerstraßen in den Nationalparks ohnehin nicht wirklich zum schnell fahren ein. Auch starke Regenfälle können die Qualität der Straßen stark beeinflussen. Zum anderen ist es natürlich deutlich einfacher Tiere zu sichten, wenn du langsam fährst und deinem Auge Zeit gibst. Auch musst du jederzeit damit rechnen, dass hinter der nächsten Kurve womöglich Tiere auf der Fahrbahn stehen. Ein guter Richtwert sind 20-25 km/h. Tiere haben übrigens immer Vorfahrt 🙂

Selbstverständlich darfst du die markierten Straßen niemals verlassen und Offroad Ausflüge sind im Naturschutzgebiet strengstens verboten – und zwar auch dann, wenn sich das Löwen Rudel nur 50 Meter von der Straße entfernt niedergelassen hat. Bleibe auf der Straße oder nutze einen der markierten Aussichtspunkte für deine Tierbeobachtungen.

#5 Plane Route und Zeitaufwand sinnvoll!

Informiere dich vorab, wie lange der Nationalpark und die Camps geöffnet sind und rechne ausreichend Zeit für deinen Aufenthalt und speziell für die Rückfahrt ein. Zwischen Antilopen, Elefanten und Zebras wirst du schnell die Zeit vergessen und ehe du dich versiehst, neigt sich dein Selbstfahrer Safari Tag schon dem Ende. Passe dein Streckenziel oder deine Route auf das Tempolimit an und plane ausreichend Stops für die Tierbeobachtungen ein. Kartenmaterial mit Kilometerangaben erhältst du in den Besucherzentren der Nationalparks. Beachte bei der Planung deiner Selbstfahrer Safari das Tempolimit, die Distanzen und die Schließzeiten. Solltest du den Park zu spät verlassen, drohen hohe Geldstrafen.

Selbstfahrer Safari: Giraffen beim Trinken zu beobachten - dafür brauchst du viel Zeit und Geduld!

Selbstfahrer Safari: Giraffen beim Trinken zu beobachten – dafür brauchst du viel Zeit und Geduld!

#6 Füttere keine Tiere!

Eigentlich logisch, aber dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass es in keinem Nationalpark gestattet ist, wilde Tiere zu füttern. Nicht nur, weil es mitunter gefährlich werden kann, den Tiere zu nah zu kommen, sondern auch, weil sich die Tiere sonst daran gewöhnen, Futter von Menschen zu erhalten.

#7 Vergesse nicht zu tanken!

Dein Auto sollte für die Selbstfahrer Safari natürlich ausreichend vollgetankt sein, denn innerhalb der Nationalparks gibt es keine oder nur wenige Zapfanlagen. Und dein Safari Erlebnis leidet natürlich darunter, wenn du statt Löwe und Elefant vor lauter Sorge nur noch deine Tankanzeige im Blick hast. Tanken kannst du meist am Parkeingang oder an einer Lodge. Das Kartenmaterial der Nationalparks zeigt dir an, wo sich die nächste Tankstelle befindet.

Nachtsafaris gehen nur im Rahmen einer geführten Tour.

Nachtsafaris gehen nur im Rahmen einer geführten Tour.

#8 Nimm deinen Müll mit!

Wenn du dich während deiner Selbstfahrer Safari verpflegen möchtest, darfst du natürlich Snacks und Getränke bei dir führen und diese im Auto bei geschlossenen Fenstern verzehren. Darüber hinaus gibt es in einigen Nationalparks auch ausgewiesene und gesicherte Rastplätze und Camps, an denen du eine Mittagspause an der frischen Luft einlegen kannst. Abfälle jedweder Art, ganz egal ob Bio oder nicht, sollten jedoch niemals aus dem Fenster geworfen werden. Es gilt: Schaffe alles aus dem Park raus, was du mit reingebracht hast!

Alkohol ist in den meisten Nationalparks übrigens strengstens verboten und hin und wieder werden auch Kofferraum Kontrollen durchgeführt.

Selbstfahrer Safari in Südafrika: Soll ich oder soll ich nicht?

Eine Selbstfahrer Safari ist eine tolle Möglichkeit, die Flora und Fauna Südafrikas im eigenen Tempo zu erkunden. Und du wirst staunen, wie schnell sich dein Auge an die Umgebung gewöhnt. Bald schon wirst du vor lauter Tieren den Wald nicht mehr sehen. Solange du dich an die acht Selbstfahrer Safari Regeln hältst, ist das Risiko gering.

Solltest du dennoch Bedenken haben oder dir unsicher sein, ob du die Tiere auch wirklich entdeckst, dann ist es ratsam vor deiner ersten Selbstfahrer Safari an einer oder mehreren geführten Game Drives mit einem ausgebildeten Ranger teilzunehmen. Von den Safari Experten kannst du einiges über die Tiere erfahren und lernst, wie du diese in der freien Natur am besten aufspürst. Vor allem im dicht bewaldeten und hügeligen Krüger Nationalpark ist es anfänglich etwas schwieriger, die Big Five zu entdecken. Zudem sind die Tore der Nationalparks am frühen Morgen und Abend für private Besucher gesperrt, während die Camps Nacht- und Morgensafaris durchführen können. Vor allem Raubtiere wie Leoparden und Löwen entdeckst zu dieser Uhrzeit. Geführte Safari Touren kannst du entweder in den Camps oder im Hotel buchen. Geführte Safari Touren kannst du entweder in den Camps oder im Hotel buchen.

Selbstfahrer Safari: Vorsicht vor dem Nilpferd, es fühlt sich schnell bedroht!

Selbstfahrer Safari: Vorsicht vor dem Nilpferd, es fühlt sich schnell bedroht!

Weitere Südafrika Reisetipps?

Bilder: © Doreen Schollmeier

 

IsoldeMaReisen

Mein Name ist Isolde MaReisen und ich bin fernsüchtig. Auf fernsuchtblog.de berichte ich von meinen Reisen, Outdoor-Erlebnissen und gebe Tipps für Weltenbummler.

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1 Antwort

  1. Valeria sagt:

    Vielen Dank für die Tipps! Einen Großteil der Regeln kannte ich bereits, aber gerade Nummer 4 und 7 sind Punkte, die man leicht vergessen kann, daher super, sie ins Gedächtnis gerufen zu bekommen! Ich bin zwar persönlich eher der Typ für geführte Touren, aber die Wahl zu haben ist ja auch hilfreich!